Asthma und chronische Bronchitis

Sie werden regelmäßig von Hustenattacken geplagt oder geraten bei körperlicher Anstrengung schneller aus der Puste als früher? Nehmen Sie diese Beschwerden nicht auf die leichte Schulter, denn sie können auf eine ernste Erkrankung der Atemwege hindeuten. Denn von Asthma und chronischer Bronchitis sind längst immer mehr betroffen. Ob die Atemwege erkranken, hängt außer von einer gewissen erblichen Vorbelastung auch von Faktoren ab, die jeder Einzelne beeinflussen kann. Es gilt: Wer ein guter Manager seiner Krankheit wird, muss nicht an Lebensqualität einbüßen.

Therapiemöglichkeiten

Die chronische Bronchitis bessert sich in aller Regel, wenn die Auslöser wie der Zigarettenrauch gemieden werden. Bei leichtem Asthma können bronchienerweiternde Medikamente für akute Fälle von Atemnot als Therapie genügen. Natürlich sollten auch hier die Stoffe gemieden werden, die in der Regel die Anfälle auslösen.

Häufig lässt sich die Entzündung der Atemwege sowohl bei Asthma als auch bei Bronchitis nur mit einer Dauerbehandlung in den Griff bekommen, beispielsweise mit Kortison. Die benötigten Mengen sind äußerst gering. Außerdem wirkt das Kortison beim Inhalieren lokal auf die Bronchien und belastet den Organismus kaum. Angst vor einer Verwendung braucht hier also nicht aufkommen. Die Asthma-Therapie mit ergänzenden Maßnahmen zu unterstützen, kann sehr sinnvoll sein und sogar dazu führen, dass der Bedarf an Medikamenten sinkt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die medikamentöse Dauertherapie ohne Rücksprache mit dem Arzt abändern sollte!

Diese Verfahren haben sich als ergänzende Therapien bei Atemwegserkrankungen bewährt:

  • Klimatherapie: Aufenthalt in allergenarmen Regionen (Sinnvoll, wenn die Atemwegserkrankung allergischen Ursprungs ist.)
  • Sole-Inhalationen tragen zu besserem Abhusten des Schleims bei.
  • Atemmuskeltraining kräftigt die Muskeln, die an der Atmung beteiligt sind, verbessert die Beweglichkeit von Zwerchfell und Brustkorb, kräftigt Bauch-, Rücken- und Beckenmuskulatur - das Atmen fällt insgesamt leichter.
  • Atemtherapie: Den eigenen Atemrhythmus finden und fehlerhafte Abläufe und Blockierungen der Atmung überwinden.
  • Entspannungstechniken: Dazu zählen die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Hatha-Yoga und autogenes Training. Sie haben grundsätzlich einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Die Krankheit managen

In speziellen Schulungen können Sie lernen,

  • wie Ihre Medikamente genau wirken.
  • wie Ihre Medikamente richtig angewendet werden.
  • woran Sie rechtzeitig eine Verschlechterung der Erkrankung erkennen.
  • was im Notfall zu tun ist.

Mit diesem Wissen können Sie wesentlich leichter mit einer chronischen Erkrankung der Atemwege wie Asthma oder Bronchitis leben. Die Schulungen werden zum Beispiel von Kliniken oder niedergelassenen Ärzten angeboten. Die Kosten dafür übernimmt die IKK gesund plus.

Außerdem ist das Beherrschen des Peak-Flow-Meters wichtig. Der Peak-Flow-Meter ist ein kleines Messgerät, das den maximalen Luftstrom (engl.: peak flow) beim Ausatmen misst. Die Werte sollten regelmäßig, mindestens zweimal täglich, gemessen und in ein Asthma-Tagebuch eingetragen werden. Fallen die Werte im Laufe eines oder weniger Tage ab, so kann das auf eine Verschlechterung des Krankheitsbilds hindeuten. In diesem Fall muss die Dosierung der verordneten Medikamente entsprechend angepasst werden. Die Kosten für den Peak-Flow-Meter werden ebenfalls von der IKK gesund plus übernommen.

Sport treiben

Häufig kommt der Asthma-Anfall gerade bei körperlicher Anstrengung. Also am besten ganz darauf verzichten? Keineswegs: Sowohl Kindern als auch Erwachsenen mit chronischen Atemwegserkrankungen wird sogar ausdrücklich dazu geraten. Werden körperliche Betätigungen gemieden, sinkt die Schwelle, bei der die Beschwerden auftreten, immer weiter herab. Sportlich Trainierte hingegen haben seltener Luftnot - und können oft sogar ihren Bedarf an Dauermedikation senken.

Ideal sind alle Sportarten, die die Ausdauer fördern (Schwimmen, Walking, Joggen, Skilanglauf, Radfahren), außerdem Gymnastik, Tanz, und Spiele wie Tennis. Wichtige Tipps:

  • Lehrer, Betreuer oder Trainer sollten über die Erkrankung informiert sein und wissen, worauf sie im Notfall zu achten haben.
  • Ein Notfallspray gehört immer in die Sporttasche.
  • Vor dem Sport mit Gymnastik und Dehnübungen warm machen.
  • Regelmäßige Pausen einlegen.
  • Auf Sport besser verzichten, wenn erst kurz zuvor ein Asthma-Anfall aufgetreten ist oder sich die Erkrankung akut verschlechtert hat.

Asthmakrank durch den Job?

Auf der Liste der anerkannten Berufskrankheiten rangieren die chronischen Atemwegserkrankungen auf Platz vier. Am häufigsten von allergischem Asthma sind Bäcker und Konditoren betroffen. Bei ihnen beginnt die asthmatische Erkrankung mit dem so genannten Bäckerschnupfen. Innerhalb von mehreren Monaten bis zu einigen Jahren können sich die Symptome dann bis zum Asthma steigern.

Auslöser für Asthma können jedoch auch bestimmte chemische Substanzen sein, wie sie z.B. beim Löten, Schweißen oder Haarefärben entstehen. Betroffene sollten rasch aktiv werden und einen Betriebs- oder Facharzt aufsuchen, denn eine frühzeitige Diagnose hilft, Schlimmeres zu vermeiden. Lassen sich die Beschwerden eindeutig auf das Arbeitsumfeld zurückführen, sollten Betroffene mit ihrem Chef sprechen und mit dem technischen Aufsichtsbeamten ihrer Berufsgenossenschaft Kontakt aufnehmen. Mitunter können Staub, Gase und Dämpfe soweit reduziert werden, dass das Erkrankungsrisiko stark abnimmt bzw. bereits Erkrankte die Tätigkeit nicht aufgeben müssen. Dabei können sich Handwerksbetriebe auch von ihrer IKK vor Ort beraten lassen.

Hinweis: Jugendliche aus Allergikerfamilien bzw. Allergiker oder Asthmatiker sollten sich vor ihrer Berufswahl gezielt beim Arzt und Berufsberater informieren.