Medikamente und Lebensmittel – Vorsicht vor Wechselwirkungen

Verschiedene Medikamente, welche gemeinsam eingenommen werden, können untereinander zu Wechselwirkungen führen. Dies ist vielen Menschen bekannt. Aber wussten Sie, dass auch Ihr morgendlicher Kaffee oder die Milch für das Müsli Einfluss auf eingenommene Arzneimittel haben können?
Wir stellen Ihnen einige Lebensmittel vor, bei deren Genuss Sie Vorsicht walten lassen sollten, wenn Sie zeitgleich Medikamente einnehmen.

Essen mit Bedacht
Zwei oder sogar mehr Medikamente zusammen einnehmen? Bei den meisten Patienten schrillen hier die Alarmglocken und Sie fragen ihren Arzt um Rat. Über die Nahrungsmittel, die sie während einer Behandlung mit Medikamenten zu sich nehmen, machen sich jedoch die wenigsten von ihnen Gedanken. Dabei reagieren über 300 Arzneistoffe, die in mehr als 5.000 Medikamenten zu finden sind, auf alltägliche Lebensmittel. Dies äußert sich mitunter in einer verstärkten oder abgeschwächten Wirkung, des Weiteren können auch mögliche Nebenwirkungen häufiger auftreten. Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie solche, die viele verschiedene Medikamente zugleich einnehmen müssen, sollten ihren Speiseplan mit Bedacht zusammenstellen.

Achtung, Wechselwirkung!
Bei diesen Lebensmitteln ist Vorsicht geboten:

Sie nehmen ein Antibiotikum zu sich? Dann sollten Sie in dieser Zeit ein besonderes Augenmerk auf Ihren Verzehr von Joghurt, Käse und Co. haben. Der enthaltene Stoff Kalzium geht nämlich eine Verbindung mit dem jeweiligen Wirkstoff ein, der vom Körper nicht aufgespalten werden kann. Das Medikament wird wirkungslos. Um dies zu verhindern, sollten Sie mindestens zwei Stunden warten, bis Sie Milchprodukte verzehren. Der Wirkstoff Penicillin ist von dieser Wechselwirkung nicht betroffen.

Auch bei Nieren und Blasenerkrankungen werden u.a. Antibiotika verschrieben. In Verbindung mit Kaffee kann sich dies jedoch negativ auf Ihre körperliche Verfassung auswirken. Durch das Arzneimittel wird das Koffein nur schlecht abgebaut, Herzrasen und Schlafstörungen können die Folge sein.
Ihre Wirkung einbüßen können Medikamente gegen Anämie (Blutarmut), wenn Sie zusammen mit dem Wachmacher oder auch Tee eingenommen werden. Besser ist es, ebenfalls zwei Stunden vergehen zu lassen.

Die Zitrusfrucht wird, infolge ihres hohen Vitamin-C-Gehaltes, sonst eher als gesundheitsfördernd eingeschätzt. In Bezug auf Medikamente gilt dies jedoch nicht: Viele Arzneien, darunter Cholesterinsenker, Mittel gegen Bluthochdruck oder Epilepsie, vertragen sich nicht mit der Grapefruit sowie mit der verwandten Pampelmuse und Pomelo. Einige Inhaltsstoffe in den Früchten sorgen dafür, dass Bestandteile der Medikamente im Körper nicht umgewandelt werden. Dadurch wirken sie stärker als gewöhnlich. Andere Stoffe werden schlechter übertragen und die entsprechenden Arzneien verlieren an Wirkung. Verzichten Sie aus diesem Grund besser auf die Südfrüchte, wenn Sie auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen sind.

Lebensmittel wie Salami, Käse, Brathering und Sojasoße bilden durch ihre lange Lagerung den Stoff Tyramin. Werden zeitgleich Medikamente gegen Depression oder Parkinson eingenommen, kann dieser nicht mehr optimal abgebaut werden, was Bluthochdruck nach sich ziehen kann. Blutdrucksenker wiederrum wirken in Verbindung mit diesem Stoff schlechter.

Lebensmittel, die Vitamin K enthalten, unterstützen den Aufbau von Eiweißen, die zur Blutgerinnung benötigt werden. Aus diesem Grund wirken Gerinnungshemmer in Kombination mit Blattspinat oder Grünkohl schwächer als gewöhnlich.

Der Genuss von Alkohol und fettigen Speisen sollte auch unter herkömmlichen Bedingungen möglichst gering gehalten werden. In Verbindung mit Medikamenten üben Sie jedoch lieber den kompletten Verzicht. So wird der Alkoholabbau im Körper von einigen Arzneimitteln gehemmt, was Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen kann.

Fett wird in der Leber abgebaut – dort, wo auch Arzneimittel "vorgespalten" werden. Ist das Organ nun mit dem Abbau des deftigen Essens beschäftigt, können Tabletten und andere Präparate ohne Wirkungsverlust in den Organismus gelangen, was sie wiederrum verstärkt.

Sie möchten wissen, ob das von Ihnen eingenommene Medikament negative Wechselwirkungen mit bestimmten Lebensmitteln eingeht? Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Sie umfassend beraten.