Exoten im Gemüseregal

Frisch Gekochtes schmeckt einfach am besten und ist zudem noch sehr gesund. Besonders, wenn Sie dabei nicht nur auf Kohlenhydrate und Fleisch setzen, sondern viel Gemüse verwenden. Rezeptideen gibt es zuhauf – trotzdem schmeckt jedes Gericht irgendwann ähnlich, wenn stets nur die gleichen Zutaten genutzt werden. Haben Sie Lust, kulinarisch neue Wege abseits von Paprika, Zucchini und Lauchzwiebel zu gehen? Dann sind Sie bei uns goldrichtig: Wir stellen Ihnen einige exotische Gemüsesorten vor, die Ihren Speiseplan bereichern können.

Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Kohlart aus China, die mittlerweile auch in Europa angebaut wird und es hierzulande sogar in das Warenangebot der Supermärkte geschafft hat. Pak Choi ist mit dem Chinakohl verwandt, ist allerdings sehr viel milder und glänzt zudem durch eine leichte Senfnote. Mit dem weißen Stiel und den grünen Blättern kann man ihn leicht mit dem bei uns bekannteren Mangold verwechseln.
Durch seine Hitzeempfindlichkeit sollten Sie ihn nicht zu lange kochen, sondern besser nur kurz dünsten. So schmeckt er dann, gewürzt mit Koriander, Soja und Zitronengras, besonders in Wokgerichten. Im rohen Zustand findet Pak Choi Verwendung als Salat, macht aber auch als Zutat eines grünen Smoothies oder auf dem Grill eine gute Figur. Der Kohl ist sehr kalorienarm, enthält dafür aber wertvolle Nährstoffe wie Calcium, Carotin, Vitamin C oder Kalium. Die enthaltenen Senföle wirken antibakteriell.

Mit dem Lotus verbinden sicher auch Sie in erster Linie eine schöne Blume. Doch auch die Lotuswurzel ist ein Hingucker – vor allem auf Ihrem Teller! Genauer gesagt handelt es sich um die Zwischenknotenstücke der Wurzel, die einen Durchmesser von bis zu 10 cm erreichen und gut 30 cm lang werden können. Durchzogen von Röhren, die der Sauerstoffaufnahme dienen, kommt ihr außergewöhnliches Aussehen besonders gut zur Geltung, wenn sie in Scheiben geschnitten wird. Vorher sollte man die Lotuswurzel, ähnlich wie eine Kartoffel, schälen.

Doch noch mehr verbindet das exotische Gemüse mit unserem heimischen "Erdapfel". Auch Lotuswurzeln enthalten viel Stärke, weshalb sie gebraten als Beilagengemüse auch geschmacklich an Kartoffeln erinnern. Jedoch weisen sie zusätzlich eine leichte pilzartige Note auf. Neben der gekochten und gebratenen Variante können sie mit Fleisch oder Gemüse gefüllt werden oder dienen als Suppeneinlage. In ihrer asiatischen Heimat wird aus der Lotuswurzel ein stärkehaltiges Mehl hergestellt. Zudem sagt man ihr dort eine heilende und sogar aphrodisierende Wirkung nach.

Unbestritten ist, dass sie ein besonders guter Lieferant von wichtigen Vitaminen, Nährstoffen und Mineralien ist. Im Einzelhandel ist sie entweder frisch, tiefgekühlt oder eingelegt als Konserve in gut sortierten Asiamärkten erhältlich. Darüber hinaus kann man sie in verschiedener Form online bestellen.

Die frappierende Ähnlichkeit mit der Esskastanie fällt auf den ersten Blick auf, jedoch ist die Wasserkastanie nicht mit der Marone verwandt. Stattdessen handelt es sich bei ihr um die Wurzelknollen einer Schwimmgrasart. Nach dem Schälen kommt das weiße, feste Innenleben zum Vorschein, das nussartig und leicht süßlich schmeckt. Aufgrund dessen ist die Wasserkastanie nicht nur als Beilagengemüse, in Wokgerichten oder Currys beliebt, sondern auch zur Zubereitung von Desserts geeignet. In ihrer Heimat China stellt man aus ihr beispielsweise süße Suppen oder Kuchen her. Zudem lässt sie sich karamellisieren oder als Füllung von Teigtaschen, wie Wan Tan oder Dim Sum, verwenden. Neben einem Wassergehalt von fast 80 Prozent liefert sie Kohlenhydrate, Vitamin B, Eisen und Kalium. Bei uns erhalten Sie die Kastanie meist in Dosen – Asiamärkte führen Sie im Sortiment, mitunter erhält man sie aber bereits in größeren Supermärkten.

Ursprünglich in Afrika beheimatet, gelangte die Okraschote zunächst nach Asien und im 18. Jahrhundert nach Amerika. Da sie bereits vor gut 3.000 Jahren kultiviert und als Nahrungsquelle genutzt wurde, gilt sie als eine der ältesten Gemüsesorten überhaupt. Heute wird sie fast weltweit, vor allem aber in tropischen Regionen, angebaut. Hauptlieferant für die Okra ist Indien. Sie wächst an einem Strauch und ist optisch eine Mischung aus Paprika, Peperoni und Erbsenschote. Eine weitere Besonderheit der Okraschote liegt darin, dass sie unreif geerntet werden muss, da sie sonst zu holzig für den Verzehr wird. Ist der richtige Zeitpunkt erreicht, schmeckt sie bohnenartig, leicht säuerlich und mildpikant.
Sie eignet sich daher besonders als Beilage oder in Eintöpfen, kann aber auch frittiert oder sauer eingelegt serviert werden. Möchten Sie die Okraschote kochen, sollten Sie dem leicht gesalzenen Wasser auch immer etwas Essig hinzufügen. Dies verhindert, dass der Saft der Schote ausläuft, welcher ähnlich wie Speisestärke wirkt und sonst aus dem Kochwasser eine gallertartige Flüssigkeit macht.

Frisch oder bereits eingelegt, sind sie selten in Supermärkten, dafür aber meist in asiatischen oder türkischen Lebensmittelgeschäften zu finden.