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Zöliakie, schon entdeckt?

Kein Roggenbrot, kein Weizenbrötchen, kein Haferkeks! Für Menschen mit Zöliakie heißt es, Verzicht zu üben. Denn sie leiden an einer Überempfindlichkeit gegen das in vielen Getreidesorten vorkommende Klebereiweiß Gluten.


Zöliakie - Überempfindlichkeit gegen Gluten

Die diesjährige Welt-Zöliakie-Woche vom 8. bis zum 16. Mai will darauf aufmerksam machen, dass Zöliakie viele Gesichter hat. Durchfall und Gewichtsverlust als klassische Symptome zeigen sich nämlich nicht bei allen Betroffenen. Von den Patienten haben 80 bis 90 Prozent uncharakteristische Beschwerden (wie Blähungen oder Müdigkeit) oder gar keine.

Im Gegensatz zu Gesunden verursacht Gluten im Dünndarm der Betroffenen Entzündungen an den Darmzotten. Diese für die Nährstoffaufnahme wichtigen Darmausstülpungen bilden sich zurück, sodass es langfristig zu Mangelerscheinungen und starkem Gewichtsverlust kommt. Die Entnahme und Untersuchung kleiner Gewebeteile des Dünndarms im Rahmen einer Dünndarmbiopsie ist deshalb die einzig sichere Nachweismethode für Zöliakie. Ein Bluttest auf Antikörper liefert dagegen nur erste Hinweise.

Inhalt

Lebenslanger Verzicht

Die einzige Therapie besteht in einem lebenslangen Verzicht auf die glutenhaltigen Getreidesorten Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer, sowie auf alle Lebensmittel, die diese enthalten. Für die Betroffenen bedeutet das eine große Umstellung in ihrer Ernährungsweise, denn Getreide gehört zu den Grundnahrungsmitteln und ist als Zusatz in vielen Fertiggerichten enthalten. An Zöliakie erkrankte Menschen müssen deshalb die Zutatenliste von Fertigprodukten genau durchlesen.

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Glutenfreie Lebensmittel

Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Herstellern für glutenfreie Produkte. Diese bieten Brot, Backwaren, Nudeln, Mehlmischungen und weitere Lebensmittel aus Mais, Reis, Buchweizen, Hirse, Kartoffeln und anderen glutenfreien Zutaten an, die in Reformhäusern, über den Versandhandel und in gut sortierten Supermärkten erhältlich sind.

Zu erkennen sind diese diätetischen Lebensmittel an der Aufschrift „glutenfrei“ oder an dem Symbol einer durchgestrichenen Getreideähre. Da die Produkte 30 bis 50 Prozent teurer sind als die herkömmlichen, kann die Mehrbelastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Empfänger von Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch („Hartz IV“) erhalten einen Zuschuss.

Ob in herkömmlichen Lebensmitteln Gluten enthalten ist, dafür reicht ein Blick aufs Etikett. Ist Gluten oder glutenhaltiges Getreide vorhanden, muss ein Hinweis in der Zutatenliste vorhanden sein. Seit 2009 können auch herkömmliche Produkte den Hinweis „glutenfrei“ tragen, wenn sie höchstens 20 mg Gluten pro kg Lebensmittel enthalten. Bei Mengen von höchsten 100 mg pro kg heißt es „sehr geringer Glutengehalt“.

Tipp: Informationen rund um die Zöliakie und die Welt-Zöliakie-Woche erhalten Betroffene und Interessierte auf den Internetseiten der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft unter: www.dzg-online.de

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