Gesunde Füße - zu jeder Jahreszeit

Ob wir gehen, stehen oder laufen - die Füße werden immer stark belastet. Gute Pflege und die richtigen Schuhe halten sie fit. Grundvoraussetzung, damit Sie gut zu Fuß bleiben, ist das passende Schuhwerk. Unter Schuhen, die drücken oder bei jedem Schritt schlappen, leiden nicht nur die Füße, sondern auch der ganze Körper. Eine ständige Fehlhaltung lässt Gelenke und Bandscheiben vorzeitig verschleißen. Die Folge sind oft Rückenschmerzen, Arthrose und Kopfschmerzen. Zu feuchte Schuhe bieten außerdem Pilzen und Bakterien eine Angriffsfläche. Aber auch mit dem richtigen Schuhwerk ausgestattet, brauchen Ihre Füße ganz besondere Aufmerksamkeit. Regelmäßige Massagen, Bäder und das Eincremen machen Ihre Füße fit für jede Jahreszeit.

Pflege bis zu den Zehen: Bäder und Massagen

Gönnen Sie Ihren Füßen öfter mal ein 10-minütiges, warmes Fußbad. Das reinigt und hilft zum Beispiel im Winter gegen Eisfüße. Ein paar Tropfen Rosmarin- oder Fichtennadelöl wirken außerdem belebend. Lavendelöl hingegen entspannt. Extra-Tipp: Ein Esslöffel Honig im Wasser pflegt die Haut und macht sie elastisch. Nach dem Bad die Füße kalt abbrausen und gut abtrocknen. Auch zwischen den Zehen, denn das sind Angriffsflächen für Fußpilz. Verhornte Hautstellen können Sie anschließend sanft mit einem Bimsstein entfernen. Mit einer rasch einziehenden und rückfettenden Creme bleibt die Haut weich und glatt.

Der richtige Schuh: Platz für die Zehen lassen

98 Prozent aller Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt, aber nicht einmal die Hälfte bewahren sie sich bis ins Erwachsenenalter. Und 95 Prozent aller Fußbeschwerden werden durch falsches Schuhwerk verursacht, schätzen Orthopäden. Der Grundstein dazu wird oft bereits im Kindesalter gelegt. Kinderfüße sind besonders gefährdet, weil sie weich und leicht verformbar sind und rasch wachsen. Viel zu häufig stecken sie in zu kleinen und zu engen Schuhen. Das richtige Maß: Mindestens zwölf Millimeter größer als der Kinderfuß sollte das Schuhwerk sein. Ob die Schuhe noch passen, sollten Sie regelmäßig überprüfen. Hilfreich ist dabei z.B. eine Schablone vom Fuß Ihres Kindes, die Sie einfach in den Schuh einlegen.

Auch Erwachsenenschuhe müssen passen! Andernfalls verkrampfen sich Fuß- und Wadenmuskeln, geben Knie und Rücken nicht mehr den nötigen Halt. Das Becken kippt nach vorn, zwingt die Wirbelsäule ins Hohlkreuz. Abgetragene Treter gehören auf den Müll. Gut sitzen Schuhe, wenn die Zehen in der Schuhkappe nach vorne ausreichend Spielraum haben und nicht bei jedem Schritt schmerzhaft anstoßen. Tabu ist aber auch, ein hoffnungslos zu großer Schuh, in dem der Fuß hin und her rutscht. Das Fußbett muss eine natürliche Abrollbewegung beim Gehen ermöglichen. Auf größeren Fußmärschen oder während eines langen Arbeitstages freuen sich Füße über bequeme, gut sitzende Schuhe mit einem kleinen, drei bis vier Zentimeter hohen Absatz. Darin haben die Zehen genügend Raum, um nebeneinander Platz zu finden.

Hochhackig und Plateau - nur in Maßen

In hochhackigen Schuhen ist das Abrollen der Füße kaum möglich. Deshalb sollten sie nur ab und zu getragen werden. Auf Stöckelschuhen verlagert sich das gesamte Körpergewicht auf den Vorderfuß. Die Zehen werden gestaucht und der Ballen extrem belastet. Wer ständig auf hohen Hacken läuft, riskiert, dass sich auf die Dauer Beuge- und Strecksehnen verkürzen, Zehen verkrümmen und schmerzhafte Ballen, Spreiz- oder Knickfüße entstehen - von Hühneraugen und Nagelentzündungen ganz zu schweigen. Auch dauerhaft getragene Plateau-Schuhe sind Gift für die Füße. Denn je dicker die Schuhsohlen, desto mehr werden Fußmuskeln ruhig gestellt und verkümmern.
Sorgen Sie beim Tragen der High Heels zwischendurch für Entspannung. Dazu gehen Sie in Schrittstellung. Das Gewicht verlagern Sie auf das hintere Bein. Die Fußspitzen des vorderen Fußes anheben und auf dem Absatz auf und ab kippeln. Das durchblutet den Fuß und streckt die Wadenmuskulatur.

Eisfüße

Unsere normale Körpertemperatur beträgt etwa 37 Grad – der menschliche Körper ist in der Lage, seine Temperatur unabhängig von der Außentemperatur konstant zu halten. Damit auch in einer kalten Umgebung die lebenswichtigen inneren Organe warm gehalten werden, verengen sich jedoch die Blutgefäße in den "Außenstellen" des Körpers. Das trifft unter anderem die Füße: Sie werden schlechter durchblutet, werden kalt und beginnen zu frieren.

Sind die Füße kalt, kommt auch der Schnupfen
Wenn es kalt ist wird auch die Nasenschleimhaut schlechter durchblutet. Ihre Schutzfähigkeit gegen Viren und Bakterien verringert sich und ein Schnupfen ist vorprogrammiert. Sorgen Sie immer für gut durchblutete und warme Füße, denn die kurbeln auch die Blutzirkulation in der Nasenschleimhaut wieder an und halten so die Schnupfenviren in Schach.

Tipps für zu Hause
Bei Eisfüßen bieten Wechselbäder schnelle Hilfe. Einfach je eine Schüssel mit warmem und eine mit kaltem Wasser füllen. Die Füße abwechselnd hineinstellen: fünf Minuten warm baden, dann für zehn Sekunden ins kalte Wasser. Das ganze zweimal. Zum Schluss mit dem kalten Reiz enden und die Füße mit einem Handtuch abtrocknen.
Sie haben nachts kalte Füße? Dann tragen Sie beim Schlafen warme Wollsocken oder kneten Sie vorm Zubettgehen mit den Händen erst beide Füße durch, um dann in einer bis zur Hälfte mit kaltem Wasser gefüllten Badewanne auf- und abzuschreiten wie ein Storch. Danach die Wassertropfen nur abstreichen und mit noch feuchten Füßen ins Bett gehen. Und das warme Zudecken nicht vergessen.
Auch die Massage mit einem Fußroller oder einer Trockenbürste erweitert die Gefäße und fördert die Durchblutung.

Tipps für unterwegs
Alles, was die Durchblutung hemmt, lässt die Füße frösteln! Also gehören enges Schuhwerk und kneifende Strümpfe nicht an die Füße. Und wer seine Füße bewegt, hält sie warm: Probieren Sie es unterwegs mit Fußgymnastik. Bei längerem Sitzen sollten Sie die Beine nicht übereinander schlagen, denn auch hier wird die Blutzirkulation gebremst. Zwischendurch die Füße kreisen lassen.

Achtung: Fußpilz im Anmarsch

Es juckt, brennt und plötzlich reißt die empfindliche Haut zwischen den Zehen ein. So kündigt sich meist ein höchst ungebetener Gast an: Fußpilz. Nicht ein Erreger gleicht dem anderen, doch eines haben alle Hautpilze gemeinsam. Von selbst verschwinden sie nicht, sondern können von einer Körperstelle auf die nächste übertragen werden und sogar in tiefere Hautschichten eindringen. Es sei denn, Sie wehren sich frühzeitig, fragen Ihren Arzt um Rat oder besorgen sich so rasch wie möglich ein wirksames Medikament, das den Schmarotzer abtötet. Es gibt moderne Präparate, die nur einmal täglich angewendet werden und bereits nach einer Woche Erfolg zeigen. Wichtig ist, die Behandlung durchzuhalten, bis die Pilzerkrankung auskuriert ist. Und alle Schuhe müssen gründlich desinfiziert werden, damit Sie sich nicht immer wieder erneut anstecken.

Über 20 Millionen Bundesbürger leiden an einem Fußpilz. Im Winter kann schlechte Durchblutung dem Pilz den Boden bereiten. Verschwitzte Sportschuhe und Socken, aber auch Fitness- und Saunalandschaften, Duschräume und Schwimmbäder sind Tummelplätze für Pilze. Sandalen und Badeschuhe schützen vor einer Infektion.

Vorsicht ist allerdings bei Sprühdesinfektionsduschen in Bädern und Saunen geboten. Hautärzte warnen, der Wirkstoff sei meist zu gering dosiert. Dafür tummeln sich gerade dort Erreger in besonderer Dichte. Aber auch zu Hause, nach dem Bad in der eigenen Wanne oder nach der Dusche droht Gefahr, wenn Sie es eilig haben und die Zwischenräume zwischen den Zehen nicht gut abtrocknen. Schuhe sollten, z.B. nach dem Sport, stets gut austrocknen. Socken sollten täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.