Schulranzen: Augen auf nicht nur beim Kauf

Zuckertütenzeit - Wenn ABC-Schützen ihren ersten Schulweg antreten, muss ein vernünftiger Ranzen her, um alle Bücher und Hefte, Federmappe, Brotdose und Trinkflasche zur Schule und zurück zu transportieren. Und wer die Wahl hat, hat die Qual: Ein beeindruckend großes und buntes Sortiment macht die Entscheidung wirklich nicht leicht. Doch welches Angebot ist das richtige – vor allem für die Rückengesundheit Ihres Kindes?

Rückenschmerz: Ist der schwere Ranzen Schuld?

An dieser Stelle gehen die Meinungen auseinander. Seit einiger Zeit gilt die Faustregel, dass der gefüllte Ranzen nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen sollte. Wiegt der Erstklässler also 24 Kilogramm, dürfte das Gewicht des Ranzens nicht mehr als 2,4 Kilogramm betragen. Das ist nicht leicht zu realisieren, bringen die meisten leeren Ranzen doch schon ein gutes Kilo auf die Waage.

Inzwischen sieht man allerdings nicht mehr in zu schweren Schulmappen die alleinige Ursache für chronische Rückenschmerzen und Formveränderungen der kindlichen Wirbelsäule, sondern auch im zunehmenden Bewegungsmangel. So werden bereits in Schuleingangsuntersuchungen bei vielen Kindern Haltungsschwächen oder gar Haltungsschäden festgestellt.

Für einen gesunden Rücken muss also nicht nur der Ranzen so leicht wie möglich und ergonomisch geformt sein. Kinder sollten auch durch Bewegungsanreize und etwas Training der Muskeln auf die Anforderungen des Alltags vorbereitet werden.

Unsere Schulranzen-Tipps

  1. Achten Sie beim Kauf auf die Zertifizierung nach der DIN 58124. Schulmappen, die diese Qualitätskriterien erfüllen, sind leicht, haltbar, wasserabweisend, körpergerecht und mit Reflektoren ausgestattet.
  2. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollte der Ranzen die Konturen des Kindes nicht überragen, also nicht seine Beweglichkeit einschränken. 
  3. Suchen Sie den Ranzen gemeinsam mit Ihrem Kind aus. Lassen Sie ihn anprobieren, um die Passform zu überprüfen. Achten Sie dabei auch auf gepolsterte Tragegurte.
  4. Rucksäcke und Tragetaschen sind ungeeignet, Trolleys eher unpraktisch.
  5. Helfen Sie Ihrem Kind beim Mappepacken für den nächsten Tag. Was braucht es wirklich? Alles nicht unbedingt Notwendige sollte zu Hause bleiben.
  6. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Ranzen nicht über einer Schulter sondern auf dem Rücken trägt. Überprüfen Sie zudem regelmäßig, ob die Tragegurte passend und gleichmäßig eingestellt sind.
  7. Vor allem: Sorgen Sie für ausgleichende Bewegung und sportliche Aktivitäten bei und mit Ihrem Kind. Gehen Sie als gutes Beispiel voran, Kinder brauchen Vorbilder!