Sicherheit beim Heimwerken – So vermeiden Sie Arbeitsunfälle

Ob das Verlegen des Bodenbelags, der neue Hausanstrich oder der selbstgezimmerte Küchenschrank – Heimwerken ist wieder im Kommen! In unserer schnelllebigen Zeit steigt das Bedürfnis, etwas Dauerhaftes mit den eigenen Händen zu schaffen. Bei einigen Arbeiten selbst anzupacken, schont außerdem den Geldbeutel und ist vielleicht auch für Sie ein Hobby, bei dem Sie sich kreativ und gestalterisch ausleben können. Zwischen Hammer, Säge und Schraubendreher lauern jedoch auch einige Gefahren. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihr eigenes Heimwerk-Projekt sicher angehen und Arbeitsunfälle vermeiden.

Arbeitskleidung – Nicht nur für Profis

Im Berufsalltag unterliegen Handwerksbetriebe bestimmten Richtlinien zum Arbeitsschutz, die auch die Arbeitskleidung einschließen. Doch auch als Laie sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit auf eine geeignete Ausstattung achten. Je nach Art der anfallenden Arbeit sind Helm, Handschuhe und Schutzbrille sinnvoll. Beim Arbeiten mit Farbe und Lacken oder bei starker Staubentwicklung empfiehlt sich eine Atemschutzmaske. Sie bedienen laute Geräte? Vergessen Sie dabei nicht die Ohrenschützer.
Um Ihre Gelenke bei Arbeiten im Knien zu schonen, können Kniepolster hilfreich sein. Sicherheitsschuhe schützen Fuß und Zehen und sorgen außerdem für festen Halt. Zu weite Kleidung sowie Schmuck und lange, offene Haare erhöhen die Verletzungsgefahr, da Sie damit in elektrische Maschinen geraten oder hängenbleiben können. Favorisieren Sie daher lieber Hosen und Pullover, die näher am Körper anliegen und verzichten Sie während des Heimwerkens auf Uhren, Ringe und Armbänder. Zudem sollten Sie lange Haare zusammenbinden, damit sich diese nicht in den Geräten verfangen. 

Verantwortungsvoller Umgang mit Werkzeug

Für einige Arbeiten benötigen Sie vielleicht elektrische Geräte und Maschinen. Egal ob selbst gekauft oder ausgeliehen – machen Sie sich vor der Benutzung zunächst mit dem Gerät vertraut, indem Sie die Bedienungsanleitung aufmerksam lesen oder eine fachkundige Einweisung in Anspruch nehmen. Reinigen dürfen Sie die Geräte ausschließlich, wenn der Netzstecker gezogen ist. Von einer eigenständigen Reparatur sollten Sie ebenfalls absehen. Ist eines der elektrischen Werkzeuge kaputt, sollten Sie einen professionellen Reparaturservice beauftragen.

"Qualität geht vor Quantität" ist auch beim Werkzeugkauf ein unerlässliches Motto, denn Benutzungsfreundlichkeit und vor allem Sicherheit stehen an erster Stelle. Eine Beratung im Fachhandel hilft Ihnen, die passenden Produkte zu finden. Lassen Sie Ihr Werkzeug niemals unbedacht auf dem Fußboden oder auf Flächen liegen, von denen es hinunter fallen kann. Wenn die Utensilien gerade nicht benötigt werden, sollten Sie stets im Werkzeugkoffer lagern.

Besondere Vorsicht ist beim Benutzen von Leitern geboten: Ein sicherer Stand und flaches, rutschfestes Schuhwerk sind hier unerlässlich. Außerdem sollte die Leiter geprüft und mit einem TÜV-Siegel ausgestattet sein.

Ohne Planung geht es nicht

Viele unerfahrene Hobby-Handwerker beginnen erst einmal mit der Arbeit und stellen dann fest, dass sich die Umsetzung schließlich schwierig gestaltet. Schnell verschwindet dabei der anfängliche Enthusiasmus und die Konzentration lässt nach, was das Risiko von Unfällen steigert. Auch Zeitdruck und Überanstrengung sind Gefahrenfaktoren, die es zu vermeiden gilt. Hier sind vorherige Überlegungen zum Ablauf, zu den benötigten Werkzeugen und zur Vorgehensweise sinnvoll. Schreiben Sie eine Einkaufsliste, nach der Sie die Materialien kaufen und planen Sie einen großzügigen Zeitpuffer ein, der auch das Ein- und Ausräumen von Möbeln berücksichtigt. So nähern Sie sich Ihrem Ziel mit System und vermeiden Hektik.

Helfende Hände und nützliche Utensilien

Zusammen schafft man mehr: Suchen Sie sich deshalb Unterstützung und lassen Sie sich von Freunden oder Familie zur Hand gehen. Indem diese beim Tragen schwerer Gegenstände helfen oder Werkzeug reichen wird das Unfallrisiko erheblich minimiert. Heben und Tragen beanspruchen den Skelettapparat stark. Arbeiten Sie lieber rückenschonend, indem Sie auf Sackkarre oder Rollbretter zum Transport zurückgreifen. Schon kleine Hilfen können Ihnen die Tätigkeiten beim Heimwerken stark erleichtern, was wiederrum Gelenk- und Haltungsschäden vorbeugt.

Möglicherweise ist auch Ihr Nachwuchs begeistert vom Hobbyhandwerken und möchte Ihnen gerne helfen. Mit Spiel-Werkzeug, einem Bauarbeiter-Helm in Kindergröße und etwas Fantasie können Sie die Kleinsten ohne Verletzungsrisiken am Projekt teilhaben lassen. So wird das Kinderzimmer schnell zur Heimbaustelle.

Das sollte im Heimwerker-Haushalt nicht fehlen

Was aber, wenn es trotz aller Vorsichts- und Schutzmaßnahmen doch zu einer Verletzung kommt? Ein vollständiger Erste-Hilfe-Kasten gehört in jeden Heimwerker-Haushalt, um kleine Wunden schnell zu versorgen. Bei größeren Verletzungen sowie Stürzen und andauernden Beschwerden nach einem Arbeitsunfall sollten Sie dringend Ihren Arzt aufsuchen.