Blut – Treibstoff des Körpers

Wie Benzin Motoren und Wasser Turbinen antreibt, so braucht unser Körper Blut, um zu funktionieren. Seit jeher wirkt der rote "Lebenssaft" eine Faszination auf die Menschen aus. Um seine Kraft wissend fürchtete man sich schon früh vor Vampiren und anderen Schauergestalten, die angeblich Blut trinken sollten und der Aderlass war jahrhundertelang eine häufige, wenn auch fragliche, Heilmethode für jegliche Gebrechen. Als Treibstoff unseres Körpers durchläuft es ein kilometerlanges Gefäßsystem und versorgt ihn mit lebenswichtigen Stoffen.

Blut hat sowohl feste als auch flüssige Bestandteile. Zum einen besteht es aus roten und weißen Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) sowie aus den Blutblättchen (Thrombozyten). Das flüssige Blutplasma enthält etwa 90 Prozent Wasser, der Rest sind Eiweiße, Nährstoffe, Elektrolyte und weitere gelöste Stoffe. Ein Erwachsener hat, je nach Körpergewicht, etwa vier bis sechs Liter Blut. Seine rote Farbe erhält es durch die roten Blutkörperchen. Ebenso wie die übrigen Blutzellen werden diese im Knochenmark gebildet und gelangen von dort in den Blutstrom, der sich seinen Weg durch ein ausgeklügeltes System von Gefäßen bahnt. Während das Blut den menschlichen Blutkreislauf absolviert, erfüllt es zahlreiche Aufgaben.

Das Gefäßsystem des Blutkreislaufes ähnelt einer Autobahn mit vielen Abzweigungen und Verästelungen, bis schließlich nur noch kleine Trampelpfade in die entlegensten Winkel des Körpers führen. In diesem weiträumigen Netzwerk ist das Blut unterwegs und hat u.a. Sauerstoff, der von den roten Blutkörperchen transportiert wird, im Gepäck. Diesen bringt es über die Venen zum Herzen, gibt den Sauerstoff ab und führt Giftstoffe wie Kohlenmonoxid über die Arterien wieder weg. Während dieses Kreislaufes versorgt es ebenfalls alle Organe mit lebenswichtigen Stoffen. Auch Hormone gelangen auf diese Weise durch den Körper.
Des Weiteren reguliert das Blut die Wärmezufuhr, was bereits auf den ersten Blick sichtbar ist. Gerötete Haut spricht für eine gute Durchblutung, über die Wärme weitergegeben wird. Ist die Haut blass und fühlt sich kühl an, ist dies ein Anzeichen für eine schlechte Blutversorgung.

Als "Gesundheitspolizei des Körpers" bekämpfen die weißen Blutkörperchen etwaige Eindringlinge wie Bakterien oder Viren. Des Weiteren bilden sie Antikörper, welche sie im Notfall schnell vermehren und so gegen Erreger einsetzen können. Die Blutblättchen wiederum verschließen Wunden und stoppen, mithilfe von Gerinnungsfaktoren, auftretende Blutungen.

Bei der Klärung von Krankheitsursachen gibt Ihr Blut aussagekräftig Antwort. Die Blutabnahme ist deshalb eine häufig angewandte Maßnahme, um Beschwerden, Erkrankungen oder Funktionsstörungen abzuklären. Dabei unterscheidet man zwischen dem großen und dem kleinen Blutbild. Letzteres zeigt die Konzentration der verschiedenen Blutzellen sowie den Gerinnungswert (Hämoglobinwert) und das Verhältnis von flüssigen und festen Bestandteilen (Hämatokritwert). Das große Blutbild wiederum besteht aus einem kleinen Blutbild, das um ein so genanntes Differenzialblutbild ergänzt wird. Die Untergruppen der weißen Blutkörperchen werden dabei untersucht, was noch genauer Aufschluss über Ihren Gesundheitszustand gibt.

Doch auch im Blut selbst kann die Ursache für eine Erkrankung liegen. So entsteht beispielsweise eine Anämie – auch Blutarmut genannt – wenn zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden sind bzw. die vorhandenen ihre Aufgabe nicht erfüllen können. Dies kann u.a. durch Eisenmangel passieren. In der Folge wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Betroffenen sind oft müde, leiden an Kopfschmerzen und büßen ihre Leistungsfähigkeit ein.
Die Erkrankung Leukämie, bekannt als "Blutkrebs", umfasst genau genommen eine Gruppe von Krebserkrankungen, die mit dem an der Blutbildung beteiligten System in Verbindung stehen. Ursprungspunkt sind die Knochenmarkszellen. Dort ist die Blutbildung durch eine Überproduktion weißer Blutkörperchen, welche zudem funktionsunfähig sind, beeinträchtigt.
Das Krankheitsbild Hämophilie ist besser bekannt unter dem Namen "Bluterkrankheit". Die Betroffenen leiden unter einer Störung der Blutgerinnung. Indem ein bestimmter Gerinnungsfaktor nicht gebildet wird, führen bereits kleine Verletzung zu einer unverhältnismäßigen Blutung, da sich die Wunde kaum schließt. Männer sind von dieser Krankheit häufiger betroffen. Dies scheint zuerst verwunderlich, denn Träger des Gens, welches für die betroffenen Faktoren der Blutgerinnung zuständig ist, ist das weibliche X-Chromosom. Männer haben davon jedoch nur eines, Frauen gleichen dies hingegen durch ihr zweites, in den meisten Fällen intaktes, X-Chromosom aus.

Obwohl jeder Mensch darauf angewiesen ist und täglich etwa 15.000 Konserven benötigt werden, kann Blut bis heute nicht künstlich hergestellt werden. Um in der Unfallchirurgie, bei Operationen und zur Therapie von Erkrankungen Patienten mit Blut versorgen zu können, sind Blutspenden aus der Bevölkerung lebenswichtig.
Wenn Sie sich auf diese Art sozial engagieren möchten, können Sie einfach die Blutspendetermine ehrenamtlicher Dienste, gemeinnütziger Gesellschaften oder Klinik-Blutbanken wahrnehmen. Als Spender müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein, dürfen nicht weniger als 50 kg wiegen und sollten sich gesund fühlen. Bei der Erstspende dürfen Sie nicht älter als 64 sein, generell ist eine Blutspende bis zu einem Alter von 73 Jahren möglich. Minderjährige und Frauen in der Schwangerschaft sowie sechs Monate nach der Entbindung dürfen nicht spenden. Darüber hinaus existieren generelle Ausschlusskriterien, über die Sie sich vor einer Blutspende informieren sollten. Zeitweise Sperrfristen sind u.a. bei Auslandsreisen außerhalb der EU sowie nach Operationen, dem Ohrlochstechen und dem Tätowieren zu beachten.

Grundsätzlich wird zwischen einer Vollblutspende, bei der im Anschluss die einzelnen Bestandteile zur Weiterverarbeitung voneinander getrennt werden, sowie einer Plasmaspende unterschieden. Blutplasma darf öfter gespendet werden – bis zu 45 Mal im Jahr – da es schonender für den Körper ist und die festen Bestandteile wieder zugeführt werden. Auch die Blutgruppe spielt bei einer Plasmaspende keine Rolle. Hingegen sollte eine Vollblutspende von Frauen nicht öfter als viermal, von Männern sechsmal im Jahr vorgenommen werden. Dabei ist ein Mindestabstand von acht Wochen zu beachten. Neben dem guten Gefühl, anderen Menschen mit der Blutspende geholfen zu haben, erhalten die Spender durch die vorgenommenen Laboruntersuchungen genau Auskunft über ihren Gesundheitszustand. Bei auffälligen Werten werden Sie umgehend benachrichtigt.