Stimmtraining für Kinder und Eltern

Ein frühes und sanftes Training hilft, die Stimme eines Heranwachsenden optimal zu entwickeln. Etwa 90 Prozent der zwischenmenschlichen Kommunikation läuft über Sprache und Stimme. Vom Lebensbeginn an probieren bereits kleine Kinder ihre Artikulation aus und lernen spielerisch den Gebrauch der Stimme. Spätestens wenn der Stimmapparat voll ausgebildet ist, geht es bei der Kommunikation um mehr als Worte. Wer gut gelaunt ist, hält sich automatisch aufrecht und streckt den Brustkorb. Die Muskelspannung ist erhöht. Die Aufhängung des Kehlkopfes optimal. Es können kräftige, klangvolle Töne produziert werden. Eltern können die Stimmentwicklung ihrer Kinder auf vielfältige Weise unterstützen.

Wie Sie Ihre Kinder fördern können

Damit das Kind seine Stimme vielfältig einsetzen und verschiedenen Situationen anpassen kann, ein selbstbewusster "Sprecher" wird und Gehör findet, muss es seine Fähigkeiten entdecken und trainieren können. Eltern können ihrem Kind von Beginn an vielfältige Anregungen bieten, die Stimme zu "entdecken". Hier einige Möglichkeiten:

  • Üben Sie gemeinsam alters- und kindgerechte Sing-, Klang- und Sprechspiele. Nutzen Sie dafür passende Gelegenheiten im Familienalltag.
  • Hören Sie mit Ihrem Kind unterschiedliche Musikformen und Liedtexte.
  • Variieren Sie beim Vorlesen mit kleineren Kindern die Stimme, sprechen Sie verschiedene Figuren unterschiedlich. Mit älteren Kindern können Sie gemeinsam mit verteilten Rollen lesen.
  • "Schlüpfen" Sie beim Rollenspiel "in andere Stimmen".
  • Hören Sie Hörspiele. Die können Sie auch nachspielen.

Außerdem wichtig: Bremsen Sie ihr Kind bei seinen Stimmexperimenten nicht zu häufig aus. Natürlich gibt es Situationen, in denen lautes Gebrüll stört oder schrilles Kreischen das Nervenkostüm manches Erwachsenen hart auf die Probe stellt. Es finden sich aber mit Sicherheit viele andere Gelegenheiten, bei denen das Kind seine Stimme nach Lust und Laune einsetzen und spielerisch seinen Stimmumfang erproben kann.

Singen - das Gute-Laune-Programm für Kinder

Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder noch unbefangen und legen einfach los, wenn ihnen der Sinn nach Singen steht. Unterstützen Sie die Gesangsübungen. Der Spaß an der eigenen Stimme ist gleichzeitig ein Pluspunkt für ihre Entwicklung: Studien belegen, dass Kinder, die häufig singen, früher sprechen lernen. Singen vertieft zudem die Atmung. Das hat eine bessere Sauerstoffversorgung des Körpers zur Folge. Und Singen macht gute Laune. Dabei sollten Eltern auf einige Besonderheiten der kindlichen Stimme eingehen. Ganz entscheidend ist, dass Kinder immer in einer hohen Tonlage singen sollten.

Am besten starten Sie das Singen frühzeitig mit ihren Kindern. Erste Möglichkeiten finden Sie für Kinder ab etwa eineinhalb Jahren in speziellen Eltern-Kind-Singgruppen. Musikschulen oder Chöre bieten entsprechende Kurse an. Allerdings steht bei den Kleinen zunächst weniger das Singen lernen im Vordergrund. Es geht vielmehr um Erfahrungen und den gemeinsamen Spaß. Darüber hinaus sammeln Eltern hier Anregungen und Spielvorschläge, wie sie auch zu Hause kindgerecht und richtig mit Ihrem Nachwuchs singen können. Ab vier Jahren können Kinder auch eigenständig altersgerechte Angebote wahrnehmen.

Stimmübungen für Erwachsene

Die Resonanzräume entdecken
Nehmen Sie eine bequeme Position ein. Eine Hand liegt auf der Schädeldecke, eine auf dem Brustbein. Denken Sie an eine Lieblingsspeise und lassen Sie ein "Mmmm" ertönen. Probieren Sie verschiedene Varianten aus. Je mehr die Luft in den Hohlräumen zirkulieren kann, umso klangvoller wird Ihre Stimme.

Den Atem verlängern
Für eine souveräne Ausstrahlung ist ein langer, tief aus dem Bauch kommender Atem wichtig: Atmen Sie ein "F" gegen die geschlossenen Lippen, bis Sie keine Luft mehr haben. Halten Sie dabei eine Hand auf dem Bauchnabel, eine am unteren Rippenbogen. Öffnen Sie nun den Mund, lassen Sie passiv Atem einströmen. Wiederholen Sie die Übung ein, zwei Mal und versuchen Sie bei jedem Ausatmen, den Atem zu verlängern.

Die Artikulation verbessern
Stehen Sie aufrecht, die Hände an den unteren Rippenbögen eingestützt. Legen Sie die Zunge an den so genannten Artikulationswulst hinter den oberen Schneidezähnen. Stellen Sie sich vor, Sie wollen jemanden zur Ruhe ermahnen: "Zsst". Wiederholen Sie die Übung mit den Lippen: "Psst". Spüren Sie die Reaktion der Artikulation in den Handflächen. Übung maximal drei Mal wiederholen. Ebenfalls gut: Lesen Sie die Tageszeitung laut, setzen Sie dabei die Lippen bewusst ein, um Laute zu formen und achten Sie darauf, dass die Zunge bei entsprechenden Lauten hinter den Schneidezähnen anliegt.

Das Lächeln in der Stimme
Wer mit einem "Pokerface" spricht, klingt kälter und strenger. Schon ein kleines Lächeln verändert die Stimme. Vor allem am Telefon kann das wichtig sein. Gemeint ist ein kleines Lächeln hinter den Augen. Dabei werden die Hohlräume hinter den Augen belüftet und die Stimme klingt voller und freundlicher.