Schutz vor gefälschten Medikamenten

Noch nie waren so viele gefälschte Medikamente in der Europäischen Union im Umlauf. Besonders betroffen sind Präparate, die über das Internet gehandelt werden. Angesichts der großen Menge von Arzneimittelfälschungen geht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) davon aus, dass in fast allen Anwendungsbereichen gefälscht wird. Besonders Antibiotika, Malariamittel, Cholesterinsenker, Anti-Baby-Pille, Schmerz-, Potenz- und Haarwuchsmittel enthalten entweder gar keinen, zu wenig, zu viel oder einen anderen Wirkstoff.

Für den Verbraucher sind diese Produkte so gut wie nicht erkennbar. Skepsis ist dann angebracht, wenn Verpackung oder Beipackzettel fehlen, die Gebrauchsinformation nur in einer fremden Sprache vorhanden ist, die gewünschte Wirkung ausbleibt oder eine andere eintritt. Auch Risse in Tabletten oder Verfärbungen von Medikamenten deuten darauf hin, dass es sich um unechte Präparate handelt. Gehandelt werden diese Produkte vor allem über das Internet. Verdächtig sind besonders Versandapotheken, die verschreibungspflichtige Mittel als verschreibungsfrei anbieten. Aber auch auf Märkten im Ausland werden häufig gefälschte Arzneien angeboten, weshalb vor einem Kauf im Urlaub gewarnt wird.

Die EU-Kommission will deshalb Maßnahmen für eine bessere Patientensicherheit durchsetzen. Der Weg einer Arznei soll von der Herstellung bis zum Verkauf in jeder Stufe sicher zurückverfolgt werden können. Barcode und Siegel auf den Packungen sollen zusätzlich Sicherheit vermitteln.

Tipp: Wer kein Risiko eingehen will, sollte seine Medikamente entweder in einer zugelassenen Apotheke vor Ort kaufen oder in einer seriösen Versandapotheke. Die für Deutschland zum Versandhandel zugelassenen Apotheken sind durch ein Sicherheitslogo des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erkennbar. Werktäglich aktualisierte Listen stehen auf der Internetseite des Instituts zur Verfügung: www.dimdi.de (in der Rubrik „Arzneimittel“)