Schwindel – Alarmzeichen des Körpers

Wenn der Boden schwankt, sich alles dreht und einem schwindelig ist, schlägt das Gehirn Alarm. Dies ist ein Hinweis auf eine Störung des Gleichgewichtssystems. Kennen Sie das auch? Schwindel ist ein Zeichen dafür, dass das Gleichgewichtsorgan im Ohr andere Informationen an das Gehirn sendet als z.B. die Augen. Die Folge ist eine fehlende räumliche Orientierung. Solange das Schwindelgefühl nur gelegentlich und kurzzeitig auftritt, wie etwa bei einer Karussell- oder Schifffahrt, gibt es keinen Anlass zur Sorge. Kommt es jedoch wiederholt zu Schwindelattacken oder dauert der Schwindel über einen längeren Zeitraum an, sollten Sie die Ursachen mit einem Arzt abklären und die Behandlung besprechen.  

Wie fühlt sich der Schwindel an?

Die Schwindelformen sind unterschiedlich. Je nachdem wie sich der Schwindel anfühlt, kann es sich u.a. um die folgenden Arten handeln:

  • Drehschwindel: Der Attackendrehschwindel tritt plötzlich und heftig auf und dauert meist nur wenige Sekunden/Minuten an. Die Betroffenen haben ein starkes Drehgefühl. Dauert der Schwindel jedoch über mehrere Tage an, spricht man von einem anhaltenden Drehschwindel. Die Begleitsymptome sind meist Übelkeit, Augenzittern und ein schweres Krankheitsgefühl.

  • Schwankschwindel/Benommenheitsschwindel: Dieser Schwindel ist durch Stand- und Gangunsicherheiten gekennzeichnet. Übelkeit und Erbrechen treten hier weniger häufig auf, jedoch kommt es vermehrt zu Doppelt- und Verschwommensehen. Zum Schwankschwindel gehört auch der Bewegungsschwindel, bei dem der Seheindruck und die Bewegungswahrnehmung vom Gehirn fehlerhaft verglichen werden. Hierzu zählen die See-, Reise- und Flugkrankheit.

  • Liftschwindel: Bei dieser Schwindelart haben die Betroffenen das Gefühl, nach unten gezogen zu werden.

  • Lagerungsschwindel: Tritt überwiegend bei Lageveränderungen des Kopfes auf und dauert meist nur wenige Sekunden an.

Was sind die Ursachen?

Senden die drei Sinnessysteme Auge, Muskelsensoren und Gleichgewichtsorgan im Innenohr unterschiedliche, nicht zueinander passende Signale an das Gehirn weiter, kann es zu Schwindel kommen. Warum es bei diesen Sinneswahrnehmungen zu Störungen kommt, kann sehr verschiedene Gründe haben:

  • Entzündungen des Gleichgewichtsnervs
  • Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr
  • Durchblutungsstörungen im Gehirn
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Erkrankungen des Gehirns (z.B. Alzheimer, Demenz oder Migräne)
  • Erkrankungen der Augen
  • außergewöhnliche Stressbelastungen
  • anhaltende Angststörung (z.B. Platz- oder Höhenangst)
  • Schäden an der Halswirbelsäule
  • Lähmung der Gleichgewichtssteuerung im Kleinhirn durch Drogen- und Alkoholkonsum

Nehmen Sie das Symptom Schwindel bei länger andauerndem Auftreten stets ernst. Das Schwindelgefühl ist ein Alarmzeichen des Körpers und des Gehirns. Lassen Sie die Ursache von Ihrem Arzt abklären.

Was Sie tun können

Zur Vorbeugung gegen kurzzeitig auftretenden Schwindel empfehlen wir Ihnen für ein gesundes Gleichgewicht im Körper zu sorgen. Langsames Aufstehen und keine plötzlichen Bewegungen und Drehungen sind z.B. kleine Maßnahmen, die sich positiv auswirken. Ein gezieltes Gleichgewichtstraining und regelmäßige körperliche Aktivität können Ihnen zudem helfen, mehr Bewegungssicherheit zu erlangen. Auch eine ausgewogene Ernährung, Stressabbau und das Vermeiden von Alkohol und Nikotin sind hierbei wichtige Faktoren.