Rhabarber, Obst oder Gemüse?

Jetzt ist Rhabarberzeit – und die ist begrenzt, denn nur noch bis Juni ist Saison. Das beliebte heimische Gewächs zählt nicht, wie oft aufgrund der Verwendung in der süßen Küche angenommen, zu den Obstsorten, sondern gehört zu den Knöterichgewächsen und ist somit ein Staudengemüse. Ursprünglich kommt die "Wurzel der Barbaren" aus Tibet. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts kam die Rhabarberpflanze nach Europa.

Tipps für den Einkauf und die Zubereitung

Sollten Sie keinen eigenen Garten mit selbst gepflanztem Rhabarber haben, können Sie frischen Rhabarber beim Einkauf an festen, glänzenden Stangen und noch feuchten Schnittstellen erkennen. Wer es etwas milder mag, sollte zur roten statt zur grünen Sorte greifen. Wickeln Sie ihn zur Aufbewahrung in ein feuchtes Tuch – so hält er sich 2-3 Tage im Kühlschrank. Möchten Sie ihn länger lagern, empfiehlt sich das Einfrieren in kleinen Stücken. Vor der Weiterverarbeitung sollten Sie die Rhabarberstangen, wenn nötig schälen, klein schneiden und kurz in heißem Wasser blanchieren. Das Blanchierwasser eignet sich nicht zur weiteren Nutzung, denn es enthält einen großen Teil an Oxalsäure, die Stoffwechselprozesse im Körper stören kann. 

Rhabarber – vielseitig und gesund

Doch warum zählt Rhabarber zu den gesunden Nahrungsmitteln? Er ist reich an Vitamin C und Mineralstoffen wie Kalium, Eisen und Phosphor. Zudem bietet der Rhabarbar durch seinen fruchtig-sauren Geschmack und die sehr geringe Kalorienmenge eine Grundlage für abwechslungsreiche Rezeptideen. Die Stiele können sowohl für süße als auch herzhafte Gerichte verwendet werden. Hierzulande werden vor allem die süßen Varianten bevorzugt, trotz des höheren Anteils an Oxalsäure. Sie befindet sich jedoch vor allem in den Blättern, weshalb diese nicht verzehrt werden sollten. Den Oxalsäureanteil in den Stielen können Sie durch Blanchieren reduzieren. Übrigens: Die enthaltene Oxalsäure verursacht das typisch pelzige Gefühl auf der Zunge und den Zähnen. Putzen Sie jedoch nicht sofort nach dem Essen von Rhabarber die Zähne, sondern warten Sie eine halbe Stunde.

Rezept-Tipp: Paprika-Rhabarber-Suppe

Zutaten für 2 Portionen
500 g gelbe Paprika, 100 g Rhabarber, 15 g frischer Ingwer, 75 g weiße Zwiebeln, 2 EL Olivenöl, 400 ml Geflügelfond, 1/2 kleine Salatgurke, 2 TL Sojasauce, 1 EL Limettensaft, 2 TL Haselnussöl, 1 EL ungesalzene Erdnüsse, weißer Pfeffer, Zucker, Salz

Zubereitung
Paprikaschoten vierteln, entkernen und unter dem vorgeheizten Backofengrill 6-8 Minuten rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Aus dem Ofen nehmen, mit einem feuchten Küchentuch 10 Minuten abdecken, anschließend häuten. Ein Paprikaviertel in dünne Streifen schneiden und für die Einlage beiseite stellen. Restliche Paprika in grobe Stücke schneiden. Rhabarber putzen und in 2-3 cm große Stücke schneiden. Ingwer und Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Beides im Öl glasig dünsten. Paprika und Rhabarber zugeben, mit Fond auffüllen und bei mittlerer Hitze 20 Minuten offen kochen lassen.
Die Salatgurke in dünne kleine Streifen schneiden. Sojasauce, Limettensaft und Nussöl verrühren, über die Gurkenstreifen geben, mit Pfeffer würzen, vorsichtig mischen und 10 Minuten ziehen lassen. Erdnüsse grob hacken. Zum Schluss die Suppe sehr fein pürieren und mit Zucker und Salz abschmecken. Suppe garniert mit den Gurken- und Paprikastreifen sowie den Erdnüssen servieren.

Guten Appetit!