Werkstudenten

Vorlesungsfreie Zeit während der Corona-Krise

Personen, die während der Dauer ihres Studiums gegen Arbeitsentgelt beschäftigt werden, sind kranken-, pflegeund arbeitslosenversicherungsfrei, wenn das Studium im Vordergrund steht. Davon ist auszugehen, wenn die Beschäftigung neben dem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich ausgeübt wird (Werkstudentenprivileg).

Die 20-Stunden-Grenze ist unerheblich, wenn die Beschäftigung ausschließlich in der vorlesungsfreien Zeit ausgeübt wird, so dass Zeit und Arbeitskraft in der Gesamtbetrachtung überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Dies gilt auch für eine Beschäftigung, die grundsätzlich an nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich ausgeübt wird, in den Semesterferien auf mehr als 20 Stunden wöchentlich ausgedehnt und nach dem Ende der Semesterferien wieder auf eine Wochenarbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden zurückgeführt wird.
Werden die Semesterferien aufgrund der Corona-Krise über das ursprünglich vorgesehene Ende hinaus ausgeweitet bzw. verlängert, so gelten in diesem Zusammenhang auch diese Zeiträume als vorlesungsfreie Zeit. Nehmen Hochschulen ihren Lehrbetrieb zunächst ohne Präsenzveranstaltungen mit einem begrenzten Onlineangebot wieder auf, kann davon ausgegangen werden, dass über 20 Wochenstunden hinausgehende Beschäftigungen – aufgrund der flexibleren Zeiteinteilung bei der Inanspruchnahme von Lehrangeboten – der Anwendung des Werkstudentenprivilegs bis zur Wiederherstellung des Präsenzbetriebs nicht entgegenstehen.

Zu beachten ist, dass das Werkstudentenprivileg dann verloren geht, wenn sich Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden im Laufe des Jahres wiederholen und insgesamt mehr als 26 Wochen ausmachen. Ein Aussetzen oder eine Ausweitung der 26-Wochen-Regelung ist nicht vorgesehen.