Aloe Vera – Heilsame Wüstenpflanze

Bereits ihr Aussehen verrät einiges über den Ursprung der Pflanze: Mit ihren dicken und fleischigen Blättern speichert sie Feuchtigkeit und die Stacheln lassen Ähnlichkeit mit einem Kaktus erkennen. Die Aloe Vera ist eine Wüstenpflanze und im arabischen Raum beheimatet, heute findet man sie auch am Mittelmeer sowie in Asien und Nordafrika.Trotzdem kann sie mit wenig Aufwand zu Hause angepflanzt werden und so als frische Zutat in der Hausapotheke Verwendung finden. Nutzen Sie die Wirksamkeit der Aloe Vera, von der schon die alten Ägypter überzeugt waren.

Oft wird die Aloe Vera als eine Art Allheilmittel gelobt, was jedoch etwas zu viel des Guten ist. Zwar kann sie in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, die intensivste Heilkraft entfaltet sie aber bei Hauterkrankungen sowie -verletzungen. Die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung sowie der kühlende Effekt, den sie auf die Haut hat, macht sie zu einem effektiven Mittel bei Verbrennungen oder Neurodermitis. Dafür wird vor allem das Gel genutzt, das das Innenleben der Blätter bildet. Dieses kann direkt auf die Haut aufgetragen oder vor der Benutzung weiterverarbeitet werden. In einem gewissen Maße heilend ist auch der gelbe Saft der Aloe, der unter dem Blattrand sitzt und beim Abschneiden austritt. Es wirkt verdauungsfördernd, ist aber auch leicht giftig, so dass dringend davon abgeraten wird, ihn für den Hausgebrauch zu nutzen. Lassen Sie ihn nach der Ernte der Blätter zunächst abtropfen. Schwangere sollten den Saft gänzlich meiden, denn er enthält den Stoff Aloin, der Wehen auslösen und zu Fehlgeburten führen kann.

Angeblich nutzte schon Königin Kleopatra im alten Ägypten die Aloe Vera als Mittel zur Schönheitspflege. Auch heute ist das Aloe-Gel ein Wirkstoff in zahlreichen Kosmetika, vor allem zur Hauptpflege. Cremes, Waschgels oder Seife spenden Feuchtigkeit und wirken gegen Akne und Hautunreinheiten. Auch Rötungen werden gelindert und irritierte Haut beruhigt.
Dass die Pflanze viele Vitamine und Mineralstoffe enthält, hat die Lebensmittelindustrie für sich erkannt und nutzt sie vor allem zur Vermarktung von "Wellnessprodukten" wie Joghurt und Getränken. Dies zeigt sich im Preis, der Nutzen als Inhaltsstoff in Nahrungsmitteln ist hingegen nicht zweifelsfrei bewiesen.

Auch wenn die Aloe Vera wärmeres Klima als das in unseren Breiten herrschende gewöhnt ist, bereitet sie beim Anbau zu Hause keine Probleme. Topfen Sie die Pflanze, welche im Baumarkt oder Gartencenter erhältlich ist, dafür einfach ein – Im Sommer kann sie so draußen stehen und den Winter in der warmen Wohnung verbringen. Vor Frost sollten Sie die Aloe jedoch unbedingt schützen. Um zu gedeihen, benötigt sie sandigen Boden, welcher das Wasser gut durchlässt und nicht etwa speichert, sonst besteht die Gefahr, dass sie fault. Viel Sonnenlicht ist außerdem wichtig.
Um die Blätter, aus denen das Gel gewonnen wird, zu ernten, sollten sie ein paar Dinge beachten: Nutzen Sie immer zuerst die ältesten Blätter - also jene, die am Äußersten liegen. Schneiden Sie das einzelne Blatt unten an der Basis mit einem scharfen Messer ab und verarbeiten Sie es wie gewünscht. Der Rest der Pflanze wird nicht verletzt und kann weiterwachsen.