Kaffee ist besser als sein Ruf. Das haben mehrere Untersuchungen gezeigt. In neuesten Studien zeigt die Kaffeebohne positive, aber auch negative Wirkungen.

Wer kurz vor einer Prüfung noch einmal den Lernstoff vertiefen will, kann sich dabei ruhig eine Tasse Kaffee gönnen. Denn der Koffein- genuss bringt das Kurzzeitgedächtnis auf Trab. Vorsicht hingegen ist für Schwangere geboten, denn Kaffee kann das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen. Wer aber Probleme mit seinem Cholesterinwert hat und einen Umstieg auf koffeinfreien Kaffee erwägt, sollte darauf lieber verzichten.
Koffein bringt das Kurzzeitgedächtnis in Schwung. Forscher führten folgendes Gedächtnis-Experiment durch: Testpersonen wurde eine endlose Abfolge von vier Bildern gezeigt. Dabei mussten sie sich so schnell wie möglich entscheiden, ob das jeweils betrachtete Bild identisch war mit einem, das ihnen zwei Bilder zuvor gezeigt wurde. Der Test startete 12 Stunden nach dem letzten Koffeingenuss. Nach der ersten Testreihe erhielten die Versuchspersonen entweder zwei Tassen Kaffee oder ein koffeinfreies Getränk. Der Test zeigte: Die Personen, die Kaffee getrunken hatten, erkannten anschließend die Bilder eindeutig besser und schneller wieder. Einen weiteren Beweis ergab die anschließende Kernspintomographie. Sie zeigte bei den Kaffeetrinkern eine erhöhte Aktivität im Vorderhirn, wo ein Teil des Arbeitsgedächtnisses sitzt sowie im vorderen Bereich der Großhirnwindung, wo die Aufmerksamkeit kontrolliert wird. Weitere Untersuchungen müssen jedoch den genauen Einfluss des Koffeins auf das Denkvermögen klären.
Koffein kann auch Schattenseiten haben. Starker Kaffeegenuss in der Schwangerschaft kann das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Die Forscher befragten 88.000 schwangere Frauen nach ihrem Konsum von koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee, Tee, Cola. Zudem wurden Daten zur Vorgeschichte und Lebensweise berücksichtigt. So wurde der mögliche Einfluss von Kaffee von anderen Risikofaktoren (Nikotin, Alkohol, Alter der werdenden Mutter) getrennt. Das Ergebnis: Frauen, die bis zu drei Tassen Kaffee täglich tranken, hatten ein um 3 Prozent höheres Risiko für eine Fehlgeburt gegenüber Schwangeren, die keinen Kaffee tranken. Tranken die werdenden Mütter vier bis sieben Tassen pro Tag, ergab sich ein um 33 Prozent erhöhtes Risiko, bei acht und mehr Tassen Kaffee um 60 Prozent. Da es aber auch Untersuchungen gibt, die keinen Effekt auf das Ungeborene durch Koffein nachweisen, halten die Forscher ein Kaffeeverbot in der Schwangerschaft für verfrüht. Werdenden Müttern wird geraten, einen Kaffeegenuss von maximal drei Tassen pro Tag nicht zu überschreiten.
Wer auf koffeinfreien Kaffee umsteigen möchte, sollte sich das vorher gut überlegen. Denn entkoffeinierter Kaffee kann den Cholesteringehalt im Blut erhöhen. Das ergab eine amerikanische Studie. Forscher stellten fest: Wer normalen Kaffee trank, bei dem wurden keine negativen Auswirkungen auf den Cholesteringehalt festgestellt. Wer hingegen entkoffeinierten Kaffee trank, bei dem stiegen die Werte an. Die Forscher fanden außerdem einen guten Aspekt koffeinfreien Kaffees heraus: Bei übergewichtigen Testpersonen mit einem BMI über 25 erhöhte der Genuss des Kaffees auch die Menge des guten Cholesterins (HDL) um mehr als die Hälfte. Dieser positive Effekt trat bei normalgewichtigen Studienteilnehmern nicht auf.
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