Wechseljahre – Mehr als eine "Übergangsphase"

Die einen zucken nur gelassen mit den Schultern, anderen graut es regelrecht davor – jede Frau hat ihre persönliche Einstellung zu der hormonellen Umstellung, die man als Wechseljahre bezeichnet. Neben möglichen körperlichen Beschwerden und Veränderungen kommen viele psychische Faktoren hinzu. Alles zusammen läutet einen ebenso neuen Lebensabschnitt ein, wie vormals die Pubertät. Und den gilt es zu nutzen! Entdecken Sie sich selbst und auch Ihre Talente ganz neu.

Den genauen zeitlichen Ablauf der Wechseljahre kann man kaum voraussagen: Er ist genau so individuell wie Sie selbst. Meist setzen sie zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr ein, jedoch können sie bereits deutlich früher oder auch später beginnen. Sie teilen sich in drei verschiedene Phasen: der so genannten Prämenopause, in der die erste Hormonumstellung erfolgt, die Menopause, welche man die letzte Periode sowie das darauffolgende Jahr bezeichnet, und die Postmenopause als Komplettierung des körperlichen Wandels.
Aber auch in anderen Lebensbereichen bringen die Wechseljahre Veränderungen. Manche Frauen hadern mit dem Abschluss einer Lebensphase: Selbst wenn die Kinderplanung lange abgeschlossen ist, stellt das Ende der Fruchtbarkeit für einige einen Einschnitt in das Empfinden des eigenen Körpers dar. Zugleich fällt die Umstellung in eine Zeit, in der auch im Privaten zahlreiche Umbrüche herrschen: Der Auszug der Kinder stellt mitunter Partnerschaften vor Herausforderungen, veränderte Wertevorstellungen bringen berufliche Umorientierungen mit sich. Auch gesundheitliche Probleme können zu einer neuen Lebenseinstellung führen und Bestehendes ins Wanken bringen.
Wichtig ist nur, dass Sie sich auf das Neue einlassen und nicht an althergebrachten Mustern festhalten. Auf diese Weise können viele Veränderungen zum Positiven ausfallen!

Nachdem in der Teenagerzeit die Hormonproduktion einsetzt und sich anschließend im monatlich wiederkehrenden Zyklus einspielt, kommt es im Zuge der Wechseljahre erneut zu einem Umschwung.
Die Follikel mit den Eizellen, die monatlich in den Eierstöcken heranreifen, sind von der Geburt an in ihrer Anzahl festgelegt. Sie produzieren in der ersten Zyklushälfte das Hormon Östrogen, während in der zweiten Zyklushälfte vermehrt Progesteron (Gelbkörperhormon) ausgeschüttet wird. Beide sind für eine mögliche Schwangerschaft notwendig.
Neigen sich die vorhandenen Follikel dem Ende zu, sinkt in der Konsequenz auch der Östrogenspiegel ab. Dies gleicht der Körper zunächst vermehrt aus. Spätestens jedoch, wenn die Eierstöcke ihre Arbeit endgültig einstellen, endet auch die Produktion beider Hormone. Somit wird in dieser Phase auch die Regelblutung zunächst seltener und unregelmäßiger, bis sie schließlich ausbleibt.

Mit den Wechseljahren schwingt auch immer der Gedanke an für diese Zeit typische Beschwerden mit. Schuld an diesen ist unter anderem der Östrogenmangel, der weitreichende Folgen nach sich zieht.
Dazu gehören u.a. die berühmt-berüchtigten Hitzewallungen. Auch hormonell bedingte Stimmungsschwankungen sind keine Seltenheit. Nicht zuletzt sind dünneres Haar und brüchige Nägel ebenso ein Zeichen der Veränderungen im Körper, wie eine eventuelle Gewichtszunahme. Letztere kann durch einen veränderten Fettstoffwechsel hervorgerufen werden.
Wie diese Beschwerden empfunden werden und ob sie überhaupt auftreten – auch das ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Auch wenn Sie nicht zu den Glücklichen gehören, die von etwaigen Problemen in den Wechseljahren verschont bleiben: Eine positive Einstellung zu den Veränderungen Ihres Körpers sowie kleine Tipps und Tricks können viel zu einem guten Körpergefühl beitragen.

Leiden Sie unter Hitzeschüben, sollten Sie z.B. verstärkt auf atmungsfähige Kleidung und den so genannten Lagenlook setzen, mit dem Sie bei Bedarf einfach eine Schicht ablegen können. Die Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass ein Verzicht bzw. eine Mäßigung bei Kaffee, Tee, scharfen Essen und Alkohol Besserung bringen kann.
Achten Sie besonders auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung, um dem nachlassenden Stoffwechsel entgegenzuwirken.
Sehen Sie die Wechseljahre nicht nur als eine Zeit des Übergangs, die Sie hinter sich bringen möchten. Vielmehr steckt dahinter eine Möglichkeit, sich noch einmal ganz neu zu erfinden! Stellen Sie nicht nur andere, sondern auch einmal sich selbst und Ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt, denn die Veränderungen verlangen von Ihnen zunehmende Achtsamkeit gegenüber Körper und Seele. Ein regelmäßiger Wellnesstag hilft Ihnen, Entspannung und Gleichgewicht zu finden und stärkt Ihr Wohlbefinden. Gestehen Sie sich Auszeiten der Ruhe ein und üben Sie sich in Gelassenheit – Sie müssen es nicht (mehr) jedem Recht machen!

Welche Hobbys wollten Sie schon immer ausprobieren, welche Wünsche und Ziele befinden sich noch auf Ihrer „To Do“-Liste? Jetzt ist die richtige Zeit, diese anzupacken, denn Ihre Lebenserfahrung und Schwung sind die ideale Kombination. Räumen Sie, ob nun im wörtlichen oder übertragenen Sinne, in Ihrem Leben auf und befreien Sie sich von überflüssigem Ballast. Ein neuer, spannender Lebensabschnitt wartet auf Sie!