Brot - deutsche Tradition mit Vielfalt

Das beliebte Grundnahrungsmittel zeigt sich in Deutschland besonders vielfältig. Die Bäckermeister bieten zahlreiche Brotvarianten, für jeden Geschmack etwas. Doch in welche Brotsorten wird unterschieden? Es sollen mehr als 300 Brotsorten allein in Deutschland existieren – weltweit einmalig. Doch warum ist das so? Die Gründe dafür liegen vor allem in der Getreidevielfalt Mitteleuropas aufgrund der günstigen Klimabedingungen und der Bodenbeschaffenheit, der Mehl-, Zutaten- und Zubereitungsvielfalt sowie der Kleinstaaterei der vergangenen Jahrhunderte, speziell im Gebiet des heutigen Deutschlands.

Geschichtliches in Kürze

Vor ca. 10.000 Jahren begann der systematische Anbau von Getreide. Das gemahlene Getreide wurde mit Wasser vermengt und auf heißen Steinen als Fladenbrot gebacken. Mehrere Erfindungen haben das Brotbacken weiterentwickelt. Zum einen war dies der Bau von Backöfen, was das Backen von Brotlaiben ermöglichte, und zum anderen die Entdeckung von Hefen und deren Wirkung. Die Brote wurden lockerer und schmackhafter. Die Methode der Sauerteiggärung nahm vor über 5.000 Jahren ihren Anfang. Dabei waren die Ägypter die ersten, die Hefe für die Herstellung von Brot kultivierten. Später verbreiteten sich die Brotbackkenntnisse über Griechenland bis nach Zentraleuropa. Die Römer perfektionierten das überlieferte Wissen mit dem Bau von Mühlen und einer Vorrichtung zum Teigkneten. So konnte eine römische Großbäckerei bereits vor ca. 2.000 Jahren etwa 36.000 kg Brot pro Tag herstellen. Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde das Weißbrot zu einem Luxusgut. Die ärmeren Bevölkerungsschichten konnten sich nur dunkles Brot leisten. Dies blieb bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts unverändert. Dann kam das Vollkornbrot in Mode. Später galt es aufgrund seiner langen Haltbarkeit und dem hohen Nährstoffgehalt sogar als perfekte Kriegsnahrung.

Brotsortenvielfalt

In Westeuropa besteht die größte Vielfalt an Brotsorten. In anderen Gegenden sind brotähnliche Produkte typischer. Sicher kennen Sie auch die orientalischen Fladenbrote, die indischen Chapatis, Papadams, das pakistanische Puri, die mexikanischen Tortillas oder die australischen Damper. In China sind gedämpfte Hefeteigbrötchen verbreitet. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht der Einteilung der Brotsorten in Deutschland.?

Normale Brote

Weizen-/Roggenbrot mind. 90 Prozent Weizen/Roggen
Weizen-/Roggenmischbrot 51 bis 89 Prozent Weizen/Roggen

Vollkorn- und Spezialbrote

Besondere Getreidearten: Dreikornbrot, Vierkornbrot, Fünfkornbrot, Gerstenbrot, Haferbrot, Maisbrot, Hirsebrot, Buchweizenbrot
Besondere pflanzliche Zugaben: Weizenkeimbrot, Malzkornbrot, Leinsamenbrot, Sojabrot, Rosinenbrot, Kartoffelbrot, Gewürzbrot, Zwiebelbrot, Olivenbrot
Besondere tierische Zugaben: Milchbrot, Sauermilchbrot, Joghurtbrot, Kefirbrot, Quarbrot, Butterbrot
Besondere Backverfahren: Holzofenbrot, Steinofenbrot, Pumpernickel, Knäckebrot
Diätische Brote: Diabetikerbrot, glutenfreies Brot, eiweißarmes Brot
Weißbrote: deutsches Weißbrot, Ciabatta, Kaviarstange, Baguettestange, Fladenbrot

Kleingebäcke als ideale Ergänzung

Die Kleingebäcke sind in Deutschland je nach Region sehr unterschiedlich. Zu ihnen gehören die Brötchen, Semmeln, Schrippen, Stangen, Brezeln und Hörnchen. Das klassische Kleingebäck ist das aus Weizenmehl gebackene Brötchen. Wie auch beim Brot gibt es hier viele Variationen. Besonders kräftig und würzig sind die Laugengebäcke. Auch die Zugaben für "Oben-Drauf" sind vielfältig und reichen,von Sesam über Mohn bis hin zum Kümmel. Sehr beliebt sind hierzulande auch die süßen Varianten, wie z.B. das Hörnchen, Croissant oder Rosinenbrötchen.