Arbeitsunfähigkeit - Was Sie über den "gelben Schein" wissen müssen

Ein grippaler Infekt, chronische Rückenschmerzen oder ein gebrochener Arm – all dies können Gründe sein, aus denen Sie Ihre Beschäftigung nicht ausführen können. In diesem Fall benötigen Sie eine Krankschreibung von Ihrem Haus- oder Facharzt, der Ihnen damit die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Dieser "gelbe Schein" sieht auf den ersten Blick zwar unscheinbar aus, ist aber ein wichtiges Dokument mit dem Sie sorgsam umgehen sollten. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit Ihrem Krankenschein korrekt verfahren und was es während einer Krankschreibung zu beachten gibt. Hier lesen Sie die häufigsten Fragen - und ihre Antworten.

Warum benötige ich einen Krankenschein?

Mit dem Krankenschein bestätigt Ihr behandelnder Arzt, dass Sie Ihre Arbeit für den angegeben Zeitraum nicht ausführen können, weil Ihr Gesundheitszustand dies nicht zulässt bzw. die Gefahr besteht, dass dieser sich durch die Beschäftigung verschlechtert. Für Ihren Arbeitgeber, die Arbeitsagentur, das Jobcenter und Ihre Krankenkasse ist der Krankenschein die Bestätigung, dass Ihre Freistellung rechtmäßig erfolgt. Nur mit diesem Nachweis haben Sie während der Zeit Ihrer Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Entgeltfortzahlung oder Krankengeld.

In welcher Frist muss ich den Schein einreichen?

In der Regel muss der Krankenschein am dritten Arbeitstag nach Ihrer Krankmeldung bei Ihrem Arbeitgeber vorgelegt werden. Unternehmensintern kann aber auch die Anweisung bestehen, den Schein bereits am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit abzugeben. Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrem Arbeitgeber. Diesen sollten Sie außerdem am Morgen der Krankmeldung kontaktieren, um Ihr Fernbleiben mitzuteilen.
Auch Ihre IKK gesund plus benötigt den "gelben Schein" zur Prüfung Ihres Anspruches auf Krankengeld. Hier gilt eine Frist von sieben Tagen. Sie können den Krankenschein persönlich in einem unserer Geschäftsstellen abgeben oder auch per Post an unsere zentrale Anschrift senden. 

IKK gesund plus
39092 Magdeburg

Bei einer verspäteten Einreichung droht der Verlust des Krankengeldanspruches.
Sowohl beim Arbeitgeber als auch bei Ihrer Krankenkasse ist der AU-Schein im Original abzugeben. Die angegebenen Fristen gelten ebenfalls für Folgebescheinigungen.

Wie verhalte ich mich während meiner Krankschreibung?

Es gilt der Grundsatz: Tun Sie alles, was Ihre Genesung fördert und vermeiden Sie, was sie verzögert. Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie die Krankschreibung ernst nehmen und nicht arbeiten gehen. Nutzen Sie die Zeit, um sich auszukurieren. Dabei müssen Sie, wenn nicht anders verordnet, nicht ausschließlich im Haus bleiben – ein Spaziergang an der frischen Luft kann sogar förderlich für Ihre Gesundheit sein. Freizeitaktivitäten zum Vergnügen oder Gefälligkeitsarbeiten sollten Sie aber unterlassen.

Was ist, wenn ich mich vor Ende der Freistellung bereits wieder arbeitsfähig fühle?

Wenn Sie sich bereits vor dem Ablauf der Krankschreibung gänzlich genesen und wieder in der Lage fühlen, Ihrer Arbeit nachzugehen, können Sie dies aus rechtlicher Sicht ohne Beeinträchtigungen Ihres Versicherungsschutzes oder Ähnliches tun. Jedoch erlischt Ihre Krankschreibung, wenn Sie vorzeitig wieder Ihre Beschäftigung aufnehmen. Für den Fall, dass Sie anschließend ein Weiterbestehen der Krankheit feststellen, ist eine erneute Krankschreibung nötig.

Benötige ich im Urlaub einen Krankenschein?

Auch wenn Sie während Ihres Urlaubs erkranken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich eine Bescheinigung ausstellen lassen. Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit wird nicht auf Ihren Urlaubsanspruch angerechnet, die entsprechenden Tage können zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus dem Ausland verfahren Sie bitte ebenso, wie mit herkömmlichen Krankschreibungen. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber sowie Ihre IKK gesund plus außerdem umgehend per Telefon, eMail oder Fax.

Welche Informationen enthält der Schein?

Neben den Daten Ihrer elektronischen Gesundheitskarte und dem Namen des behandelnden Arztes, ist natürlich der Feststellungstag der Erkrankung sowie die voraussichtliche Dauer der Krankschreibung auf dem Schein vermerkt. Die verschlüsselte Diagnose ist auf den Seiten für die Krankenkasse und den Arzt zu finden, aus Datenschutzgründen jedoch nicht auf dem Krankenschein für den Arbeitgeber.

Was ist neu ab dem 01.01.2016?

Ab dem 01. Januar 2016 verändert sich der Umfang der gängigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Neben dem Durchschlag für den behandelnden Arzt, die Krankenkasse sowie den Arbeitgeber ist nun ein vierter Schein, ein Durchschlag zum Verbleib bei Ihnen vorgesehen. Weiterhin erhalten Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Die Ausfertigung zur Vorlage bei der Krankenkasse dient Ihnen zukünftig als Krankengeldauszahlschein, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger andauert. Zur Kennzeichnung des Krankengeldfalles steht dem behandelnden Arzt auf der Bescheinigung ein entsprechendes Feld zu Verfügung. Ein separater Auszahlschein wird Ihnen nicht mehr zugesandt.