So macht der Herbst nicht nur Kindern Spaß...

Das Laub färbt sich, die Luft wird kühler, der Herbst ist da. Was viele Erwachsene melancholisch stimmt, genießen Kinder auf ihre Art: Schätze sammeln in der Natur, Spazierengehen auch bei Schmuddelwetter, Spiel und Spaß an langen Abenden. Wie Sie die bunteste aller Jahreszeiten mit Kindern fit und gesund erleben können, dazu finden Sie hier jede Menge Anregungen.

Draußen toben und spielen - welchem Kind macht das keinen Spaß? Nicht nur an sonnigen Herbsttagen, sondern auch bei windigem oder sogar regnerischem Wetter ist die Bewegung im Freien für die kindliche Entwicklung wichtig. Ballspiele, Balancieren, Seilchenspringen, Rollerfahren, Stelzenlaufen und Klettern verbessern Reaktion und Koordination. Das wirkt sich direkt auf das Denkvermögen und somit die schulischen Leistungen aus. Immer mehr Kinder weisen bei Einschulungstests erhebliche Mängel in ihrer motorischen Entwicklung auf. Dafür ist nach Ansicht von Pädagogen und Lernpsychologen die allgemeine Bewegungsarmut der Kinder mit verantwortlich: Fernsehen und Computer seien an die Stelle von "Open-Air"-Beschäftigungen getreten. Durch den Sportunterricht an den Schulen werde dieses Defizit nur unzureichend ausgeglichen. Setzen Sie Ihre Kinder also bei jeder sich bietenden Gelegenheit "an die frische Luft". Und am besten: Gehen Sie gleich mit! Denn die Bewegung im Freien hat noch einen weiteren positiven Effekt: Sie stärkt die Abwehrkräfte und macht Sie und Ihre Kinder fit für den bevorstehenden Winter.

Wie keine andere Jahreszeit lädt der Herbst zu Entdeckungsreisen ein. Sammeln Sie mit Ihren Kindern unterwegs bunte Blätter, Zweige, Kastanien, Eicheln, Bucheckern, Zapfen, Rindenstücke, Nüsse, Steine. Und so wird daraus herbstlicher Schmuck für die Wohnung:

  • Für Eilige: Laub und Früchte in eine flache Schale oder einen Korb (ausgedienter Brotkorb) legen. Einige Äpfel dazu oder eine dicke Kerze in die Mitte - fertig ist die Tischdeko.
  • Für Geübte: Aus Kastanien und Eicheln kleine Figuren basteln oder Ketten herstellen. Die Früchte müssen vorher mit einer spitzen Nadel angebohrt werden - Vorsicht, Verletzungsgefahr!
  • Für die Jüngsten: Bilder und Collagen aus gepressten Blättern kleben.
  • Für Naturforscher: Ein Herbarium anlegen: Getrocknete Blätter in ein Heft kleben, Baumart, Fundort und Datum dazuschreiben.
  • Für die Kinderparty: Blättergirlanden basteln und sie anstelle von Luftschlangen aufhängen - dazu buntes, getrocknetes Laub an langen Schnüren auffädeln.

Einfach nur "Spazierengehen" steht bei den meisten Kindern nicht besonders hoch im Kurs. Sie planen mit Ihrer Familie einen Ausflug? Wir haben für mehr Spannung und Action einige nützliche Tipps zusammengestellt:

  • Kletterpartie: Der Apfelbaum in Nachbars Garten muss darunter nicht mehr leiden, seit es vielerorts Hochseil- und Klettergärten gibt. Dort können alle Familienmitglieder ihre Geschicklichkeit und Schwindelfreiheit unter Beweis stellen. Indoor-Klettern heißt die Alternative bei Regenwetter.
  • Drachen steigen lassen - der Herbstklassiker: Dank moderner High-Tech-Fluggeräte auch bei Vätern beliebt. Ein selbst gezimmerter Drachen macht aber immer noch am meisten Spaß!
  • Wald-Olympiade: Gibt dem Waldspaziergang eine sportliche Note. Stellen Sie sich und Ihren Kindern dazu verschiedene Wettkampfaufgaben, zum Beispiel auf Baumstämmen balancieren (wer am schnellsten ohne runter zu fallen balanciert gewinnt), kleinere Äste werden zum Mikado zusammengelegt (Gewinner ist, wie beim Original-Mikado, wer am längsten ohne Wackeln Äste herausziehen kann), Tannenzapfen-Weitwurf (es gewinnt der weiteste Wurf).
  • Kultur für Kinder: Kultur finden Kinder oft zum Gähnen. Viele Museen haben aber regelmäßig Veranstaltungen speziell für Kinder im Programm. Manche Städte bieten auch geführte Stadtrundgänge an, die auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet sind.

"Mir ist sooo langweilig". Sie hören dies jetzt wieder öfter von Ihren Kindern? Dann brauchen Sie Spiele, die Spaß machen und die Konzentration fördern. Übrigens: Diese eignen sich nicht nur für Regentage!

  • Memory kennt jeder - neu wird es beispielsweise durch selbst gefertigte Bildkärtchenpaare. Dazu können Sie Urlaubsfotos vervielfältigen oder freiverfügbare Motive aus dem Internet ausdrucken.
  • Eine interessante Variante ist Hörmemory: Leere Dosen von Fotofilmen oder Streichholzschachteln jeweils paarweise mit Reis, Erbsen, Schrauben, Papierschnipseln usw. füllen und verschließen. Durch Rütteln müssen die Geräusche erkannt und die Paare zugeordnet werden.
  • Auch für größere Gruppen geeignet sind Wortspiele, bei denen die gefundenen Wörter immer in der gleichen Reihenfolge wiederholt werden müssen. Nach der Reihe muss jeder aus der Gruppe ein Wort nennen. Die folgenden Nachbarn wiederholen alles vorher gehörte und fügen ein neues Wort hinzu. So kann man z.B. besonders phantasievolle Dinge in seinen Koffer packen ("Ich packe meinen Koffer und lege hinein ...") oder aufzählen, was "Otto mag" (nur Begriffe mit Doppelkonsonanten wie Sonne gelten).
  • Ruhespiele fördern die Konzentration und entspannen: Rückenschrift (ein Kind muss erkennen, welche Zahlen oder Buchstaben ihm ein anderes mit dem Finger auf den Rücken malt) oder Windgeräusche (ein Fenster wird geöffnet, alle schließen die Augen und lauschen. Nach einer Minute müssen sie aufzählen, was sie gehört haben).
  • Für Freunde kniffliger Denksportaufgaben sind Zahlenrätsel wie das populäre Sudoku genau richtig. Auch Legespiele wie Tangrams (Plättchen aus einfachen geometrischen Formen müssen durch Tüfteln zu größeren Formen zusammengelegt werden) und Streichholzrätsel (Die Streichhölzer werden in eine bestimmte Form oder ein Rechenaufgabe gelegt. Durch geschicktes Austauschen weniger Hölzer entsteht eine neue geometrische Form oder die Aufgabe wird gelöst.) Logikrätsel sprechen eher ältere Kinder und Jugendliche an.
  • Einfache Bilderrätsel, Labyrinthe und Mandalas mögen schon jüngere Kinder.

Kürbisse in leuchtenden Farben, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Nüsse, Paprika, Tomaten, Blumenkohl, Brokkoli und Möhren - das alles gibt es im Herbst saisonfrisch. Doch viele Eltern haben ihre liebe Not, den Sprösslingen Obst und Gemüse schmackhaft zu machen. Was hilft?

  • Kinder mögen es bunt, also bringen Sie Farbe auf den Tisch! Möglichst nach dem Ampelprinzip rot, gelb, grün. Jede Farbe steht für eigene wichtige Inhaltsstoffe. Grüne Gemüse enthalten beispielsweise stimmungshebende Cytorphine, die uns in der dunklen Jahreszeit gut tun.
  • "Das ist ja eklig!" - mit diesem Ausspruch meinen Kinder meist mehr das Aussehen als den Geschmack. Servieren Sie das Gemüse lieber knackig gedünstet als stark gekocht. Wenn möglich auf das Schälen verzichten. Dabei werden die Nährstoffe geschont und das Gemüse behält seine Form und Farbe.
  • Viele Gemüse wie zum Beispiel Paprika, Möhren, Kohlrabi, schmecken auch roh und sind, mundgerecht zerkleinert, ein idealer Pausensnack.
  • Lassen Sie Ihre Kinder beim Einkaufen und Zubereiten helfen. Dabei kommt der Appetit von selbst.
  • Probieren Sie immer wieder Neues aus: Im Herbst zum Beispiel aus Äpfeln und Birnen selber Dörrobst herstellen oder einen Kürbis aushöhlen und aus dem Fruchtfleisch eine Suppe zubereiten.

Herbstwetter ist unberechenbar: Morgens und abends oft unangenehm kalt, über Mittag an schönen Tagen noch sommerlich warm. Kinderbekleidung sollte solche Wechselbäder mitmachen können. Ideal: Mehrere Lagen übereinander tragen: T-Shirt, leichter Pulli oder Strickjacke und Anorak. Für Kinder, die beim Spielen und Toben schnell ins Schwitzen geraten, ist Funktionsunterwäsche aus Mikrofaser ratsam. Sie wärmt gut und leitet den Schweiß nach außen, so dass auf der Haut kein Kältegefühl entsteht.
Herbstlichem Schmuddelwetter halten Anoraks aus wasserabweisendem Oberstoff mit warmem Innenfutter am besten stand sowie Schuhe oder Stiefel aus dem gleichen Material. Vor kühlem Wind schützen Schal und Mütze oder Stirnband. Da Kinder keine Pfütze links liegen lassen, gehören Gummistiefel zur Grundausrüstung. Kleinere Kinder, die viel im Sandkasten spielen, sollten mit einer nässefesten Buddelhose ausgerüstet sein. Eine dünne Regenhose zum Überziehen ist eine sinnvolle Anschaffung, wenn Kinder viel mit dem Fahrrad unterwegs sind.

 

 

Irgendwann im Herbst bringt jedes Kind eine Erkältung aus dem Kindergarten oder der Schule mit nach Hause. So kommt Ihr Kind besser über die Runden:

  • Bei Halsschmerzen mit warmem Salzwasser gurgeln und viel trinken. Salbeitee hilft gut, ist aber bei Kindern unbeliebt. Doch auch Wasser, Saftschorle, Brühe erfüllen den Zweck, die Rachenschleimhaut feucht zu halten. Ein lauwarmer Halswickel lindert die Schluckbeschwerden.
  • Verstopfte Nase und Schnupfen ein- bis zweimal täglich mit abschwellenden Nasentropfen behandeln; danach mit Salzwasser inhalieren. Für feuchtes Raumklima sorgen: z.B. feuchte Tücher im Zimmer des Kindes aufhängen.
  • Gegen Husten haben sich Quarkwickel bewährt: 50 bis 100 Gramm Magerquark leicht erwärmen, fingerdick zwischen zwei Baumwolltücher streichen, dem Kind auf die Brust legen, erst ein Handtuch darüber wickeln, dann eine Wolldecke auflegen.
  • Ruhe und Schonung wirken Wunder. Ein oder zwei verpasste Schultage sind notfalls einem verschleppten Infekt vorzuziehen. Wenn das Fieber auf 39 Grad klettert, das Kind sich sehr krank fühlt oder nach zwei bis drei Tagen keine Besserung eintritt, zum Arzt gehen.

Viele Kinder legen im Herbst ihren Weg zur Schule im Dunkeln zurück. Als Fußgänger und Radfahrer sind sie dann besonders gefährdet. Laut Statistik verunglücken zwischen Oktober und März mehr als doppelt soviel Kinder zwischen sechs und acht Uhr morgens wie im Sommerhalbjahr. Entscheidend im Straßenverkehr: Gut sichtbar sein! Während ein Kind in reflektierender Kleidung von einem Autoscheinwerfer bereits aus 160 Metern Entfernung angestrahlt wird, ist es in dunklem Outfit erst ab 30 Metern zu sehen - das ist oft zu spät. Beim Kauf von Bekleidung, Schulranzen und -taschen daher unbedingt helle Farben bevorzugen, möglichst mit reflektierenden Sicherheitsstreifen. Reflektoren gehören auch auf Fahrradhelme. Ein Beleuchtungscheck am Fahrrad ist im Herbst ein Muss: Funktionieren Vorder- und Rücklicht einwandfrei? Sind die Reflektoren komplett? Ist das Rad mit Standlicht ausgerüstet? Heller als herkömmliche Dynamos strahlen batteriebetriebene Vorder- und Rücklichter. Allerdings muss zusätzlich immer ein funktionstüchtiger Dynamo am Rad angebracht sein. Und schließlich: Tragen auch Sie als Autofahrer durch eine angepasste Fahrweise dazu bei, dass Kinder im Straßenverkehr sicher sind!