Bewegung mit Kindern

Schon Säuglinge zeigen Bewegungsdrang und strampeln aus gutem Grund: Bewegung ist die Voraussetzung für eine gesunde körperliche, seelische, geistige und soziale Entwicklung. Generell benötigt ein Kind wesentlich mehr Bewegung als ein Erwachsener: Täglich zwei bis drei Stunden erhalten optimal die Gesundheit Ihres Kindes. Doch im Alltag kommt dies oft zu kurz. Stundenlang sitzen Kinder in der Schule und zu Hause vor Fernseher oder Computer. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die Motorik, das Selbstbewusstsein und die Konzentrations- und Lernfähigkeit. Meist gilt: Aktive Kinder bewegen sich auch als Erwachsene gern und oft. So halbiert sich auch das Risiko, später unter Rückenschmerzen, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden. Für Kinder muss Bewegung in erster Linie Spaß machen. Am besten ist es, wenn die Eltern Vorbild sind.

Bewegung: altersgerecht und abwechslungsreich

Sie können mit Kleinkindern zum Babyschwimmen, auf den Spielplatz oder zum Eltern-Kind-Turnen gehen. Aber auch Fangen oder Ball spielen, Papierflugzeuge jagen oder spazieren gehen sind ideale Möglichkeiten für mehr Bewegung im Alltag. Natürlich kann Ihr Kind Sie auch auf dem Laufrad oder Tretroller begleiten – der ideale Einstieg zum Fahrradfahren. Kinder im Grundschulalter können in der Regel Fahrradfahren, Schwimmen und Inline-Skaten lernen. Gemeinsame Ausflüge mit einem ausgewogenen Picknick und viel Spiel, z.B. Gummitwist, Seilspringen, Federball- oder Frisbeespielen, machen jetzt besonders viel Spaß.

Ab dem 10. Lebensjahr kann sich Ihr Kind aufgrund der eigenen Fähigkeiten eine passende Sportart aussuchen. Da es sich auf dem Höhepunkt der motorischen Entwicklung befindet, werden neue Techniken jetzt besonders gut erlernt. Setzt jedoch die Pubertät ein, kommt es aufgrund der körperlichen Veränderungen oft zu Koordinationsproblemen, wohingegen die Kondition der Jugendlichen besonders gut ist. So sind sie beispielsweise beim Fußball, Handball oder Laufen erfolgreich. Außerdem schaffen Zwölfjährige bereits Distanzen von 10 km. Nach dem 15. Geburtstag können Jugendliche sogar an einem Halbmarathon teilnehmen. Aber der Grundsatz muss heißen: Es soll Spaß machen und niemand überfordert werden.

Kinder sind gute Ausdauersportler

Aufgrund Ihres Stoffwechsels haben Kinder jeder Altersklasse sogar bessere Voraussetzungen für moderaten Ausdauersport als Erwachsene. Eltern können also auch mit ihrem Nachwuchs joggen oder walken, solange diese das Tempo bestimmen können. Drei- bis Vierjährige können bereits Strecken bis 1.000 Meter bewältigen. Kinder unter neun Jahren sollten nicht mehr als drei Kilometer, Neun- bis Elfjährige nicht mehr als fünf Kilometer laufen. Achten Sie auch darauf, dass Laufen nicht die einzige Bewegungsform ist. Die körperliche Entwicklung soll ja nicht einseitig verlaufen. Außerdem ist eine Überlastung des Kinderkörpers auf jeden Fall zu vermeiden, da es sonst zu Schäden kommen kann. Während Herz- und Kreislaufsystem sich bei einem langsam gesteigerten Training genauso gut wie bei Erwachsenen anpassen, sind Knochen, Knorpel, Sehnen und Bänder besonders empfindlich, da sie sich noch entwickeln. Wenn Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes berücksichtigen und – je nach Sportart – für eine ausreichende Sicherheitsausrüstung sorgen, kann der Einstieg in ein bewegtes Leben gar nicht früh genug beginnen.