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Besser nicht: Trinken nur bei Durst!

Nur bei einem sich einstellenden Durstgefühl oder dunkelgelb verfärbten Urin trinken – so lauteten in jüngster Zeit einige Meldungen zum Thema Flüssigkeitszufuhr.


Warten Sie nicht auf Durst! Viel trinken ist wichtig.

Den Ursprung der Regel „Zwei Liter Wasser am Tag“ vermuten amerikanische Wissenschaftler in einer Studie aus dem Jahr 1933. Damals wurde der Flüssigkeitshaushalt von Nagetieren untersucht und daraus der menschliche Tagesbedarf abgeleitet. Also: Was ist dran an diesen Meldungen? Ist es tatsächlich ausreichend, nur dann zum Wasserglas zu greifen, wenn man durstig ist?

 

 

 

Inhalt

Nicht auf Durst warten

Erst trinken, wenn der Durst da ist – das sollte nur in Ausnahmefällen der Fall sein, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in einer Information zum Thema Wasser. Durst sei ein deutliches Warnzeichen des Körpers, dass Flüssigkeit fehlt. Bereits bei einer Minderung des Gesamtkörperwassers von 0,5 Prozent entsteht Durst. Doch bei Kleinkindern, Senioren, Sportlern, aber auch Menschen, die unter Stress stehen, ist das Durstempfinden häufig so abgeschwächt, dass die Gefahr einer Austrocknung besteht.

Besonders die wasserreichen Organe, wie Blut, Gehirn, Leber und Muskulatur, reagieren empfindlich, wenn der Nachschub an Flüssigkeit ausfällt. Schon bei einem bis fünf Prozent Wasserverlust kann es zu trockener Haut, verminderter Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und beschleunigtem Herzschlag kommen – bis hin zu Verwirrtheit und Muskelkrämpfen. Experten schätzen, dass etwa die Hälfte aller Gedächtnis- und Orientierungsproblemen bei Älteren auf das Konto einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr geht. Schulkinder lernen besser und konzentrierter, wenn sie in den Pausen bzw. während des Unterrichtes trinken.

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Warnsignal dunkler Urin?

Sollte man sich nun, wenn schon nicht am Durstgefühl, an der Farbe des Urins orientieren? Tatsächlich kann ein hellgelber Urin zeigen, dass die Flüssigkeitsversorgung optimal ist. Ein dunkler Urin dagegen kann Zeichen eines Flüssigkeitsmangels sein. Denn wird zu wenig getrunken oder ist – wie bei schwerer körperlicher Tätigkeit – der Flüssigkeitsverlust über den Schweiß oder die Lunge hoch, hält die Niere Wasser zurück.

Sich ganz auf die Farbe des Urins verlassen, sollte man dennoch nicht. Senioren verlieren mehr Wasser über den Urin durch die altersbedingt nachlassende Fähigkeit der Niere, den Harn zu konzentrieren. Auch bestimmte Medikamente oder Krankheiten, wie etwa Diabetes, wirken harntreibend. Patienten mit Nierenschwäche verlieren dagegen weniger Urin. Medikamente, Erkrankungen, aber auch Lebensmittel verändern die Farbe des Urins. So färbt sich Urin nach dem Genuss von Roter Bete rötlich, bestimmte Antibiotika führen zu einer braunen Farbe. Roter Urin kann auch Zeichen einer Blutung sein.

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Das Fazit: Besser an der Faustregel festhalten!

Es bleibt dabei. – Trinken Sie, bevor der Durst da ist oder sich der Urin dunkel verfärbt. Da der Körper ständig Flüssigkeit über die Nieren, den Darm, die Haut oder beim Atmen über die Lungen verliert, benötigt er Nachschub.

Gesunde Erwachsene brauchen im Durchschnitt ca. 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Knapp die Hälfte davon stecken in festen Lebensmitteln, besonders in wasserreichen Obst- und Gemüsesorten sowie Suppen. Der Rest von mindestens 1,5 Litern muss täglich getrunken werden – am besten über den Tag verteilt, damit erst gar kein Engpass entsteht.

An heißen Tagen oder beim Sport kann der Wasserbedarf auf mehr als das Doppelte der Empfehlungen ansteigen. Als Faustregel gilt dann: 0,5 bis 1 Liter Getränke pro Stunde. Die besten Durstlöscher sind Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie Saftschorlen. Drei bis vier Tassen Kaffee, Schwarzer oder Grüner Tee pro Tag können in die Bilanz mit einfließen.

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