Wer denkt, dass Rheuma nur bei älteren Menschen vorkommt, der irrt. Auch junge Leute und Kinder können unter entzündlichen Gelenkerkrankungen leiden. Hinter dem Begriff Rheuma verbergen sich mehr als 450 verschiedene Krankheitsformen. Ihnen gemeinsam ist, dass die Erkrankung mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden ist.

Diese vier großen Hauptgruppen werden unterschieden:

  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Arthose)
  • Weichteilrheumatismus (z.B. Fibromyalgie)
  • Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (z.B. Gicht)

Laut Schätzungen sind 15.000 Kinder unter 16 Jahren an chronischem Rheuma erkrankt. Häufig handelt es sich dabei um die juvenile idiopathische Arthritis. Je nach Ausprägung kann sie mit schmerzhaften Gelenkschwellungen, Sehnen- oder Augenentzündungen verbunden sein.

Rheuma bei Kindern – die Anzeichen erkennen

Entzündlich rheumatische Erkrankungen bei Kindern zeigen sich häufig nach Infektionen. Die meisten lassen sich gut behandeln und klingen nach Tagen, Wochen, manchmal aber auch erst nach Monaten ohne Folgen ab. Chronische Rheumaerkrankungen dagegen beginnen oft harmlos ohne vorherige Erkrankung. Schmerzen, Schwellung, Erwärmung oder Rötung in Gelenken oder Gliedmaßen bleiben bestehen und schreiten fort, bis es schließlich zu Gelenkschädigungen kommt. Nicht immer ist es für Eltern einfach, die Anzeichen richtig zu deuten. Denn Kinder klagen weniger über Schmerzen und Bewegungseinschränkungen als Erwachsene. Erste Zeichen werden daher häufig nicht erkannt und die Kinder als faul oder ungezogen hingestellt. Bei folgenden Anzeichen sollten Eltern aufhorchen.

Hinweise auf eine rheumatische Erkrankung beim Kind:

  • Steife Gelenke am Morgen Schmerzen nach dem Aufstehen
  • Schonhaltungen, die betroffenen Kinder bewegen und belasten das erkrankte Gelenk weniger und führen Ausweichbewegungen durch
  • Gelenkschwellungen
  • Überwärmung einzelner Gelenke
  • Kinder, die laufen können, aber wieder getragen werden wollen
  • Schwierigkeiten beim Anziehen, Greifen oder Schreiben
  • Augenentzündungen

Die richtige Therapie

Gibt es Hinweise auf eine Rheumaerkrankung beim Kind, sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden. Aus vielen verschiedenen Puzzleteilen gilt es dann, die richtige Diagnose zu stellen. Gerade bei Rheumaerkrankungen kann dies schwierig sein. Eine gute Anlaufstelle sind Rheumaambulanzen und Rheumakliniken speziell für Kinder. In diesen Einrichtungen gibt es Ärzte und andere Therapeuten, die sich auf Rheumaerkrankungen im Kindes- und Jugendalter spezialisiert haben. Bei einer rechtzeitigen Behandlung mit Medikamenten und Physiotherapie können Schmerzen und Entzündungen abklingen und ein Fortschreiten von Gelenkschädigungen aufgehalten werden. 

Weitere Hilfe für Betroffene

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen beim Kind, die Suche nach der Diagnose, Schulausfall, Arztbesuche und Klinikaufenthalte – eine rheumatische Erkrankung ist für die gesamte Familie eine große Belastung. Psychologische Hilfe und Beratung in sozialen Fragen ist in vielen Fällen nötig. Die Deutsche Rheuma-Liga hilft mit Broschüren, Beratungsangeboten per Telefon oder Internet, regionalen Elternkreisen, Adresslisten von Rheumaambulanzen und -kliniken für Kinder und mehr.

Tipp: Eltern und betroffene Kinder sowie jugendliche Rheumatiker finden eigene Infoportale mit zahlreichen Angeboten und Foren zum Austausch im Internet unter: www.rheuma-liga.de