Multi-Tasking – Rezept gegen Dauerstress oder nur Illusion?

An vielen Arbeitsplätzen lautet heutzutage das Motto: Am besten alles gleichzeitig. Das Telefon, die Kollegen, eMails und Kunden fordern zeitgleich unsere Aufmerksamkeit. Zusätzlich werden wir mit Radio-Informationen berieselt. Das fordert seinen Preis. Das Phänomen des Erledigens mehrerer Aufgaben gleichzeitig wird als Multi-Tasking bezeichnet. In der Arbeitswelt ist es vor allem bei jüngeren Menschen zunehmend üblich. Aber ist es auch effektiv und gesund für den Körper? Denn die Gefahr, sich zu verzetteln und unwichtige von wichtigen Informationen nicht mehr unterscheiden zu können, ist groß. Auf lange Sicht kann dies auch zum Verlust der Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, führen.

Multitasker sind bei Störungen anfälliger

Eine Studie zeigt, dass insbesondere bei auftretenden Störungen Multitasker mehr Zeit benötigen, um eine Aufgabe zu lösen. Zudem sind sie schneller und leichter abgelenkt und Informationen, die unwichtig für die Aufgabe sind, bekommen ihre Aufmerksamkeit. Treten keine Störungen auf, werden die Aufgaben hingegen gleich gut und gleich schnell erledigt. Generell lässt sich jedoch feststellen, dass die Informationsverarbeitung und Aufmerksamkeitskontrolle bei der Gruppe der Multitasker anders funktioniert. Es ist eine Art geistiges "Zapping", was für das Gehirn eine Doppelbelastung bedeutet und zu Stress und Konzentrationsschwächen führen kann. Bei der Arbeit treten Fehler auf, die wieder gutgemacht werden müssen. So wird wiederum wertvolle Arbeitszeit verschwendet.

Menschliches Multitasking gibt es nicht?

Ein Aachener Psychologe meint, dass die Menschen Dinge nicht gleichzeitig machen, sondern die zu fällenden Entscheidungen hintereinander treffen – und zwar binnen hundert Millisekunden. Ist der Wechsel zwischen den Aufgaben zu schnell, wirkt sich das auf die Konzentration aus und verlangsamt somit die Bearbeitungszeit der einzelnen Aufgabe. Multitasker sind oft "vernetzte" Menschen, die täglich ihre Informationssysteme überwachen. Das kostet Zeit und fordert einen Teil der Aufmerksamkeit. Sie haben daher oft das Gefühl, nichts zu schaffen. 

Was Sie tun können

Konzentrieren Sie sich bei der Arbeit auf möglichst wenige Aufgaben gleichzeitig und vermeiden oder minimieren Sie im Idealfall die Störungen durch andere oder durch eine zusätzliche Informationsflut wie z.B. dem Radio. Checken Sie Ihre eMails beispielsweise nur zweimal am Tag. So können Sie in der Zwischenzeit wichtige Aufgaben konzentriert und ohne Fehler erledigen. Und verzichten Sie in Ihrer Freizeit ab und zu vollkommen auf die elektronischen Medien. Lassen Sie Laptop und Handy einfach liegen und tun Sie zum Ausgleich etwas für Ihren Körper: Sport, Wellness oder ein entspanntes Treffen mit Freunden.