Trotz Schließung von Kita und Schule: Kinder sinnvoll beschäftigen

Schul- und Kita-Schließungen stellen Eltern im ganzen Land dieser Tage vor Herausforderungen: Die Frage ist nicht nur, wer den Nachwuchs betreut, sondern auch wie! Für Ihre Kinder ist dies ebenfalls eine besondere Situation. Zwar werden sie erst ab einem gewissen Alter das derzeitige Geschehen auf der Welt nachvollziehen können, dass es sich hier um eine Ausnahmesituation handelt, merken aber bereits die Kleinsten. Doch die Aufregung über die unverhoffte gemeinsame Zeit mit Mama und Papa kann schnell umschlagen, wenn sinnvolle Alternativen zur Beschäftigung im Kindergarten oder das Lernen im Klassenverband fehlt. Kinder ohne Geschwister sehen sich zudem in der unglücklichen Lage, nur wenig Kontakt zu Gleichaltrigen halten zu können.

Machen Sie für sich und Ihre Familie das Beste daraus und kommen Sie dem "Budenkoller" zuvor. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt.

Was ist das beste Mittel gegen Langeweile? Natürlich Bewegung! Auch, wenn es sonst im Haus oder der Wohnung eher ruhig zugeht und Rennen und Spielen draußen stattfinden, sollte jetzt in den eigenen vier Wänden nach Herzenslust getobt werden dürfen. Um Ihre Einrichtung und Nerven zu schonen, können Sie das bei Kleinkindern am besten in Form von Bewegungsspielen gut koordinieren. Besonders leicht, auch bei wenig Platz, funktioniert dies mit Kinderliedern wie "Hände waschen" oder "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann". Hier werden die Bewegungen bereits im Liedtext vorgegeben und einfach nachgemacht.

Ältere Kinder können eine Tanzchoreografie zu ihrem Lieblingslied einstudieren oder sich sogar selbst ausdenken. Das sorgt nicht nur für jede Menge Bewegung, sondern schult auch die Koordination sowie Konzentration. Klassische Kinderspiele wie "Reise nach Jerusalem" (Auch als Stuhl- oder Kissentanz bekannt) oder "Herr Fischer, Herr Fischer, wie tief ist das Wasser?" sorgen auch heute noch für viel Spaß. Starten Sie darüber hinaus doch Ihre eigene kleine Bewegungsolympiade! Wer kann die meisten Kniebeuge, wer die schönste Vorwärtsrolle – und schafft jemand einen Kopfstand an der Wand? Wenn Sie einmal in Bewegung sind, fallen Ihnen sicher noch viele andere Möglichkeiten ein, sich gemeinsam auch in der Wohnung ein wenig auszupowern.

Die große Sorge vieler Eltern ist sicherlich, dass ihr Kind nach Wochen ohne Schulunterricht den Bezug zum Lernstoff verliert und nur schwer wieder die nötige Konzentration dafür aufbringen kann. Um dies etwas abzufedern, haben viele Schüler Aufgaben bekommen, die in der Zeit des Ausfalls gelöst werden sollen – andere Einrichtungen stellen regelmäßig online Schulstoff bereit. Nehmen Sie dies ernst und planen Sie dafür feste Zeiten am Tag ein. Dabei ist auch mal das Tablet oder der PC erlaubt, denn digitale Angebote sind in der derzeitigen Situation eine große Stütze für Eltern: So bietet die Lernplattform "scoyo" aufgrund der Schulschließungen zwei Wochen lang eine kostenfreie Nutzung an. Auf youtube vermitteln zahlreiche Tutorials Schulkenntnisse für jede Klassenstufe. Um das Lernen und Bearbeiten von Aufgaben mit Schulbuch und Hefter aufzulockern können auf der Plattform www.schulfilme.com alle Schulfilme derzeit kostenlos angeschaut werden.
Kleine Experimente mit Wasser, Licht oder Luft werden von Ihren Kinder je nach Klassenstufe begeistert angenommen werden und sorgen für ein spielerisches Kennenlernen von naturwissenschaftlichen Zusammenhängen. Auch hier bietet das Internet zahlreiche Vorschläge mit Materialien, die Sie garantiert im Haus haben.

Dass auch Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder, Sporthallen oder Spielplätze geschlossen sind, bedeutet für Eltern eine zusätzliche Schwierigkeit. Aber auch diese kann bewältigt werden, denn der generelle Aufenthalt im Freien ist – außer in besonderen Fällen wie der Quarantäne – (noch) nicht untersagt. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um bei kleineren Radtouren oder einem Ausflug die Natur zu erkunden. Wenn Sie einen eigenen Garten haben, dann gestalten Sie doch aus Materialien wie Holz, alten Reifen und Seilen einen eigenen kleinen Spielplatz, einen Hindernisparcours oder bauen Sie mit Ihren Kindern ein Spielhaus. Ihrer Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt und auch alte Möbel oder "Gerümpel" finden so noch eine Verwendung. Wenn Sie nicht die Vorteile einer eigenen Grünfläche genießen können, machen Sie Ihren Balkon oder die Fensterbank zum Minigarten! Pflanzen Sie gemeinsam Blumen, Kräuter oder Gemüse an.

Auch wenn es besonders Kindern schwer fällt, ohne die Freunde aus dem Kindergarten und der Schule zu spielen: Die hier vorgestellten Ideen sollten Sie innerhalb der Familie umsetzen. Spielverabredungen, Gruppenausflüge ins Grüne oder Bastelnachmittage im großen Kreis stehen dem Sinn der Schließungen entgegen und Verlagern das Ansteckungspotenzial lediglich auf andere Bereiche des Lebens. Seien Sie als Eltern ein Vorbild und zeigen Sie, dass diese Zeit mitsamt ihren Einschränkungen keine angenehme ist, sie aber vorbei geht.  

Anmerkung: Die hier vorgestellten Tipps und Empfehlungen wurden im Hinblick auf die aktuelle Lage am 17.03.2020 verfasst. Sollte sich diese ändern und beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf den Aufenthalt im Freien angepasst werden, haben diese selbstverständlich Vorrang. Bitte informieren Sie sich vorab über etwaige Änderungen der Auflagen.