Mindestens haltbar bis - Was das Mindesthaltbarkeitsdatum verrät

Joghurt, Wurst und sogar Schokolade – fast alle abgepackten Lebensmittel haben ein aufgedrucktes Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD. Damit nehmen es manche Menschen sehr genau, andere stört es nicht, wenn der Frischkäse bereits seit einem Tag „abgelaufen“ ist. Aber, wie sehr sollte man sich an das Datum halten und kennen Sie dessen genaue Bedeutung? Bei uns lesen Sie alles, was Sie darüber wissen müssen.

Mindesthaltsbarkeits- und Verbrauchsdatum

Jeder Zweite meint, beim Mindesthaltbarkeitsdatum handelt es sich um das Verfallsdatum und die Produkte seien ab diesem Tag nicht mehr genießbar. Das ist generell nicht richtig, denn mit dem aufgedruckten Datum endet nur die Gewähr des Herstellers für bestimmte Eigenschaften eines Lebensmittels, zum Beispiel für den Geruch, den Geschmack, das Aussehen, die Konsistenz, den Nährwert oder den Vitamingehalt. Die Waren selbst dürfen auch nach Überschreiten der Mindesthaltbarkeit verkauft werden. Allerdings haftet dann der Verkäufer dafür, dass das Lebensmittel einwandfrei genießbar ist.
Leicht Verderbliches wie Hackfleisch, Geschnetzeltes, Bratwurst oder Fisch, muss hingegen ein Verbrauchsdatum haben, bis zu welchem die Waren verzehrt werden müssen. Daran sollten Sie sich Ihrer Gesundheit zuliebe auch halten, denn auf diesen Lebensmitteln verbreiten sich Keime und Bakterien besonders schnell.

Nicht immer auf den Tag genau

Bei Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeit länger als drei Monate beträgt, reicht es aus, wenn nur Monat und Jahr als Datum angegeben sind. Bei Produkten, die mindestens 18 Monate haltbar sind, kann auch nur das Jahr angegeben werden (zum Beispiel: mindestens haltbar bis Ende 2015). Hier können Sie etwas großzügigere Ausnahmen machen, sollten aber auch auf die Konsistenz und das Aussehen der Speisen achten: So können Pulver für Soßen oder Ähnliches klumpen und Probleme bei der Verarbeitung bereiten.
Nicht erforderlich ist eine Kennzeichnung bei Lebensmitteln, die der Verbraucher schnell verzehrt oder bei denen er von sich aus erkennen kann, dass sie frisch sind. Das Gleiche gilt für reine Substanzen wie Zucker und Salz. Gar kein Datum brauchen daher laut Gesetz:

  • unbearbeitetes frisches Obst und Gemüse (ausgenommen Keime und Sprossen in Fertigpackungen),
  • Speiseeis in Portionspackungen,
  • Backwaren, die normalerweise innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden,
  • Speisesalz mit Ausnahme von jodiertem Salz,
  • Zucker in fester Form,
  • bestimmte Zuckerwaren,
  • Kaugummi,
  • Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als zehn Prozent,
  • Wein- und schaumweinähnliche Getränke sowie daraus hergestellte alkoholhaltige Getränke.

Auf die Lagerung kommt es an

Bei Überschreiten der Mindesthaltbarkeitsdauer können Sie die meisten Lebensmittel also ohne Misstrauen erst einmal probieren. Das empfiehlt sich übrigens grundsätzlich: Durch falsche Lagerung oder Transport kann zum Beispiel die Kühlkette unterbrochen sein und Lebensmittel auch vor Erreichen der Mindesthaltbarkeit verderben. Dann haben Sie natürlich Anspruch auf Ersatz.
Nach dem Einkauf eines Lebensmittels sollten Sie es ebenfalls richtig lagern, damit es nicht vor der Zeit verfällt: Milchprodukte gehören ebenso wie Fleisch und Wurst in den Kühlschrank. Reis, Nudeln und Süßwaren sowie Instant-Produkte sollten trocken und kühl gelagert werden. Damit gewährleisten Sie am besten, dass sich das Produkt lange hält.