Was passiert beim MRT?

Die Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch Kernspintomografie ist ein Verfahren, mit dem das Körperinnere abgebildet werden kann. Sie ist heutzutage aus der modernen Medizin auch nicht mehr wegzudenken und – im Gegensatz zum Röntgen – strahlungsarm. Besonders gut geeignet ist die MRT, um Weichteile und Organe darzustellen. Hierbei nutzt man den Magnetismus in einem aufwendigen Verfahren. Mit dessen Hilfe lassen sich präzise Schnittbilder (tome = altgriechisch für „Schnitt“) in hoher Auflösung erstellen. Anhand dieser Bilder kann der Arzt dann Organstrukturen und -funktionen beurteilen und eventuelle Veränderungen beobachten. Die dazugehörigen Bilder zeigen den Körper oder das jeweilige Organ scheibenweise entweder längs, quer oder schräg.

Überall im menschlichen Körper finden sich Wasserstoffatome, bei denen sich der Kern wie ein winziger Kreisel um die eigene Achse dreht und ein kleines Magnetfeld erzeugt wird. Die Rotationsachsen zeigen dabei in viele unterschiedliche Richtungen. Die Kernspintomografie nutzt dies folgendermaßen aus:

Das MRT-Gerät ist in eine große Röhre, in der sich ein sehr starker Magnet befindet, der wiederrum ein Magnetfeld erzeugt, welches dafür sorgt, dass die vielen Wasserstoff-Atomkerne nicht mehr wild durcheinander kreiseln, sondern sich alle in eine Richtung drehen. Dann sendet das Gerät kurze Radiowellen aus, welche die ausgerichteten Atome kurz ins Wanken bringen. Die Atome richten sich durch das Magnetfeld dann aber wieder in Reih und Glied aus. Dabei geben sie Energie ab, die von Sensoren in der Röhre gemessen wird. Dadurch, dass sich in den verschiedenen Organen und Geweben unterschiedlich viele Wasserstoffatome befinden, sind die Signale verschieden und der Computer kann daraus ein Bild errechnen. Für spezielle Untersuchungen wird dem Patienten vorab ggf. auch ein Kontrastmittel verabreicht.

Im Gegensatz zum Röntgen und einer Computertomografie (CT) wird bei der MRT keine Strahlung verwendet. Für den Patienten ist sie deshalb besonders schonend. Jedoch ist der Zeitaufwand größer. Im Schnitt dauert die Untersuchung 30 bis 45 Minuten. Da eine CT hingegen nur ca. zehn Minuten dauert, wird bei Notfällen eher auf diese Methode zurückgegriffen. Im Gegensatz zur CT, die besonders gut Knochen darstellen kann, ist die Kernspintomografie die bessere Methode, um Organe darzustellen. Bei der Krebsdiagnostik wird sie aufgrund dessen auch häufig eingesetzt, um Tumore zu erkennen. Auch Verletzungen und Erkrankungen der Gefäße, Sehnen, Knorpel und Bänder lassen sich mit Hilfe der MRT gut erkennen.

Vorab führt der untersuchende Radiologe ein Gespräch mit dem Patienten und klärt über den Ablauf und mögliche Nebenwirkungen auf. Für die Untersuchung müssen dann nach Möglichkeit alle metallhaltigen, magnetisierbaren Gegenstände bzw. elektronischen Geräte abgelegt werden. Ohrringe, Schmuck, Piercings, Zahnspangen, Haarklammern, Hörgeräte und alle weiteren metallischen Dinge müssen entfernt werden. Das starke Magnetfeld des MRT-Gerätes würde diese Gegenstände sonst anziehen und erhitzen. Menschen, die an Klaustrophobie leiden, könnten in der engen Röhre Angst bekommen. Weiterhin sollte man sich so wenig wie möglich bewegen.
Da der Apparat sehr laute Klopfgeräusche während der Untersuchung von sich gibt, empfiehlt sich ein entsprechender Gehörschutz. Patienten mit Prothesen mit Metallanteil, Herzschrittmachern oder mit im Körper befindlichen Nägeln, Schrauben und Platten sollten ihren Arzt vor der Untersuchung unbedingt informieren. Auch Tätowierungen und Permanent-Make-Up sollten vorher angesprochen werden, da einige Farbstoffe ebenfalls Metallpartikel enthalten, die sich während der Untersuchung stark erhitzen könnten.