Süße Gefahr – Fakten rund um den Zucker

Fakt ist: Zu viel Zucker ist ungesund. Eine bewusste Ernährung und der Umgang mit dem süßen Stoff sind heutzutage so normal wie Zähneputzen. Doch die Versuchung lockt tagtäglich und Zucker versteckt sich fast überall. Übertreiben sollten Sie es mit dem Konsum jedoch nicht.
Zucker wird schon seit Jahrtausenden von den Menschen genutzt und genossen. Jedoch war es ausschließlich der Rohrzucker, der lange Zeit als süße Quelle herhielt. Ursprünglich kommt Rohrzucker aus der pazifischen Inselwelt Melanesiens, welche nördlich von Australien liegt. Vor über 10.000 Jahren gelangte er von dort nach Indien und Persien. Mit den Expeditionen und Kreuzzügen im Mittelalter fand er seinen Weg nach Europa und von hier mit der Entdeckung Amerikas in die Karibik. Durch die klimatischen Bedingungen dort war es ein ideales Anbaugebiet und die Produktion stieg. Mitte des 18. Jahrhunderts züchtete man in Europa die Zuckerrübe und erste Fabriken entstanden. Napoleon Bonaparte blockierte während des Krieges mit England die Handelswege mit Zuckerrohr aus der Karibik und ließ mehr Fabriken für die Gewinnung aus Rüben bauen. Die europäische Zuckerindustrie entstand.

Mal ehrlich: Trinken Sie Cola schon zum Frühstück? Oder Limonade? Oder eine süße Schorle? Viele müssten "ja" sagen, denn wir Deutschen nehmen mehr Zucker durch Softdrinks als über Süßigkeiten zu uns. Laut einer Studie lag der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2016 bei durchschnittlich 26 g Zucker pro Tag – und das nur mit Erfrischungsgetränken. Bei Schokolade waren es lediglich 18 g.
Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mehr als 25 g Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Ein Glas Cola (250 ml) enthält aber bereits 27 g. Rechnet man zu diesem einen Glas – wobei es ja meist nicht bei einem bleibt – noch die normalen Nahrungsmittel und 2 - 3 Stückchen Schokolade hinzu, wird deutlich, wie schnell das Doppelte oder Dreifache der empfohlenen Tageszufuhr erreicht ist.

Der IKK e.V. – die politische Vertretung aller IKKn in Berlin – setzt sich verstärkt für klare gesetzliche Regelungen ein, die den Zuckergehalt reduzieren und den Konsum von gesünderen Alternativen wie Wasser fördern. www.ikkev.de

Häufig findet man auf Produktverpackungen nicht unbedingt das Wort "Zucker" bei den Zutatenlisten. Meist steht dort Saccharose oder Glukosesirup, was im Grunde nur andere Bezeichnungen für raffinierten Industriezucker sind. Im Alltag lauern viele Fallen in Lebensmitteln, die eigentlich gar nicht direkt als süß wahrgenommen werden. Soßenbinder zum Beispiel enthält sehr viele Kohlenhydrate in Form von Milchzucker (Laktose). Selbst fertig verarbeiteter Krautsalat enthält ebenfalls sehr viel Zucker – durchschnittlich 13 g je 100 g Salat. Einige Produkte werben damit, weniger süß zu sein oder keinen Zuckerzusatz zu enthalten. Diese enthalten aber häufig versteckten Zucker in Form von Fruchtsaftkonzentraten, die nicht als üblicher Zuckerzusatz gelten. Also halten Sie die Augen auf und lesen Sie sich die Inhaltsstoffe und die Nährwerttabelle gut durch, denn alles was hier mit der Silbe "-ose" endet, ist Zucker.

Obst und Gemüse enthalten von Natur aus einen gewissen Anteil Zucker. Darüber hinaus nimmt man jedoch auch Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe auf, die zur Verarbeitung wichtig sind. Also ein gesunder Mix aus allem, was für die Gesundheit gut ist.
Nimmt man jedoch den industriell extrahierten Zucker zu sich, fehlen diese wichtigen Nahrungsbestandteile und der Körper muss sich aus den eigenen Reserven bedienen. Es entstehen ein chronischer Mineralstoffmangel und Folgeerscheinungen wie zum Beispiel Karies, Fettsucht, ein schwaches Immunsystem und andere. Neben schlechten Zähnen, Übergewicht und den damit verbundenen Folgeerkrankungen, verursachen Stoffwechselprodukte des Zuckers vor allem Schädigungen des Darmgewebes.

Stevia, Xylit oder synthetische Süßstoffe finden sich nicht nur bei Diätprodukten, sondern kommen auch mehr und mehr beim täglichen Kochen und Backen zum Einsatz. Sie alle haben einen großen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Zucker – sie haben keine oder kaum Kalorien und einen deutlich geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Außerdem fördern sie nicht die Entstehung von Karies.
Doch es gibt auch Nachteile und wer nach einem geeigneten Zuckerersatz sucht, kann bei den vielen Begrifflichkeiten leicht die Übersicht verlieren, denn Süßstoffe, Zuckeraustausch- und Ersatzstoffe sind nicht dasselbe.