Beschäftigte Rentner

Qualifizierte Arbeitskräfte sind knapp. Ein Grund, weshalb Betriebe auch Rentner beschäftigen und eine Lösung, die für alle Beteiligten vorteilhaft ist. Je nach Art der Rente gibt es unterschiedliche Bestimmungen, die Sie dabei beachten müssen. Generell gilt: Liegt ein monatlicher Verdienst unter 450 EUR, handelt es sich um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung. In dem Fall sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, Pauschalbeiträge in Höhe von 13 Prozent an die Krankenversicherung und 15 Prozent an die Rentenversicherung zu zahlen. Sofern der beschäftigte Rentner noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht hat, hat auch er Rentenversicherungsbeiträge in Höhe von 3,6 Prozent (2018) aufzubringen, mit der Möglichkeit sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze fallen für den beschäftigten Rentner selbst keine Rentenversicherungsbeiträge mehr an. Es besteht aber auch die Möglichkeit auf die Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten. Ist der Rentner versicherungspflichtig und liegt sein Verdienst zwischen 450,01 und 850 EUR pro Monat, werden seine Beiträge nach der Gleitzonenformel berechnet. Dafür können Sie unseren Gleitzonenrechner nutzen.

Die Regelaltersgrenze wird ab dem Geburtsjahrgang 1947 schrittweise vom 65. bis auf das 67. Lebensjahr angehoben. Eine genaue Übersicht dazu hält die Deutsche Rentenversicherung auf deren Internetseite bereit.

Kurzfristig beschäftigte Rentner sind nach den dafür geltenden Vorschriften ebenso versicherungsfrei. Dabei sind für die Feststellung, ob die Zeitgrenzen von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen innerhalb eines Kalenderjahres überschritten werden, nur die Beschäftigungszeiten nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben zu berücksichtigen.

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze dürfen Rentner uneingeschränkt hinzuverdienen ohne mit Rentenkürzungen rechnen zu müssen. Anders verhält es sich bei der vorzeitigen Altersrente: Vor Erreichen der Regelaltersgrenze dürfen Rentner jährlich bis zu 6300 EUR brutto nebenher verdienen. Liegt das Einkommen bei einer vorzeitigen Altersrente über der Hinzuverdienstgrenze, wird die Rente stufenlos vermindert und als so genannte Teilrente ausgezahlt.

Je mehr hinzuverdient wird, umso weiter sinkt der Anteil der Teilrente. Ist das zusätzliche Einkommen zu hoch, kann die Rente sogar ganz entfallen. Dazu ist der von uns angebotene Hinzuverdienstrechner sehr hilfreich. Wer sich nicht sicher ist, kann sich die individuelle Hinzuverdienstgrenze auch von seinem Rentenversicherungsträger ausrechnen lassen.

  • Fallbeispiel 1
    Jürgen W. ist 63, erhält eine vorzeitige, volle Altersrente und arbeitet nebenher in Ihrem Betrieb. Sein Verdienst liegt bei 330 EUR monatlich und dementsprechend unter der Hinzuverdienstgrenze von jährlich 6300 EUR. Da Herr W. im Rahmen eines 450-Euro-Jobs (geringfügig entlohnte Beschäftigung) bei Ihnen angestellt ist, sind Sie dazu verpflichtet, Pauschalbeiträge in Höhe von 13 Prozent an die Krankenversicherung und 15 Prozent an die Rentenversicherung zu zahlen. Jürgen W. selbst hat Beiträge in Höhe von 3,6 Prozent (2018) zur Rentenversicherung zu entrichten, mit der Möglichkeit sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.

  • Fallbeispiel 2
    Hartmut S. ist 64, erhält eine vorzeitige Altersrente und arbeitet zusätzlich in Ihrem Betrieb. Herr S. verdient ein monatliches Brutto-Einkommen von 700 EUR, liegt damit über der jährlichen Hinzuverdienstgrenze von 6300 EUR und erhält deshalb nur eine Teilrente. Aus diesem Grund besteht für Herrn S. volle Versicherungspflicht in der Sozialversicherung. Da sein Verdienst von 700 EUR in die Gleitzone fällt, sind die entsprechenden Regelungen zur Berechnung und Beitragslastverteilung anzuwenden.

Auch bei den Erwerbsminderungsrenten wird der Hinzuverdienst stufenlos angerechnet. Es gibt aber Unterschiede – je nachdem, ob Sie eine Rente wegen voller oder wegen teilweiser Erwerbsminderung beziehen.

Bei Beziehern einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird davon ausgegangen, dass der Rentner noch im Rahmen seines Restleistungsvermögens zu seiner Erwerbsminderungsrente hinzuverdienen kann – das sind bei der Rente wegen voller Erwerbsminderung unter drei Stunden täglich und bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung unter sechs Stunden. Die Hinzuverdienstgrenzen werden für jeden Rentner wegen teilweiser Erwerbsminderung individuell ermittelt und orientieren sich am höchsten beitragspflichtigen Jahreseinkommen der letzten 15 Jahre. Sicherheitshalber sollte der Rentner sich seine individuelle Hinzuverdienstgrenze vom Rentenversicherungsträger errechnen lassen.

Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung darf der monatliche Verdienst nicht über 450 EUR liegen. Ansonsten muss der Rentner damit rechnen, dass seine Rente gemindert, bei zu hohem Verdienst sogar ganz eingestellt wird.

  • Fallbeispiel
    Richard K. aus Düsseldorf bezieht eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und erfüllt im Rahmen seines Leistungsvermögens eine Teilzeitstelle in Ihrem Betrieb. Herr K. hat sich von seinem Rentenversicherungsträger seine individuelle Hinzuverdienstgrenze berechnen lassen, diese beträgt 1.622,67 EUR. Sie haben einen monatlichen Bruttoverdienst von 1.500 EUR vereinbart, die Hinzuverdienstgrenze wird somit nicht überschritten. Aufgrund seiner Renteneinstufung ist Herr K. in vollem Umfang sozialversicherungspflichtig, so dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge jeweils zur Hälfte aufbringen.