Unsere Augen – Die häufigsten Erkrankungen und was dahinter steckt

Unser Auge ist ein hochkomplexes Organ und vermittelt uns die meisten Umwelteindrücke. Bis zu zehn Millionen Informationen nehmen wir pro Sekunde über die Augen wahr. Umso wichtiger ist es, dass sie gesund bleiben. Von Entzündungen ist meist die Bindehaut betroffen. Die Symptome sind dabei: Rötung, Juckreiz, Schwellung. Gelegentlich verklebt eitriges Sekret die Lider. Entzündungen sind unangenehm, ärztlich behandelt aber meist harmlos.
Etliche Augenerkrankungen allerdings können die Sehfähigkeit beeinträchtigen, mitunter erheblich oder sie führen gar zur Erblindung. Daher ist es wichtig, die jeweils typischen Symptome frühzeitig zu erkennen und einzuordnen. Zwei der schwerwiegenderen Augenerkrankungen im Alter sind der graue und grüne Star.

Einfach ausgedrückt ist der graue Star (Katarakt) eine Trübung der Augenlinse, die direkt hinter der farbigen Iris sitzt. Diese Erkrankung kann angeboren sein, durch Augenverletzungen entstehen oder von Medikamenten verursacht werden. Am häufigsten jedoch tritt sie bei älteren Menschen auf. Dies liegt daran, dass sich die sonst klare Linse im Laufe des Lebens eintrübt und nicht mehr ganz lichtdurchlässig ist. Deshalb färbt sich die Pupille bei Betroffenen auch grau ein. Im weiteren Verlauf verwischen Konturen, das Bild wird für den Erkrankten milchig und Farben verlieren an Leuchtkraft. Abhilfe kann derzeit nur eine Operation leisten. Diese birgt kaum ein Risiko. Dabei wird nicht nur der Graue Star geheilt, unter Umständen können auch vorher bestehende Fehlsichtigkeiten behoben werden. Während der Operation wird die eingetrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.

Diese auch mit dem Sammelbegriff "Glaukom" bezeichneten Krankheiten sind die häufigste Erblindungsursache in den Industrienationen. Dabei wird direkt der Sehnerv geschädigt. Meist gehen sie mit einem erhöhten Augeninnendruck einher, der die Blutversorgung beeinträchtigt. Dadurch kann der Sehnerv nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Das gefährliche am Glaukom ist sein schleichender Fortschritt. Nach den ersten irreparablen Schädigungen des Sehnervs werden Objekte am Rande des Sehfeldes nicht mehr wahrgenommen. Diese Beeinträchtigungen rücken dann immer weiter ins zentrale Sehfeld und engen dieses ein. Deshalb ist es sehr wichtig, ca. ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt zu gehen.

Hinweis: Ihr Augenarzt kann Ihnen eine Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung (mit oder ohne zusätzlicher Augenspiegleung) anbieten. Ist dies eine reine Vorsorgeuntersuchung, handelt es sich um eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die Sie selbst zahlen müssen. Sie entscheiden als Patient/in, ob Sie dieses Angebot nutzen möchten oder nicht.

Aus medizinischer Sicht ist eine akute Netzhautablösung ein Notfall, der schnell behandelt werden muss. Das Auge droht nämlich zu erblinden. Die Netzhaut bildet die Innenauskleidung des hinteren Augapfels und versorgt die Sinnes- und Nervenzellen dort mit Sauerstoff und Nährstoffen. Fällt dies weg, sterben diese ab. Es ist auf jeden Fall Eile geboten. Die Ursachen für eine Netzhautablösung können von diversen Augenerkrankungen bis hin zu äußeren Einflüssen wie Prellungen gehen. Charakteristische Symptome sind Sehstörungen wie Lichtblitze (auch bei geschlossenem Auge), rote und schwarze Punkte (Rußregen) oder ein dunkler Vorhang, der sich ins Blickfeld schiebt. Üblicherweise wird eine erst beginnende Netzhautablösung per Laserbehandlung korrigiert. Ist sie bereits weiter fortgeschritten, wird eine augenchirurgische Operation nötig.