Unbekannte Obstsorten für Ihren Garten

Äpfel, Birnen oder Aprikosen kennt jeder - Aber haben Sie schon einmal etwas vom Erdbeerbaum oder der Kornelkirsche gehört? Neben den herkömmlichen Früchten gibt es viele Sorten, die kaum bekannt oder in Vergessenheit geraten sind. Darunter sind sowohl Exoten, die sich ebenso in unserem mitteleuropäischen Klima wohlfühlen, als auch heimische Wildfrüchte. Wir zeigen Ihnen, welches Potenzial in den unbekannten Obstgewächsen steckt und stellen Ihnen einige vor.

Lassen Sie sich vom Namen nicht in die Irre führen: Die Früchte dieses Baumes erinnern zwar an eine Mischung aus Erdbeere und Litschi – geschmacklich haben sie außer ihrer Süße aber nur wenig mit unseren roten Sommerfrüchten gemein. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum, Nordafrika und den Kanaren. Bestimmte Sorten haben ihre Heimat sogar in den USA. Nichtsdestotrotz ist die immergrüne Pflanze, die zwischen zwei und fünf Metern hoch werden kann, bis minus 15 Grad winterfest und kann so problemlos auch bei uns gedeihen. Dafür wird der Baum am besten als Kübelpflanze an einen windgeschützten Ort gestellt. Für einen Fruchtertrag müssen Gärtner jedoch meist mit einem Pinsel nachhelfen: In der Blütezeit des Erdbeerbaumes, die von Oktober bis Dezember geht, fehlt es in unseren Breiten an Insekten, die die Bestäubung übernehmen. Die Früchte haben eine sehr lange Reifephase und werden geerntet, wenn sich schon die nächsten Blüten zeigen. Während sie außen erdbeerrot sind, leuchtet ihr Fruchtfleisch orange. Das Obst ist zum Rohverzehr geeignet, schmeckt aber besonders gut als Marmelade und Gelee. Auch Likör lässt sich daraus herstellen.

Diese Pflanze wird aufgrund der Süße ihrer Früchte auch als Honigbeere bezeichnet, die zeitige Reife ab Mai/Juni hat ihr außerdem die Bezeichnung Maibeere eingebracht. Schon im März zeigt sie ihre Blüten, aus denen sich in der Folge bald längliche, blaue Früchte entwickeln. Diese können, je nach Sorte, bis zu vier Zentimeter lang werden. Da die Sibirische Blaubeere ursprünglich in der Taiga Kamtschatkas beheimatet ist, gilt sie als extrem frosthart. Sie trotzt selbst Temperaturen bis minus 50 Grad, ihre Blüten überstehen auch verspätete Winterausläufer im Frühjahr. Geschmacklich ähnelt sie unserer bekannten Heidelbeere. Die Früchte eignen sie sich zum sofortigen Verzehr, schmecken aber auch weiterverarbeitet in Gebäck oder anderen süßen Speisen hervorragend. Der Strauch selbst wird bis zu 1,5 Metern hoch und bevorzugt nährstoffreiche Böden sowie einen sonnigen oder halbschattigen Standort, ist ansonsten aber pflegeleicht.

Diese Frucht ist Ihnen unter anderem Namen vielleicht schon in dem ein oder anderen Trendrezept begegnet: Apfelbeeren, auch Aronia genannt, werden gern als "Superfood" bezeichnet und sind äußerst gesund. Unter anderem stärken sie unser Immunsystem mit Folsäure sowie den Vitaminen C und K.
Nach der Blütezeit im Mai zeigen sich die schwarzen Früchte von August bis Anfang Oktober. Da sie jedoch sehr sauer sind und in größerer Menge zudem abführend wirken können, eignen sie sich weniger zum Rohverzehr. Dafür macht die Apfelbeere als Trockenfrucht im Müsli, als Saft oder gemeinsam mit anderen Früchten auch in Marmelade eine gute Figur. Schon die Ureinwohner Nordamerikas, wo die Heimat der Aronia liegt, kannten und schätzten die Früchte des zwei bis drei Meter hohen Strauches. Die Pflanze eignet sich nicht nur für passionierte Gärtner sondern auch für Laien, denn sie ist sehr frosthart und nahezu anspruchslos in der Pflege.  

Sowohl äußerlich als auch vom Geschmack erinnert die Kornelkirsche an unsere Süß- sowie Sauerkirscharten, ist jedoch mit keiner davon verwandt. Die Früchte sind rot bis schwarz, oval sowie etwa zwei Zentimeter lang und eignen sich als Zutat sowohl für süße Speisen als auch für Soßen. Darüber hinaus finden sie Verwendung in Kuchen sowie als Kompott, Saft oder Obstbrand, lassen sich aber auch roh naschen. Ihr hoher Vitamin C-Gehalt macht sie zu einem Immunbooster, dem darüber hinaus noch eine positive Wirkung bei Magen- und Darmproblemen nachgesagt wird.
Die Strauchpflanze, die auch als Hecke angebaut werden kann, blüht schon im Februar oder März bis April. Ihr Holz ist eines der härtesten unter den europäischen Gewächsen. Die Früchte zeigen sich ab August, sollten aber am besten erst gut gereift im September gepflückt werden – dann haben sie ihre volle Süße entwickelt.
Zwar kommt die Pflanze aus Südeuropa, fand aber bereits im Mittelalter auch in Deutschland Verbreitung. Heute kommt sie nur noch in wenigen Regionen natürlich vor, dazu gehören die Mittelgebirge wie Harz und Eifel oder auch einige Flussläufe, zum Beispiel an der Donau, der Saale oder der Saar-Mosel-Region.

Die Jujube wird auch Brustbeere oder chinesische Dattel genannt. Ihre Heimat befindet sich im Norden Chinas, es wird jedoch auch die indische Jujube unterschieden. Die Früchte färben sich während des Reifeprozesses von grün zu dunkelrot bis dunkelbraun und sind etwa zwei bis drei Zentimeter lang. Lässt man sie am Baum hängen, bis sie trocken sind, wird ihre Schale schrumpelig, wie bei einer Dattel. Die Jujube lässt sich aber nicht nur getrocknet, sondern auch roh verzehren und eignet sich zur Herstellung von Tee, Sirup oder Wein. Zudem ist sie sehr gesund: Neben Vitamin C enthält das Obst Kalzium, Magnesium und Eisen. Geschmacklich sowie von ihrer Konsistenz her erinnert sie dabei an einen Apfel, hat jedoch ihr ganz eigenes Aroma.
Trotz ihrer exotischen Herkunft ist die Pflanze bis minus 20 Grad winterhart. Das Anpflanzen und Überwintern ist also auch hierzulande möglich. Von Mai bis Juni blüht die Jujube gelb, ihre Früchte folgen im September oder Oktober.

Anders als man vermuten könnte, hat die Felsenbirne nur wenig mit ihren uns bekannten Namensvettern gemein: Ihre Früchte haben starke Ähnlichkeit mit Heidelbeeren und unterscheiden sich auch in der Größe nicht. Das blauschwarze Beerenobst können Sie im Juni oder Juli pflücken, nachdem die weiße Blüte im April bereits eine Augenweide war. Tatsächlich wird die Felsenbirne heute eher als Zierde gepflanzt, statt als Obststrauch – dabei enthält die Ernte viele Vitamine und Mineralstoffe. Sie eignet sich als Naschfrucht, kann zu Marmelade weiterverarbeitet oder getrocknet als Alternative zu Rosinen verwendet werden. Frisch sollten Sie die Beeren jedoch nur in übersichtlichen Mengen verzehren, da ihre Kerne geringe Mengen Blausäure enthalten. Die Blätter der Felsenbirne sind teilweise giftig, sie anzufassen stellt aber kein Risiko dar.
Die aus Amerika stammende Pflanze bevorzugt sonnige sowie halbschattige Plätze und verträgt auch Frost. Die einzige europäische Sorte wächst am liebsten an Felshängen bis etwa 2.000 Meter. 

Diese Frucht ist weniger eine Unbekannte, sondern mehr eine Vergessene: Die Elsbeere war schon vor langer Zeit in Mitteleuropa heimisch, jedoch ist ihr Bestand zurückgegangen. So weit, dass sie 2011 sogar zum "Baum des Jahres" gekürt wurde, um ihr wieder mehr Beachtung zukommen zu lassen. Sie wird bis zu 30 Meter hoch und 300 Jahre alt, ihre Früchte sind etwa zwei Zentimeter groß und ähneln vom Aussehen kleinen Äpfeln. Dunkelrot bis bräunlich mit mehliger Konsistenz und süß-säuerlichen Geschmack sind sie wahre Vitaminbomben. Früher wurden sie gern als Mittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt, heute überzeugt die Elsbeere als Kompott, Marmelade oder Saft.
Die Früchte reifen zwischen Juli und September, werden am besten aber überreif gepflückt, um ihr volles Aroma zu entfalten. Das Holz der Elsbeere gilt als eines der edelsten Hölzer auf der Welt.      

Ebenso in den Hintergrund geraten ist die Mispel, welche im Mittelalter eine häufig anzutreffende Frucht war. Ursprünglich aus Südosteuropa, Asien und dem Orient stammend, wurde sie schon zeitig nach Mitteleuropa gebracht und sowohl als Wildobst gepflückt sowie mit deutlich größeren Früchten kultiviert. Erstere werden etwa zwei bis drei, letztere bis zu sieben Zentimeter groß. Die harten, bräunlichen Früchte schmecken mit ihrem teigigen Fruchtfleisch ähnlich wie Feigen oder Datteln und eignen sich besonders gut für Marmelade oder Gelee. In rohem Zustand können sie ausgelutscht werden. Auch wenn der Baum bereits im Mai große rosafarbene oder weiße Blüten trägt, ist die Mispelfrucht erst im Spätherbst oder sogar zum Winteranfang reif. Am besten wird sie erst nach dem ersten Frost geerntet, da ihr Gerbsäuregehalt dann nachlässt.
Verwandt ist die Mispel u.a. mit der Quitte sowie auch der Felsenbirne. Sie bevorzugt warmes Klima und verträgt Trockenheit, ist aber trotzdem winterhart.