Ambulante ärztliche Versorgung - Wer übernimmt die Planung für Stadt und Land?

Der Ärztemangel auf dem Land ist ein Thema, das sich seit Jahren zuspitzt und die Patienten abseits der Stadt beunruhigt. Vielleicht haben auch Sie sich in diesem Zusammenhang schon einmal die Frage gestellt, wie die Verteilung der Ärzte, speziell in den ländlichen Regionen, geplant wird?

Egal ob Stadt oder Land, ein gut ausgebautes Arztnetz oder weite Versorgungswege: Möchte ein niederlassungswilliger Vertragsarzt in einer unterversorgten Region eine bestehende Praxis von einem Kollegen übernehmen oder als Mitglied in eine Gemeinschaftspraxis einsteigen, erhält er dafür ohne Komplikationen eine Zulassung.

Anders sieht es bei Praxisneugründungen aus: Ob diese genehmigt werden, richtet sich nach einem regionalen Bedarfsplan. Dieser zeigt, wo ärztliche Versorgung fehlt oder in ausreichendem Maße vorhanden ist. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen erstellen und aktualisieren diese Übersicht gemeinsam. Allerdings geschieht dies nicht willkürlich, sondern nach einer Richtlinie. Auf diese Weise soll für alle gesetzlich Versicherten ein gleichermaßen gerechter Zugang zu ärztlicher Versorgung garantiert werden. Die Prüfung, ob eine Praxiseröffnung möglich ist, übernimmt letztendlich der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen.

Hat eine Region ausreichend oder sogar zu viele Arztpraxen und ist somit überversorgt? Oder ist sie aufgrund zu wenig medizinischer Versorgung für Niederlassungen geöffnet? Diese Fragen entscheiden schließlich. Ist eine Unterversorgung der Fall, steht einer Neugründung nichts im Weg. Die entsprechenden Gebiete befinden sich häufig im ländlichen Raum. Gründet ein Arzt hier eine neue Praxis, fördern die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung dies durch so genannte Sicherstellungszuschläge.
Indem pro Kalenderjahr 900.000 Euro allein in Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt werden, konnten in den vergangenen zwei Jahren u.a. insgesamt 23 Praxisneugründungen in den lokal unterversorgten Gebieten gefördert werden.
Auch wenn sich auf diese Weise erste Erfolge zeigen, sind zuerst die Kassenärztlichen Vereinigungen aber auch alle anderen Beteiligten im Gesundheitswesen gefragt, um in Zukunft eine flächendeckende Arztversorgung auch für Patienten auf dem Land zu gewährleisten.