04.07.2008, Magdeburg
Die alkoholbedingten Gesundheitsstörungen (ohne Folgeerkrankungen) nehmen in Sachsen-Anhalt den 3. Platz aller stationären Behandlungsfälle ein. Noch alarmierender ist die Tatsache, dass Sachsen-Anhalt mehr als doppelt so viele alkoholbedingte stationäre Behandlungsfälle aufweist wie der Bundesdurchschnitt, was eindrucksvoll im 4. Gesundheitsbericht Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 2003 beschrieben ist. Das Statistische Bundesamt informiert darüber hinaus, dass Sachsen-Anhalt nach Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anteil an Alkoholtoten pro 100.000 Einwohnern in der BRD hat.
Der erstmals im Jahr 2003 entwickelte Info-Folder "Wie viel ich trinke, ist meine Sache" will diesem unhaltbaren Zustand entgegentreten und wurde in diesem Jahr vom Arbeitskreis "Legale Suchtmittel" überarbeitet. Der Folder richtet sich an alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und soll die Ansprache von Patientinnen und Patienten mit hohem Alkoholkonsum erleichtern. Eine wesentliche Aufgabe der Suchthilfe besteht darin, Betroffene genau dort zu erreichen, wo sie sich regelmäßig befinden – in der medizinischen Akutversorgung, was die eingangs aufgeführten Zahlen eindeutig belegen.
Der aktualisierte Info-Folder "Wie viel ich trinke, ist meine Sache" wählt die direkte Ansprache der Alkoholkonsumierenden und nimmt eine weitläufige Behauptung vorweg. Insbesondere auf den "erhobenen Zeigefinger" wurde verzichtet, so dass keine belehrenden und moralisierenden Hinweise zu den Gesundheits- und Suchtgefahren aufgezeigt werden. Die Produktion der Neuauflage des Flyers erfolgte in Kooperation mit der IKK gesund plus, der AOK Sachsen-Anhalt und der Techniker Krankenkasse. Dieser ist nun kostenfrei erhältlich und kann gegen Rückporto direkt bei der Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt, Walther-Rathenau-Straße 38, 39106 Magdeburg bestellt werden. Als Download steht eine PDF-Datei unter www.ls-suchtfragen-lsa.de in der Rubrik "Aktuelles" zur Verfügung.
In Sachsen-Anhalt gehört die Senkung des Anteils an Rauchern und der alkoholbedingten Gesundheitsschäden auf Bundesdurchschnitt zu den Gesundheitszielen des Landes. Aktuell gibt es fünf Ziele. Außer Legale Suchtmittel sind das: die Verbesserung der Zahngesundheit der Bevölkerung auf Bundesdurchschnitt, Verbesserung des Impfstatus und des Impfverhaltens der Bevölkerung, die Verbesserung des Bewegungsverhaltens der Bevölkerung und die Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens und gesunder Ernährungsangebote.
Pressesprecher
Gunnar Mollenhauer
Tel. 0391 2806-2002
Fax 0391 2806-6839
pressestelle@ikk-gesundplus.de
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