Kleines Vitaminlexikon

Vitamine gelten als Inbegriff der gesunden Ernährung und werden als wahre Alleskönner in Sachen Vorsorge gehandelt. Sie sind für viele Vorgänge in unserem Körper von großer Bedeutung und können bei Fehlen Mangelerscheinungen mit verschiedenen Beschwerden auslösen.
Mit einer Ausnahme können sie jedoch nicht von unserem Körper hergestellt werden. Deswegen ist es unerlässlich, dass wir sie über eine abwechslungsreiche Ernährung zu uns nehmen. Dies ist mit einem ausgewogenen Verhältnis der bevorzugten Lebensmittel in der Regel gut machbar. Lediglich unter besonderen Umständen wie Schwangerschaft oder Krankheit sowie in bestimmten Lebensphasen, beispielsweise Kindheit und Alter, ist eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen über entsprechende Präparate nötig.

Generell wird zwischen wasser- und fettlöslichen Vitaminen unterschieden. Während sich erstere im Blut sowie den mit Flüssigkeit gefüllten Zellzwischenräumen verteilen und bei einer Überversorgung den Körper einfach verlassen, können fettlösliche Vitamine gespeichert werden. Zu viel von ihnen kann aus diesem Grund mitunter sogar schädlich sein.

Doch welches Vitamin gehört zu welcher Gruppe und wie viele von den gesundheitsfördernden Stoffen gibt es insgesamt? Unser kleines Vitaminlexikon verrät es Ihnen.

Das Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Es wird u.a. aus dem Stoff Carotin gebildet, das in Möhren vorkommt. Darauf basiert vermutlich die Volksweisheit, dass dieses Gemüse gut für die Augen ist: Vitamin A stärkt die Sehfähigkeit und fördert besonders die Nachtsicht. Auch auf das Zellwachstum wirkt sich der Stoff positiv aus. Für Kinder ist das Vitamin besonders wichtig, da es das Knochenwachstum unterstützt. So verheilen auch Frakturen schneller. Des Weiteren profitiert die körpereigene Abwehr davon.

Neben den bereits genannten Karotten sind auch Aprikosen, Milch, Leber, Eigelb und Spinat gute Vitamin A-Lieferanten.

Vitamin-B1 unterstützt das Nervensystem und kommt in Getreide, Gemüse und Kartoffeln vor.

Vitamin-B2 hat eine positive Wirkung auf Haut sowie Haare und kurbelt den Abbau von Fett und Eiweiß an. Es steckt in Getreide, Hülsenfrüchten, Milch oder Käse.

Vitamin-B3 wird zur Bildung von Körpergewebe, Zellen und Muskeln benötigt. Auch für das Denk- und Erinnerungsvermögen ist es existenziell. Mit Fisch, Fleisch, Vollkornprodukten, Bananen und Pilzen können Sie Ihren Bedarf aufnehmen.

Vitamin-B5 unterstützt die Wundheilung und sorgt für ein starkes Abwehrsystem. Es findet sich in Blumenkohl, Pilzen, Eigelb und Hering.

Vitamin-B6 wird im Organismus zur Verarbeitung von Eiweiß und der Bildung von Aminosäuren benötigt. Bananen, verschiedene Gemüsesorten, Getreide und Hefe weisen ein Vorkommen vom Vitamin B6 auf.

Vitamin-B7, auch bekannt als Biotin, regt den Stoffwechsel an und unterstützt das gesunde Wachstum von Haaren und Nägeln. Es kommt natürlich in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Soja und Nüssen vor.

Vitamin-B9 wird auch Folsäure genannt und ist für eine gesunde Zellteilung von großer Bedeutung. Besonders wichtig ist es für Frauen in der Schwangerschaft, da bei einem Mangel die Gefahr von Neuralrohrdefekten beim Neugeborenen erhöht sind. Über die Nahrung kann es durch Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Spargel, Weizenkeimen und Molke-Erzeugnissen aufgenommen werden.

Vitamin-B12 dient der Zellerneuerung und ist für die Aktivierung des Stoffes Folsäure notwendig. Lebensmittel, die das Vitamin enthalten, sind Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte.

Das wohl bekannteste Vitamin, welches auch Ascorbinsäure genannt wird, ist wasserlöslich und soll sich vor allem positiv auf das menschliche Immunsystem auswirken. Es wirkt antioxidativ und schützt so vor freien Radikalen, die Zellschäden verursachen können. Darüber hinaus stärkt der Stoff das Bindegewebe und unterstützt die Stoffwechselvorgänge im Körper. Zu finden ist es vor allem in frischem Obst und Gemüse. Zitrusfrüchte weisen einen besonders hohen Vitamin C-Gehalt auf.

Gegenüber anderen Vitaminen hat das fettlösliche Vitamin D eine Besonderheit inne: Es kann nicht nur über Lebensmittel aufgenommen, sondern vom menschlichen Körper durch das Sonnenlicht selbst gebildet werden. Wir benötigen es für gesunde Knochen sowie Muskeln. Darüber hinaus ist Vitamin D gut für das Gemüt und hellt, besonders im Winter bei geringer Sonneneinstrahlung, die Stimmung auf. Mit Fisch, Leber und Pilzen können Sie Ihren Vitamin-D-Speicher auffüllen. Auch in Eigelb ist es enthalten.

Vitamin E ist fettlöslich und, wie Vitamin C, ebenfalls ein Antioxidans. Mit seiner Wirkung stärkt es das Immunsystem und unterstützt die Schutzbarriere der Haut. Es kommt unter anderen in Pflanzenölen (beispielsweise Oliven- oder Sonnenblumenkernöl) sowie in Haselnüssen vor.

Das ebenso fettlösliche Vitamin K wird vom Körper zur Herstellung von Blutgerinnungsfaktoren genutzt und hat so eine große Bedeutung für unseren Organismus. Es verhindert Kalkablagerungen in den Blutgefäßen und sorgt für einen stabilen Herz-Kreislauf. Auch an Prozessen wie der Zellteilung ist das Vitamin beteiligt. Es kommt in grünen Kohlsorten, Avocados, Salat, Schnittlauch und Milchprodukten vor.