Kümmel - vielseitig und gesund

Er ist eines der ältesten Gewürze der Welt und zeigt sich vielseitig. Ob in der Küche oder als Hausmittel - Kümmel sorgt für würzigen Geschmack bei zahlreichen Speisen und für Linderung bei manchem Wehwehchen. Doch warum sind die Kümmelsamen so gesund?

Kümmel gehört zu den ein- bis zweijährigen Pflanzen aus der Familie der Doldengewächse und er ist in ganz Europa heimisch. Seine verdauungsfördernde Wirkung und die einzigartige Würzkraft waren bereits in der Stein- und Bronzezeit bekannt. Im Mittelalter war es sogar üblich, nach großen Festessen "Kümmel in Zucker" zu essen, so dass Blähungen vorsorglich gelindert wurden. Doch was steckt drin im Kümmel und bei welchen Beschwerden kann er helfen? Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick.

Stark durch gesunde Inhaltsstoffe

Die kleinen sichelförmigen Samen der Kümmelpflanze sind reich an ätherischem Öl und enthalten zudem Flavonoide, Eiweiße und Zuckerstoffe. Vor allem das Kümmelöl zeigt im Körper seine positive Wirkung. Es sorgt für eine vermehrte Magensäureproduktion und ist somit appetitfördernd. Die magen- und darmanregenden sowie krampflösenden Effekte sind auf die Entspannung der Muskulatur im Verdauungstrakt zurückzuführen, die Kümmelöl günstig beeinflusst. Zudem hat das intensiv riechende Öl antibakterielle Eigenschaften. Kombiniert man Kümmel zusätzlich mit Anis und Fenchel, können sich diese speziellen Wirkungen verstärken.

Tipps zur Anwendung

Im Bauch plagen Sie nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln oder einem großen Essen unangenehme Blähungen oder ein Völlegefühl? Trinken Sie nach der Mahlzeit in kleinen Schlucken einen warmen Kümmeltee oder zu besonderen Anlässen einen Verdauungsschnaps aus Kümmel, besser bekannt als "Aquavit". Für den Tee übergießen Sie einfach einen Teelöffel zerstoßenen Kümmelsamen mit ca. 250 ml heißem, nicht kochendem Wasser; anschließend zehn Minuten ziehen lassen.

Versuchen Sie als Alternative eine wohltuende Bauchmassage mit einem Mix aus Kümmel- und Olivenöl (fünf Tropfen Kümmelöl auf 20 ml Olivenöl). Massieren Sie immer im Uhrzeigersinn. Die entspannende Wirkung können Sie dann erstaunlich schnell spüren.

Auch bei Migräne und Spannungskopfschmerzen können die besonderen Effekte des Kümmelöls helfen. Dazu müssen Sie nur eine kleines Stoffsäckchen mit zermahlenem Kümmel füllen, in heißes Wasser legen, anschließend ausdrücken, auf die schmerzende Stelle legen und wenn nötig befestigen.

Nicht verwechseln: Kreuzkümmel und Kümmel

Die Samen des Kreuzkümmels und des herkömmlichen Kümmels sind zwar nah miteinander verwandt und sehen sich zum Verwechseln ähnlich, sind jedoch geschmacklich sehr unterschiedlich. In Europa ist vor allem Kümmel in vielen Rezepten zu finden. Kreuzkümmel hingegen wird vermehrt im Nahen Osten, in der Türkei, in Griechenland, Indien, Südamerika, Nordafrika und China fürs Kochen verwendet. Der Geschmack von Kreuzkümmel ist im Vergleich zu Kümmel noch intensiver und lässt sich somit nur schwer mit anderen dominanten Gewürzen kombinieren.