Grünkohl – das Gemüse der Superlative

Iiiiihhh Grünkohl! Nicht nur Kinder sträuben sich bei dem Gedanken an das Kreuzblütengewächs mit dem gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Doch damit tun sie dem Kohl Unrecht, denn er gehört zu den gesündesten Gemüsen überhaupt.

Übrigens: Genauso wie alle anderen Kohlvarianten gehört der Grünkohl zu den Kreuzblütengewächsen und stammt vom Wildkohl ab. Die Stammart kommt heute noch in Mittelmeerländern und an der Atlantikküste bis hinauf nach Südengland vor. Das Gemüse wird schon seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und seit der Römerzeit in Italien angebaut, dort wurde der so genannte "Sabellinische Kohl" derart geschätzt, dass er den Bauern zu echtem Wohlstand verhelfen konnte. In Deutschland lässt sich sein Anbau bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Ob Krauskohl, Blätterkohl, Federkohl, Winterkohl, Friesische Palme: kaum ein anderes Gemüse hat im Laufe der Geschichte derart viele regionaltypische Namen erhalten wie der Grünkohl.

Die Bezeichnung "Superfood" kommt heute immer häufiger zum Einsatz. Beim Grünkohl ist er durchaus angebracht. Zwar gibt es keine genaue Definition des Begriffes, generell bezeichnet er aber natürliche, also unverarbeitete Lebensmittel, die besonders nährstoffreich sind und die sich überaus positiv auf die Gesundheit auswirken. Das Nährstoffprofil übertrifft das vieler anderer Gemüsesorten und sogar das der meisten anderen Kohlarten. So enthält er beispielsweise dreimal so viel Protein und viermal so viel Eisen wie Weißkohl. Er gehört zu den basischen Lebensmitteln und hilft somit gegen eine Übersäuerung des Körpers.

Der Kohl zählt durch seine Nährstoffdichte und den hohen Vitalstoffgehalten zu den gesündesten Wintergemüsen. Er besitzt mit 4 g je 100 g enorm viel Protein und stellt gleichzeitig eine hervorragende Calciumquelle dar. Auch der Eisengehalt ist mit 2 mg ziemlich hoch. Die Aminosäuren im Kohl sind sehr hochwertig und mit denen von Fleisch und Fisch vergleichbar. Diese benötigt der Körper für den Aufbau von Gewebe, für die Versorgung von Nervenzellen und für die Bildung von Hormonen.
Wie andere Gemüsesorten enthält auch der Grünkohl sehr wenig Fett (1 g je 100 g Kohl). Dieses eine Gramm hat es jedoch in sich. Es enthält 130 mg Alpha-Linolensäure (ALA), eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure, die bekannt ist für ihre entzündungshemmende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und die Nerven im Gehirn und Rückenmark. 100 g Grünkohl decken bereits 10 Prozent des Tagesbedarfs an ALA – und das, ohne das kleinste bisschen Fett verzehrt zu haben.

Fakt ist: Die Ballaststoffe aus Kohlgemüse wirken sich äußerst positiv auf die Verdauung aus und können diverse Krankheiten wie z.B. Darmkrebs oder Diabetes vorbeugen. Grünkohl enthält mit 4 g immerhin fast so viele Ballaststoffe wie Haferflocken mit 5 g. Die Qualität der Inhaltsstoffe ist ebenfalls hoch, so dass eine breitgefächerte medizinische Wirksamkeit erreicht werden kann. Denn sie fördern nicht nur die Verdauung und regulieren den Cholesterinspiegel, sie hemmen auch Heißhungerattacken und fördern das Sättigungsgefühl sowie die Entgiftung des Körpers.

Der Grünkohl steht mit seinem hohen Calciumgehalt von 200 mg pro 100 g Kohl (entspricht 20 Prozent der empfohlen Tageszufuhr) fast ganz oben bei den Gemüsen und wird lediglich von Brennnessel und anderen Wildgemüsen übertroffen. Er ist somit das calciumreichste Kulturgemüse in unseren Breiten. Aber nicht nur dort punktet er: Sein Vitamin-A-Gehalt deckt über 100 Prozent unseres täglichen Bedarfs, ebenso der Gehalt an Vitamin C. Darüber hinaus besitzt der Kohl auch Einiges an Kalium, Magnesium und Eisen.

Der Kohl ist in der Küche ziemlich vielseitig. Sie können die rohen Blätter zusammen mit anderem Gemüse oder Früchten zu einem sehr gesunden und vitalstoffreichen Smoothie mixen. Darüber hinaus lässt sich ein fein geschnittener Salat mit einem leckeren Dressing aus Olivenöl, Zitrone und italienischen Kräutern zubereiten. Sie können ihn auch dämpfen, blanchieren, kochen und schmoren. Beachten Sie aber, dass es die antioxidativen Stoffe sind, die dem Grünkohl seinen bitteren Geschmack verleihen. Je weniger bitter er nach der Zubereitung schmeckt, desto weniger Antioxidantien enthält er. Deshalb gilt: je schonender die Zubereitung, desto größer ist der Nutzen seiner Inhaltsstoffe.