Eingliederungsmanagement

Lange Fehlzeiten sind ein Kostenfaktor - gerade für kleinere Unternehmen. Betriebliches Eingliederungsmanagement bringt Ihre Mitarbeiter schneller an den Arbeitsplatz zurück. Seit Mai 2004 verpflichtet ein Gesetz Arbeitgeber zum so genannten Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM). Vielen Arbeitgebern ist dies aber nicht bewusst, denn sie verbinden die Regelung häufig mit der Integration behinderter Mitarbeiter. Tatsächlich ist es auf alle Mitarbeiter eines Unternehmens anzuwenden.

Fehlen Beschäftigte innerhalb von 12 Monaten länger als sechs Wochen krankheitsbedingt am Arbeitsplatz - entweder am Stück oder wiederholt, müssen Arbeitgeber für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement sorgen. Das BEM soll dazu beitragen, dass Mitarbeiter, die längere Zeit krank waren, dem Arbeitsprozess nicht verloren gehen. So soll einer Erwerbsminderung entgegengewirkt werden. Dazu muss der Arbeitgeber klären,

  • ob und wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden werden kann.
  • mit welchen Leistungen und Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann.
  • wie der Arbeitsplatz erhalten werden kann.

Über die praktische Umsetzung der Vorschrift lässt der Gesetzgeber die Betriebe allerdings im Unklaren. Ohnehin gleicht kein Fall dem anderen. Das Spektrum der Diagnosen reicht von Atemwegserkrankungen über chronische Rückenschmerzen bis zu psychischen Problemen. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter schnell sechs Wochen Fehlzeit auf dem Stundenkonto haben, wenn sie innerhalb eines Jahres z.B. eine verstauchte Hand, eine Sommergrippe und später Magen-und-Darm-Probleme haben. Auch in dieser ansonsten folgenlosen Krankengeschichte wären Sie als Arbeitgeber dazu verpflichtet, BEM in die Wege zu leiten: Zumindest müssen Sie prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen Erkrankung und Arbeitsplatz besteht - und ob BEM Sinn macht.

Leitfaden der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation