Winterblues

Frau liegt traurig und melancholisch gestimmt auf einer Couch

Trübes Wetter, trübe Laune – Stimmungstief oder Winterdepression?

Wenn die Tage kürzer werden, fühlen sich viele Menschen niedergeschlagen und antriebslos. Bei ungefähr zwei Prozent der Bevölkerung sind diese Symptome so stark ausgeprägt, dass sie unter der saisonal abhängigen Depression (SAD) leiden. Das bedeutet, dass die depressiven Verstimmungen regelmäßig nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr auftreten. Auslöser für das winterliche Stimmungstief ist mangelndes Tageslicht. Wer dem Winterblues keine Chance bieten will, sollte gerade in den dunklen Wintermonaten Licht und Sonne tanken! Eine gesunde Ernährung und Auszeiten bringen Körper und Seele wieder in Einklang.

Der Begriff "Winterdepression" wird oft für eine Vielzahl von saisonalen Verstimmungen verwendet. Doch nicht jedes mentale Tief in der kalten Jahreszeit ist gleich eine saisonale Depression. Wiederrum können depressive Phasen im Winter auftreten, ohne dass ein konkreter Zusammenhang zur Jahreszeit besteht.

Außergewöhnlich an einer echten Winterdepression: Statt Appetitsverlust klagen die Betroffenen eher über Heißhunger. Damit geht oft auch eine Gewichtszunahme einher. Patienten mit einer Depression sind zwar erschöpft, können aber nicht gut schlafen. Bei einer SAD ist das Gegenteil der Fall. Die Betroffenen haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis und gehen diesem nach.

Sie fühlen sich durch die andauernde Dunkelheit oder das schlechte Wetter ausgelaugt und übellaunig? Das nahende Jahresende stimmt sie nachdenklich und melancholisch? Dies sind eher Anzeichen für einen klassischen Winterblues.

Die beste Medizin gegen den Winterblues sind Sonne, Luft und Licht. Letzteres steuert wichtige Stoffwechselprozesse und ist somit eine der Voraussetzungen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Tageslicht drosselt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, während der Botenstoff Serotonin verstärkt gebildet wird. Diese auch als Glückshormon bezeichnete Substanz aktiviert den Körper und hellt die Stimmung auf. An lichtarmen Tagen wird weniger Serotonin gebildet. Müdigkeit und Antriebslosigkeit können dann die Folge sein, schlechte Laune und Gereiztheit stellen sich ein.

Ideal ist es, täglich ein bis zwei Stunden draußen zu verbringen, möglichst bei jedem Wetter. Wem die Zeit dafür fehlt, der sollte jede Gelegenheit nutzen, um Tageslicht zu tanken. Machen Sie in der Mittagspause einen Spaziergang und bewegen Sie sich am Wochenende draußen. Planen Sie Ihren Winterurlaub so, dass Sie sich viel im Freien aufhalten können. Joggen, Wandern, Walken, Rad- oder Skifahren machen zusätzlich fit und heben die Laune.

Sorgen Sie aber auch in Ihren Innenräumen für mehr Helligkeit. Verzichten Sie auf Vorhänge oder Rollos, die Ihre Zimmer verdunkeln. Wählen Sie stattdessen helle Tapeten und Wandfarben und schalten Sie mehr Lampen ein.

Seien Sie nicht so streng zu sich selbst: Sollte Ihr Antrieb oder Ihre Leistungsfähigkeit gerade nicht zu Höchstformen auflaufen, setzen Sie sich nicht zusätzlich unter Druck. Tun Sie lieber etwas für Ihr persönliches Wohlbefinden. Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen können helfen, Ihre Kraftreserven zu aktivieren. Das stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit.

Überlegen Sie sich, welche Aktivitäten Ihnen Freude bereiten. Streuen Sie diese so oft wie möglich in Ihren Alltag ein. Und auch wenn Sie auf ein geselliges Treffen mit Freunden gerade wenig Lust verspüren: Besonders soziale Kontakte helfen gegen den Winterblues. Freunde und Familie geben Ihnen ein starkes Gemeinschaftsgefühl und soziale Sicherheit. Gemeinsame Erlebnisse oder eine starke Schulter zum Anlehnen – all das trägt maßgeblich zu Ihrem Wohlbefinden bei. Hier finden Sie auch ein offenes Ohr, um über Ihre aktuelle Niedergeschlagenheit zu sprechen.

Auch eine entsprechende Ernährungsweise kann helfen, den Winterblues zu vertreiben. So ist fettiger Fisch ein guter Vitamin-D-Lieferant, der zudem Omega-3-Fettsäuren enthält. Beides kann sich positiv auf Ihre Stimmung auswirken. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte versorgen Sie mit Energie und halten das Gehirn leistungsfähig. Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für Ihre körperliche und seelische Gesundheit. Sie kommen vor allem in Obst und Gemüse vor. 
 

Kein Tag ist wie der andere. Im Herbst und Winter kommen zudem einige Faktoren hinzu, die aufs Gemüt schlagen. Nach ein paar Tagen verschwindet der akute Winterblues in der Regel wieder. Hält das Tief länger als zwei Wochen an und schränkt Sie in Ihrer Lebensführung ein? Vernachlässigen Sie soziale Kontakte, die eigene Körperpflege oder Verpflichtungen? Dann sollten Sie sich Unterstützung suchen. Vertraute Personen können als Ansprechpartner fungieren. Auch Ihr Arzt bietet Ihnen Hilfe und Rat.

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