Küssen macht stark

Begrüßungsbussi für Freunde, Schmatzer von der Mama, Knutscher für den Schatz - wir alle kennen und lieben sie. Überall und zu vielen Gelegenheiten wird geküsst, sei es freundschaftlich, verliebt oder aus purer Freude. Denn Küssen ist großartig, zeigt anderen die besondere Zuneigung und ist Ausdruck von Glück - und das in unterschiedlichsten Kuss-Varianten. Sicher kennen Sie die meisten, denn es wird viel geküsst im Laufe eines Lebens. Die Palette reicht vom vornehmen Handkuss, über den freundschaftlichen Begrüßungsbussi auf die Wange, den liebevollen Knutscher für Großeltern, Eltern, Kinder und Kindeskinder, den gehauchten Luftkuss, bis hin zum verliebt-innigen Kuss für den Partner. Das Schönste dabei ist, dass Sie nie allein sind, wenn Sie küssen oder geküsst werden. Immerhin gehen Forscher davon aus, dass ca. 90 Prozent der Menschen weltweit küssen. Da kommt der Internationale Tag des Kusses am 6.7. gerade recht, um der Frage nachzugehen, warum der Kuss für uns Menschen so wichtig ist, wo er seinen Ursprung hat und ob er sich tatsächlich positiv auf den Körper und das Wohlbefinden auswirkt.

Von der Fütterung zum Kuss

Eigentlich mag man nicht daran denken, dass der Kuss, der heutzutage immer ein Ausdruck von Liebe, Zuneigung und Wertschätzung ist, einen eher unromantischen Ursprung hat. Das Füttern der Nachkommen mit vorgekauter Nahrung von Mund zu Mund war wahrscheinlich die evolutionäre Vorstufe des Küssens. Zudem nehmen viele Tierarten mit dem Kopf untereinander Kontakt auf.

Küssen stärkt Immunsystem

Sicher haben Sie es bereits vermutet. Küssen macht nicht nur Spaß, sondern hat auch einen positiven Effekt auf den Körper - sprich, es stärkt Ihr Immunsystem und Ihr Herz. Doch warum ist das so? Beim Küssen sind je nach Kussintensität bis zu 34 Gesichtsmuskeln beteiligt. Zudem werden vermehrt Hormone (z.B. Endorphine) ausgeschüttet und der Herzschlag beschleunigt. Pro Kuss werden so immerhin maximal bis zu 20 kcal verbraucht. Der Austausch von Speichel tut für das Immunsystem sein Übriges. Mit dem Speichel werden auch Bakterien übertragen, die das Immunsystem des jeweils anderen fordern und somit stärken. Zu guter Letzt lässt der beim Küssen sinkende Cortisolspiegel auch den Stresspegel fallen.

Unser Tipp: Küssen Sie, wann immer Ihnen danach ist! Damit sich dabei Ihre Nasen nicht in die Quere kommen, sollten Sie die einfache Regel "rechts vor links" beachten.

Wissenswertes und Erstaunliches in Kürze

Nicht überall hat der Kuss in der Öffentlichkeit das gleiche Ansehen. In West-Europa und den meisten Ländern Nordamerikas gilt er heutzutage nicht mehr als anstößig. In einigen Ländern steht er hingegen bei unverheirateten Paaren sogar noch unter Strafe. Freundschaftliche Begrüßungsküsse auf die Wange zählen natürlich nicht dazu. Sie sind vor allem in Ländern West- und Südeuropas weit verbreitet. Hier sorgt dann nur die richtige Wahl der Wangenkussanzahl für Verwirrung oder Missverständnisse. Küsse ganz anderer Art gehören in Asien und in der Arktis zum Alltag: Der Riechgruß (oder auch Nasenkuss) ist ein erster Körperkontakt als Teil des Begrüßungsrituals.

Im folgenden haben wir für Sie ein paar teils erstaunliche Fakten zusammengetragen:

  • Die Kussforschung wird Philematologie genannt und beschäftigt sich mit den physiologischen, sozialen und kulturellen Aspekten des Küssen.
  • Im Dauerknutschen hält ein Paar aus Thailand den Rekord von über 58 Stunden.
  • Die besten Küsser kommen aus Frankreich und Italien. Schlusslicht in Europa sind die Schweden.
  • Im Lauf seines Lebens verteilt ein Mensch mindestens 100.000 Küsse.
  • Ein Kuss dauert durchschnittlich zwölf Sekunden, in den 1980er Jahren waren es nur 5,5 Sekunden.
  • Zwei Drittel der Menschen drehen beim Küssen ihren Kopf nach rechts.
  • Jeder Deutsche küsst im Durchschnitt zwei- bis dreimal pro Tag.
  • 70-Jährige haben rund 76 Tage ihres Lebens mit Küssens verbraucht.