Asthma - Tipps und Empfehlungen

Bei einem Asthmaanfall ziehen sich die Muskelfasern krampfartig um die Atemwege zusammen. Es bildet sich ein zäher Schleim, der die Luftwege zusätzlich verengt. All dies erschwert den Luftaustausch in der Lunge. Die Folge ist Atemnot, die durch eine flache, schnelle Atmung und die aufkommende Angst noch gefördert wird. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, helfen z.B. die richtige Körperhaltung und eine gute Atemtechnik. Was Sie sonst noch beachten können, um das Leben mit Asthma so angenehm wie möglich zu gestalten, erfahren Sie hier.

Abnehmen hilft

Je mehr Pfunde ein Mensch mit sich herumträgt, desto größer ist auch das Risiko an Asthma zu erkranken. Als möglicher Auslöser werden Stoffe aus dem Fettgewebe verdächtigt, die Entzündungen auslösen können. Um diesen Zusammenhang zu bestätigen, wurden die Teilnehmer einer entsprechenden Studie nach ihrem Body Mass Index in drei Gruppen eingeteilt: in Normalgewichtige, Übergewichtige und stark Übergewichtige. Das Ergebnis: Übergewichtige Männer und Frauen mit zunehmendem Body Mass Index zeigten ein um bis zu 50 Prozent höheres Risiko für Asthma bronchiale als Normalgewichtige. Aber auch bei Übergewichtigen mit bestehendem Asthma fanden sich Hinweise darauf, dass durch eine Gewichtsabnahme eine Verbesserung der Lungenfunktion und der Asthmabeschwerden erreicht werden kann.

Spezielle Atemtechnik hilft in Stresssituationen

Bei einem Asthmaanfall führen Luftnot und Angst oft zu einer besonders flachen und schnellen Atmung. Um in dieser Stresssituation wieder entspannt atmen zu können, helfen bestimmte Entspannungs- und Atemtechniken. Die so genannte Papworth-Methode kann leichte asthmatische Beschwerden und Angstgefühle verringern. Verbesserungen der Lungenfunktion können dagegen mit dieser Methode nicht erreicht werden. Die Papworth-Methode beruht auf Atem- und Entspannungsübungen, bei denen die Nasenatmung sowie die Bauch- oder Zwerchfellatmung im Vordergrund stehen. Patienten, die zusätzlich zur Behandlung mit Medikamenten die Papworth-Methode anwenden, zeigen geringere asthmatische Beschwerden. Der Anteil tiefer und entspannter Atemzüge kann mit dieser Methode erhöht werden.

Füllstand der Dosieraerosole regelmäßig kontrollieren

Notfallmedikamente können nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn sie im Falle eines Falles auch einwandfrei funktionieren. Deshalb sollten Sie den Füllstand der Spraybehälter regelmäßig kontrollieren. Dazu können Sie das Dosier-Aerosol ohne Mundstückhalterung in ein Glas Wasser geben. Ein voller Behälter wird dann zu Boden sinken, ein halbvoller senkrecht im Wasser stehen bleiben. Schwimmt der Behälter hingegen oben, ist er leer.

Auch die richtige Handhabung des Sprays sollten Sie unbedingt beachten und regelmäßig durch Ihren Arzt kontrollieren lassen:

  • Vor der Anwendung das Spray kräftig schütteln, damit sich das Medikament mit dem Treibmittel gleichmäßig vermischen kann.
  • Dann die Dose kopfüber halten, den Sprühstoß auslösen und gleichzeitig langsam und tief einatmen.
  • Vor dem Ausatmen durch die Nase die Luft für fünf bis zehn Sekunden anhalten, damit sich das Medikament auf den Oberflächen der Atemwege absetzen kann.

Richtiger Hausputz

Eine geputzte Wohnung schützt offenbar wirksam vor Asthmaanfällen. In Wohnungen mit hohen Allergenkonzentrationen leiden Asthmatiker fast doppelt so häufig unter gesundheitlichen Beschwerden wie in gering belasteten Räumen. Für eine Studie bestimmten Forscher zunächst die Konzentrationen der wichtigsten Allergene von Hausstaubmilben, Hautzellen von Hunden und Katzen, Küchenschaben und einem Schimmelpilz in Testhaushalten. Einzelne Allergene fanden sich dabei selbst in den saubersten Wohnungen. In knapp der Hälfte der Haushalte waren jedoch drei oder mehr Allergene in erhöhten Konzentrationen nachweisbar.

In Wohnungen mit hohen Allergenkonzentrationen litten die Bewohner um 81 Prozent häufiger an Asthmazeichen als in Wohnungen mit niedriger Belastung. Demnach kann sich u.U. eine Verringerung der häuslichen Allergenbelastung günstig auf die Gesundheit von darin wohnenden Asthmatikern auswirken. Dies gilt insbesondere für Haushalte mit Rauchern und Haustieren sowie für feuchte Wohnungen, in denen die Allergenbelastung besonders hoch ist.

Im Ergebnis ist es also zu empfehlen, Böden und Polster gründlich zu saugen sowie Räume und Bettzeug regelmäßig zu lüften.

Reinigungs- und Raumsprays können Asthma auslösen

Wer seine Wohnung reinigt oder die Raumluft verbessern möchte, sollte lieber nicht zu einer Spraydose greifen. Denn der häufige Gebrauch von Raumsprays kann zu Atemwegsbeschwerden und asthmatischen Symptomen führen. Eine europäische Großstudie hat dies belegt. Keiner der Teilnehmer litt vor Beginn der Untersuchung an Asthma. Die Auswertung der Studie ergab, dass

  • Atemwegsbeschwerden und Anzeichen von Asthma bei den Anwendern von Reinigungs- oder Raumluftsprays umso häufiger auftraten, je öfter diese Mittel eingesetzt und je mehr verschiedene Sprays benutzt wurden.
  • bereits der einmalige Spraygebrauch pro Woche das Risiko für Atemprobleme um das Anderthalbfache erhöhte (im Vergleich zu jenen Teilnehmern, die auf Sprays verzichteten).
  • bei viermal wöchentlichem Gebrauch sich das Risiko sogar verdoppelte.

Welche Inhaltsstoffe der Sprays für die Entwicklung der Asthma-Symptome verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Dennoch sollten auch Asthmatiker vorsorglich auf solche Sprays verzichten.

Weniger Salz ist ratsam

Eine kochsalzarme Ernährung kann bei erwachsenen Asthmatikern zu einer Verbesserung der Atemfunktionen führen. Laut mehrerer Studien verbessert eine salzarme Diät bei Erwachsenen mit Asthma bronchiale schon binnen weniger Wochen die Lungenfunktion. Außerdem reagieren ihre Bronchien weniger empfindlich und neigten bei körperlicher Anstrengung seltener zur Verengung. Salz ist unbestritten ein lebenswichtiger Bestandteil der Ernährung. Der in den westeuropäischen Ländern übliche Konsum von 10 bis 12 Gramm Kochsalz pro Tag gilt jedoch als zu hoch. Sie empfehlen höchstens 6 Gramm pro Tag mit der Nahrung aufzunehmen.

Wo Sie am besten den Urlaub verbringen

Bei der Wahl des Urlaubsortes sollten Asthmatiker auch an ihre Gesundheit denken. Kurorte in den Bergen zeichnen sich zwar durch eine schadstoffarme Luft aus, aber aufgrund des geringeren Luftdrucks sind Höhen deutlich über 1.000 Meter für Asthmatiker mit Sauerstoffmangel nicht zu empfehlen. Ein Urlaub an der See kann sich dagegen nachweislich günstig auf den Verlauf von chronischen Atemwegserkrankungen auswirken. Von Vorteil bei einem Aufenthalt an der See ist vor allem der generell höhere Luftdruck. Hinzu kommen die meist hohe Luftfeuchtigkeit sowie die schadstoff- und pollenarme Luft. Allerdings sollten Sie bedenken, dass der positive Einfluss des Meeresklimas bereits wenige Kilometer hinter der Brandungszone nachlässt. Auch gibt es derzeit keine Belege dafür, dass Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen von einer dauerhaften Verlegung des Wohnortes an die See profitieren.

Internetforum für Asthma-Patienten

Die Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. bietet auf ihrer Internetseite ein moderiertes Forum für Asthmatiker an. Es soll Betroffenen und deren Angehörigen die Möglichkeit geben, sich über die Erkrankungen zu informieren und die Erfahrungen anderer zu nutzen. Ein zu diesem Zweck gebildetes Team aus Ärzten und Patienten soll die Teilnehmer an dem Forum mit Experten- und Laienkompetenz beraten und unterstützen. Zu den Themen, die bisher in dem Forum behandelt wurden, gehören unter anderem Fragen nach der richtigen Behandlung, der Abhängigkeit von Medikamenten, Asthma und Sport oder der psychischen Belastung bei Asthma.

Merkblatt über Asthma

Wie funktioniert die Atmung? Wie wirkt sich Asthma auf die Atmung aus? Und wie wirken Medikamente gegen Asthma? Auf all diese Fragen gibt es verständliche Antworten in einem Merkblatt auf der Internetseite www.gesundheitsinformation.de.

In diesem Merkblatt zum Thema "chronisches Asthma" erhalten Sie neben Informationen zur Krankheit einen Überblick über die Wirkweise der aktuell empfohlenen Medikamente. So wird erklärt, wie die Medikation vom Schweregrad der Erkrankung abhängt, welche Medikamente dauerhaft und welche nur im Notfall anzuwenden sind, aber auch mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist. Zusätzlich informiert das Merkblatt über Möglichkeiten, mit denen der Patient neben der Einnahme von Medikamenten noch zur Verringerung seiner Beschwerden beitragen kann.

Die Gesundheitsinformationen werden von Experten aus Forschung, Medizin und Krankenpflege erstellt und vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) herausgegeben. Hiermit erfüllt das IQWiG einen Teil seines gesetzlichen Auftrages, der unter anderem in der Aufklärung der Öffentlichkeit in gesundheitlichen Fragen besteht. Seine Informationen und Empfehlungen basieren auf neuesten Forschungsarbeiten, wobei auch das Für und Wider einer Behandlungsmethode berücksichtigt wird.