Wenn der Nacken schmerzt

Meist kommt der Schmerz ganz plötzlich. Der Kopf lässt sich nicht mehr oder nur noch schwer drehen. Ausgelöst wird der steife Hals durch Kälte, Zugluft oder eine ruckartige Bewegung am Hals. Die Ursachen liegen tiefer: Verspannte Muskeln, hervorgerufen durch einseitige Haltungen und Belastungen, zum Beispiel beim Sitzen oder Liegen. Bringt dann ein offenes Fenster nachts kalte Zugluft, wird das Aufstehen am nächsten Morgen zur Qual. Gefährlich sind Kälte und Zugluft auch, wenn Sie schwitzen. Diese Kombination tritt oft beim Autofahren und bei heißem Wetter auf: Sie steigen verschwitzt ins Auto und das heruntergekurbelte Fenster soll Erfrischung verschaffen, was aber im Gegenteil jedoch zu Nackenschmerzen führen kann. Richtig unangenehm wird es, wenn Kopfschmerzen hinzukommen, der Schmerz in den Arm ausstrahlt oder Nerven gereizt oder geschädigt werden.

Erste Hilfe bei akuten Beschwerden

Was genau für den steifen Hals verantwortlich ist, ist bislang ungeklärt. Experten vermuten, dass der Muskel verkrampft oder kleine Risse und Blutungen entstehen. Beides kann passieren, wenn ein kalter Muskel plötzlich bewegt wird. Trotzdem können Sie einiges tun, um den akuten Schmerz zu lindern und den Kopf wieder frei bewegen zu können:

  • Wärme durchblutet den Muskel und lindert den Schmerz. Auch kleine Risse im Muskel können schneller abheilen. Wickeln Sie einen Schal um den Hals, setzen Sie sich unter ein Rotlicht oder legen Sie ein aufgewärmtes Kirschkernkissen auf.
  • Salben, Bäder und Einreibungen, z.B. mit Cayennepfeffer, Benzylnikotinat, Salicylat, fördern ebenfalls die Durchblutung und wirken schmerzstillend.
  • Sanfte Massagen lösen Verspannungen.
  • Bewegen Sie sich vorsichtig, nicht ruckartig. Selbst bei starken Schmerzen sollten Sie sich aber schnellstmöglich wieder leicht bewegen. Die Muskulatur zu schonen, verlängert die Beschwerden.
  • Bei sehr starken Schmerzen kann es sinnvoll sein, ein Schmerzmittel zu nehmen, damit Sie schneller in Bewegung kommen. Lassen die Schmerzen auch nach einigen Tagen nicht nach, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

So beugen Sie Muskelverspannungen vor

Regelmäßige Bewegung stärkt und lockert die Nackenmuskulatur. Sie stabilisiert die Knochen, kräftigt die Muskeln und wirkt Verspannungen entgegen. Bauen Sie die Bewegung in ihren Tagesablauf ein: fünf bis zehn Minuten spazieren gehen. Das gelingt, indem Sie ein oder zwei Stationen früher aus der Bahn steigen oder vom Auto ein Stück auf das Rad umsteigen. Überwinden Sie Stockwerke, indem Sie alternativ zu Rolltreppe oder Fahrstuhl die Treppe benutzen. Schwimmen ist gerade für Untrainierte als Ausgleich zur Arbeit gut geeignet. Wer viel sitzt, baut Pausen zur Entspannung ein und steht öfter mal auf. Sorgen Sie für optimale Sitzverhältnisse. Vieltelefonierer arbeiten entspannter mit einem Headset oder einer Freisprechanlage. Wenn Sie sich außerdem möglichst aufrecht und unverkrampft halten sowie Zugluft vermeiden, sollte der nächste steife Hals lange auf sich warten lassen.