Bestandsprüfungen bei DEÜV-Meldungen

DEÜV-Meldungen werden einer Bestandsprüfung unterzogen. Dabei werden nach Eingang der Meldung die übermittelten Daten mit dem Meldebestand bei der jeweiligen Krankenkasse inhaltlich abgeglichen. Ergeben sich Abweichungen, dürfen die Meldedaten nicht an die Rentenversicherung weiter geleitet werden. Seitens der Krankenkasse sind die festgestellten Abweichungen mit dem Arbeitgeber gemeinsam aufzuklären.
Dabei gilt der Grundsatz, dass fehlerhafte Meldungen oder Meldungen, die nicht zu übermitteln waren, zu stornieren sind. Doch sind die Krankenkassen auch berechtigt, fehlerhafte Meldungen zu korrigieren. Das darf jedoch nur im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber geschehen. Wie die Abstimmung mit dem Arbeitgeber erfolgt, ist nicht festgelegt, dies kann schriftlich oder auch telefonisch erfolgen. Die so abgestimmten Meldedaten sind von der Krankenkasse einerseits an die Rentenversicherung und andererseits zusätzlich mit dem Datenbaustein (DBBM) elektronisch an den Arbeitgeber zu übermitteln. Dem Arbeitgeber steht es frei, die so von den Krankenkassen übermittelten Daten in seinen Datenbestand zu übernehmen.

Eine Korrektur kann dabei für eine ganze Reihe von Datenfeldern vorgenommen werden. So besteht die Möglichkeit der Veränderung des Meldezeitraums und des Arbeitsentgelts. Ferner können Veränderungen des Abgabegrunds, der Versicherungsnummer, Personengruppe, Staatsangehörigkeitsschlüssel, Angaben zur Tätigkeit, Rechtskreiskennzeichen, Beitragsgruppenschlüssel und der Kennzeichen für Gleitzone und Mehrfachbeschäftigung erfolgen.

Ausgenommen von den Bestandsprüfungen sind die Sofortmeldungen (Abgabegrund "20") und die UV-Jahresmeldungen (Abgabegrund "92"), weil derartige Meldungen nicht an die Krankenkassen übermittelt werden.

euBP – Elektronisch unterstützte Betriebsprüfung

Bereits mit Wirkung vom 1. Januar 2012 wurde in der Sozialversicherung die elektronisch unterstützte Betriebsprüfung (euBP) eingeführt. Das Verfahren sieht die Annahme der zur Durchführung einer Betriebsprüfung nach § 28p SGB IV notwendigen Arbeitgeberdaten im elektronischen Verfahren vor. Zum 1. Januar 2023 wird mit dem Siebten SGB IV-Änderungsgesetz die Teilnahme für Arbeitgeber an der elektronisch unterstützten Betriebsprüfung und Übermittlung der notwendigen Daten aus einem systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogramm grundsätzlich verpflichtend. Für Prüfzeiträume bis zum 31. Dezember 2026 kann auf Antrag des Arbeitgebers, im Einzelfall, auf eine elektronische Übermittlung der gespeicherten Entgeltabrechnungsdaten verzichtet werden.
Die elektronische Übermittlung der Daten aus der Finanzbuchhaltung bleibt freiwillig.

  • Führung der Entgeltunterlagen in elektronischer Form ab 2022 verpflichtend!
    Einsparpotentiale und Effizienzgewinne im Rahmen der euBP ergeben sich allerdings nur dann, wenn die zu sichtenden Entgeltunterlagen vom Arbeitgeber nicht mehr in Papierform zugesandt, sondern in elektronischer Form übermittelt werden. Eine entsprechende Änderung der Beitragsverfahrensordnung (BVV) verpflichtet die Arbeitgeber zum 1. Januar 2022 die Entgeltunterlagen in elektronischer Form zu führen.
    Analog zur euBP können sich Arbeitgeber auf Antrag bis zum 31. Dezember 2026 von der Verpflichtung zur Führung von elektronischen Unterlagen befreien lassen.

Das Bestandsprüfungsverfahren bezieht sich auf:

  • Anmeldungen
  • Jahresmeldungen
  • Unterbrechungsmeldungen
  • Abmeldungen
  • sonstige Meldungen
  • GKV-Monatsmeldung

Vorteile der euBP

  • erheblicher Zeitgewinn für Arbeitgeber und Prüfdienste
  • mehr Raum für die beratende Funktion der Prüfer
  • u.U. kann Prüfung vor Ort gänzlich entfallen
  • nach Abschluss der Prüfung sind Ergebnisse elektronisch abrufbar
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