Der richtige Umgang mit Antibiotika

Experten schlagen Alarm. Gefährliche Bakterien, welche gegen die meisten Antibiotika resistent (unempfindlich) und daher nur schwer zu bekämpfen sind, breiten sich immer mehr aus.


Frau hält Medikamente in der Hand

Als Ursachen hat man den unsachgemäßen Umgang mit den Bakterien- killern durch die Patienten, aber auch die sorglose Verschreibungs- praxis der Ärzte ausgemacht. Denn je mehr Antibiotika eingesetzt oder unterdosiert eingenommen werden, umso häufiger bilden sich resistente Bakterien. Die Notwendigkeit, auf diesem Feld tätig zu werden, hat auch das Europäische Parlament erkannt und 2008 den Europäischen Antibiotikatag ins Leben gerufen.

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Die Gefahr sind Resistenzen

Wenn gehustet und geniest wird und der Infekt nach mehreren Tagen nicht verschwindet, erhalten Patienten häufig von ihrem Arzt ein Antibiotikum verschrieben. Allein 75 Prozent der Verordnungen entfallen auf Infektionen der oberen Atemwege, Mittelohrentzündungen bei Kindern werden zu 80 Prozent mit Penizillin etc. behandelt. Doch diese Erkrankungen werden zumeist durch Viren ausgelöst, gegen die ein Antibiotikum unwirksam ist.

Die Folgen: keine Wirkung gegen die Beschwerden, dafür unter Umständen Durchfall, Pilzinfektionen und langfristig immer mehr Bakterienstämme, die nicht mehr durch Antibiotika vernichtet werden können. Kommt es dann tatsächlich zu einer gefährlichen bakteriellen Infektion, besteht die Gefahr, dass kein Medikament gegen die Erkrankung wirkt. Ein sorgfältigerer Umgang mit den lebenswichtigen Antibiotika kann das Risiko mindern, dass sie nicht mehr wirken.

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Tipps zum Umgang mit Antibiotika

  • Seien Sie kritisch und fragen Sie Ihren Arzt, ob ein Antibiotikum auch tatsächlich notwendig ist.
  • Lassen Sie bei einer Erkältung von Ihrem Arzt mithilfe eines mikrobiellen Abstrichs klären, ob die Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurde. Die Laborergebnisse liegen meist innerhalb von zwei Tagen vor.
  • Hat der Arzt Ihnen ein Antibiotikum verordnet, sollten Sie dieses genau nach Anweisung einnehmen. Nehmen Sie das Medikament weiter ein, auch wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit abgeklungen sind. Nur so ist sichergestellt, dass alle Erreger abgetötet werden.
  • Halten Sie sich an die Dosierung, das heißt Tabletten keinesfalls eigenmächtig teilen und Lösungen stets mit dem der Packung beiliegenden Löffel oder Becher abmessen.
  • Achten Sie bei der Dosierung auf korrekte zeitliche Abstände: Bei einem Wirkstoff, der dreimal täglich einzunehmen ist, sollten zwischen den Gaben acht Stunden liegen. Resistenzen können schon dann entstehen, wenn man zwölf Stunden verstreichen lässt.
  • Nehmen Sie angebrochene Packungen oder Lösungen nicht für die nächste Infektion und entsorgen Sie diese nicht im Müll oder Abwasser. Denn auch das fördert die Resistenzentstehung. Geben Sie Reste besser in der Apotheke ab, wo sie fachgerecht entsorgt werden.

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Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART)

Am 18. November 2009 fand zum zweiten Mal der Europäische Antibiotikatag statt, mit dem auf die Problematik der zunehmenden Resistenzen hingewiesen werden soll. Auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ist in diesem Jahr auf einem Workshop am Robert-Koch-Institut mit Experten über die Verbesserung der Aus- und Fortbildung diskutiert und nach Wegen gesucht worden, den Stellenwert der Resistenz-Problematik in den Lehrplänen zu stärken. Um das Wissen in die-sem Bereich zu verbessern, haben die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie und die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie ein Fortbildungsprogramm für medizinisches Fachpersonal entwickelt, welches durch das BMG gefördert wird.

Das Programm, welches auf dem Workshop vorgestellt wurde, ist eine wichtige Maßnahme zur Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART). Diese ist vor einem Jahr von der Bundesregierung der Öffentlichkeit vorgestellt worden und formuliert für den Gesundheitssektor zehn Ziele mit vielfältig ineinandergreifenden Maßnahmen, die in den Jahren 2008 bis 2013 umgesetzt werden sollen. Weitere Informationen dazu unter: www.bmg.bund.de

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