Anis – Süßes Adventsgewürz

Ein klarer und kalter Wintertag, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt – und mittendrin ein charakteristischer Duft, der uns sofort an die schönste Zeit des Jahres denken lässt. Anis ist eines der beliebtesten Gewürze in der Adventszeit. Leckere Bonbons und Plätzchen, aber auch wärmende Getränke und herzhafte Speisen gewinnen dadurch einen Hauch von Weihnachten.

Dabei ist seine Heimat die warme und sonnige Region des Mittelmeerraums: In der Türkei, Griechenland, Italien und Spanien wächst die etwa 60 cm hohe Pflanze. Aber auch in Indien, Russland sowie Mittel- und Südamerika wird sie angebaut. Sie bildet Dolden aus, in denen kleine weiße Blüten sitzen, die schließlich zu den Samenkörnern werden. Ihre Reifezeit ist etwa im August und September.
Das Würzmittel, welches auch "süßer Kümmel" oder "Brotsamen" genannt wird, ist geschmacklich süß und ähnlich wie Lakritz. Mahlen Sie die Samen, entfaltet sich das volle Aroma besonders gut, allerdings verflüchtigt es sich an der Luft schnell. Verarbeiten Sie Anis deshalb am besten frisch und bewahren Sie es in einem luftdichten Gefäß auf.

Was wäre die Festtagsküche ohne die Würze von Anis? Als Zugabe im Rotkohl, bei schmackhaften Wildgerichten oder dunklen Soßen kommt das würzige und etwas schwere Aroma besonders gut zur Geltung und rundet das Weihnachtsessen ab. Aber auch typische Backwaren sind undenkbar ohne die Zugabe des Gewürzes: Anisplätzchen, Lebkuchen und Pfeffernüsse verlangen geradezu nach einer Prise davon. Weihnachtlicher Tee und Punsch wärmt, mit dieser Würzmischung versetzt, noch angenehmer durch.
Anis im Essen hat mehrere Vorteile, denn es ist nicht nur ein wohlschmeckendes Gewürz, sondern regt auch die Verdauung an. Dies tut besonders zu den üppigen Mahlzeiten der Weihnachtsfeiertage gut, die durch diese Zutat nicht ganz so schwer im Magen liegen. Stillenden Müttern wird der Genuss von Anis empfohlen, da es die Milchbildung anregt. Nicht zuletzt ist es ein lang bewährtes Heilmittel bei Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen. Als Tee genossen oder in Form von Anisöl auf die Brust gerieben, wirkt sie als Heilpflanze wohltuend.

Sowohl als Geschmacksträger als auch als hübsche Dekoration ist der Sternanis sehr beliebt und findet so doppelte Verwendung – besonders zur Weihnachtszeit. Aus botanischer Sicht ist er nicht mit dem herkömmlichen Anis verwandt, denn er stammt von einem sechs bis zehn Meter hohen Baum in Südchina und kann mehrmals im Jahr geerntet werden. Geschmacklich sind sich diese beiden jedoch sehr ähnlich, Sternanis zeichnet sich lediglich durch sein etwas volleres Aroma aus. Diese Gemeinsamkeit hat ihren Ursprung übrigens in einem gleichen Inhaltsstoff: Das Öl "Anethol" sorgt für den charakteristischen Anisgeruch und Geschmack.