Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege mit dauerhafter Überempfindlichkeit. Vermehrte Schleimbildung, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Ödembildungen verursachen eine Atemwegsverengung. Sie führt zu Anfällen mit Luftnot.

Immer mehr Kinder betroffen: Eine kürzlich veröffentlichte Studie bestätigt den internationalen Trend: Innerhalb von fünf Jahren haben sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen asthmatische Beschwerden um mehr als drei Prozent zugenommen. Asthma und Allergien treten oft familiär auf, d.h. wer erblich vorbelastet ist, wird eher krank. Ein besonders deutlicher Risikofaktor ist das Rauchen: Sowohl Kinder als auch Jugendliche zeigen häufiger allergische oder asthmatische Beschwerden, wenn sie passive Raucher sind. Die Lunge und die Atemwege kleiner Kinder sind äußerst labile. Sie reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Zigarettenrauch ist eine besonders große Belastung! Bei den Jugendlichen spielt aber auch das aktive Rauchen eine zunehmende Rolle: Während vor fünf Jahren "nur" zehn Prozent der untersuchten Jungen und Mädchen selber rauchten, waren es jetzt schon 14 Prozent!
Körperliche Aktivität ist für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unverzichtbar - auch und gerade für Schüler mit Asthma bronchiale. Deshalb sollten asthmakranke Kinder in der Regel auch an der Schulsportstunde teilnehmen.
Gerade im Zusammenhang mit dem Sportunterricht bereitet die Angst vor akuter Atemnot asthmakranken Kindern und ihren Eltern wohl die größte Sorge. Belastungsasthma wird ausgelöst durch eine übersteigerte Atmung (Hyperventilation) bei körperlicher Anstrengung. Trockene und kalte Luft, aber auch Dauer und Intensität der Belastung können diese Reaktion verstärken. Schnelles Laufen und Radfahren werden weniger gut vertragen wie z.B. Schwimmen.
Prinzipiell sind alle Schulsportarten auch für Kinder mit Asthma geeignet. Entscheidend ist die Auswahl der Übungsinhalte und vor allem Art und Dauer der Belastung. Besonders geeignet sind Sportarten, die in Intervallen ausgeübt werden. Die Atmung kann sich zwischen den Belastungen beruhigen. So kann eine Hyperventilation vermieden werden. Eine ausreichende Aufwärmphase vor dem Sport ist jedoch immer unverzichtbar.
Die Eltern müssen den Sportlehrer über die Asthmaerkrankung des Kindes, den Schweregrad und andere Besonderheiten regelmäßig informieren. Der behandelnde Arzt wird die Therapie zudem so einstellen, dass die Überempfindlichkeit vermindert wird und eine körperliche Belastung möglichst nicht mehr zu Atemnot führt. Dennoch muss der Schüler beim Schulsport immer ein Spray zur Akutbehandlung bei sich tragen.
Sportliche Aktivität tut allen Menschen gut - selbst Kindern mit schwerem Asthma bronchiale. Regelmäßiges Ausdauertraining verhilft zu einer deutlich besseren Lebensqualität und Krankheitskontrolle als eine sportlich inaktive Lebensweise. Es führt zu einer geringeren Verengung der Bronchien und weniger Atemnot bei körperlichen Aktivitäten. Zudem werden deutlich weniger Medikamente gebraucht.
Verschiedene Studien zeigten, dass die Lungenfunktion bei Kindern mit Asthma durch das Spielen eines Blasinstrumentes deutlich verbessert werden kann. Unbegründet sind daher die Befürchtungen, dass beim Musizieren die Atemwegezu sehr beansprucht werden könnten. Vielmehr steigt die körperliche Leistungsfähigkeit, die Atemmuskulatur wird gestärkt und die Lebensqualitäterhöht. Besonders werden hochtönende Blasinstrumente wie z.B. Klarinette, Oboe oder Trompete empfohlen. Bei diesen Instrumenten wird einhöherer Luftdruck benötigt. So ist ein guter Trainingseffekt gewährleistet.
Für manche Kinder und Jugendliche werden viele Aufgaben erst durch die Einbeziehung von Handys, Computern oder Internet interessant. Die Begeisterung für moderne Kommunikationsmittel lässt sich auch zur Verbesserung des Umgangs mit einer chronischen Erkrankung wie Asthma bronchiale nutzen. Durch das Führen von Asthma-Tagebüchern und Peak-Flow-Protokollen per Computer oder SMS sind Jugendliche eher dazu bereit, ihre Atemwegserkrankung täglich zu kontrollieren.
Laut einer entsprechenden Studie zeigte es sich, dass gerade jene Jugendlichen, die vorher ihr Asthma nur schlecht unter Kontrolle bekamen, erhebliche Verbesserungen im Selbst-Management aufwiesen. Sie hatten gelernt, richtig zu reagieren und ihre Asthmakontrolle eigenständig zu verändern und zu optimieren.
Eine Behandlung mit inhalativen (zum Einatmen) Kortikoiden ist bei Kindern mit Asthma bronchiale nach wie vor die erste Wahl. Für die Dauerbehandlung des Asthmas bronchiale bei Kindern sind verschiedene Medikamente zugelassen. In einer Studie wurden nun erstmals Wirksamkeit und Sicherheit von drei verschiedenen Asthma-Behandlungen bei Kindern im direkten Vergleich getestet. Die Teilnehmer wurden also in drei Gruppen eingeteilt: Die Gruppen wurden entweder mit einem inhalativen Kortikoid, einer Kombination aus einem inhalativen Kortikoid und einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum oder einem so genannten Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (Montelukast) behandelt. Das Ergebnis: In manchen Punkten, etwa bei der Lungenfunktion, war der Erfolg der alleinigen inhalativen Kortikoid-Therapie deutlich größer.
Weitere Infos zum Thema Asthma finden Sie auch hier:
» www.asthma.de
» www.asthma-special.de
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