Schnittlauch – Milder Verwandter von Zwiebel und Co.

Würde man Gewürzen Eigenschaften zuschreiben, dann wäre der Schnittlauch wohl als "unauffällig und bescheiden" zu beurteilen. In die Riege der klassischen Küchenkräuter reiht er sich nahtlos ein, ohne aufdringlich zu wirken. Stattdessen besticht er durch milden und frischen Geschmack, der viele Gerichte verfeinert. Wenig anziehend wirkt er hingegen auf Schädlinge, die er mit seinem Geruch vertreibt. Doch nicht nur deshalb sollte Schnittlauch als Gast in Ihrem Garten nicht fehlen: Frisch geerntet, schmeckt er am besten und enthält Vitamine sowie Mineralstoffe.

Geschmacklich ähnelt der Schnittlauch seinen Verwandten Zwiebel und Lauch, allerdings ist er milder und feiner. Durch sein angenehmes Aroma lässt er sich gut mit anderen Kräutern und Gewürzen kombinieren: "Fines Herbes" nennt man in der französischen Küche die würzige Mischung von Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Estragon. Doch auch für sich allein sind seine Anwendungsmöglichkeiten zahlreich. Er wertet Soßen, Geflügel- sowie Fleischgerichte auf, besticht aber wie bereits erwähnt auch pur auf einem mit Butter oder Quark bestrichenen Brot. Selbstgemachte Kräuterbutter sowie Dips erhalten mit ihm eine besondere Würze und aus Eierspeisen ist er kaum wegzudenken.

Das Mitkochen bekommt ihm nicht, so dass Sie den Schnittlauch immer roh verwenden und erst kurz vor dem Servieren auf die jeweiligen Gerichte streuen sollten. Dies wahrt neben seiner dekorativen Eigenschaft auch die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe. Und davon hat der Schnittlauch einige! Die Vitamine A und C, Folsäure, Magnesium und viel Eisen warten in dem Gewürz auf ihren Einsatz. Außerdem wirkt er appetitanregend und verdauungsfördernd, in gewissem Maße wird ihm sogar eine blutdruck- und cholesterinsenkende Eigenschaft zugeschrieben. Ebenso wie Knoblauch enthält er den Stoff Allicin, der für eine antibakterielle Wirkung sorgt. Getrocknet büßt der Schnittlauch diese positiven Stoffe aber ein – ebenso wie ein Großteil seines Aromas.

Eine weitere Eigenschaft, die den Schnittlauch für den umfangreichen Einsatz in der Küche wie geschaffen macht, ist die ganzjährig mögliche Ernte. Während sich die Pflanze im Garten in der Frostperiode zurückzieht und ihre oberirischen Teile abgedeckt werden sollten, haben Sie in einem Pflanztopf am Fenster zu jeder Jahreszeit frische Kräuter. Eine eigene Anzucht durch Samen umgehen Sie, indem Sie bereits gezogene Pflanzen im Topf erwerben.
Die Blütezeit des Schnittlauchs ist im Mai. Zu dieser Zeit entwickelt er, neben den flexiblen Blättern, einige härtere Stängel. An diesen kommen schließlich die violetten Blüten zum Vorschein, die beispielswiese im Salat auch ein essbarer Hingucker sind.

Schneiden Sie den Schnittlauch zur Ernte bundweise ca. zwei Zentimeter über der Erde ab. Die unterirdischen Zwiebeln bleiben erhalten und treiben die Blätter im Anschluss wieder aus. Wird der Schnittlauch als fertiger Bund gekauft, können Sie ihn zum Frischhalten kurzzeitig ins Wasser stellen. Für eine längere Lagerung empfiehlt es sich, das Gewürz einzufrieren – nach dem Auftauen entspricht sowohl das Aussehen, als auch Geschmack und Nährstoffgehalt den frisch geernteten Blättern.