Achterbahn der Gefühle – Was passiert, wenn wir uns verlieben

Die Liebe ist ein schier unerschöpfliches Thema, das die Menschheit bereits so lange beschäftigt, wie es sie gibt. Neben Liebesgedichten, Liedern oder Geschichten ist sie aber auch Gegenstand von Wissenschaft und Forschung – denn was in unserem Körper passiert, wenn wir verliebt sind, ist ein einzigartiges Zusammenspiel der Hormone.

Es ist wohl eines der schönsten Gefühle und als solches fast jedem bekannt: Das Kribbeln im Bauch, wenn man sich verliebt hat. Das Herz schlägt wie verrückt, man könnte die ganze Welt umarmen vor Glück und Essen oder Schlaf werden zur Nebensächlichkeit. All diese Empfindungen, die Romantiker dem Wunder der Liebe zuschreiben, basieren in Wirklichkeit aber auf einem ausgeklügelten Hormoncocktail, der in unserem Körper ausgeschüttet wird. Wir verraten Ihnen, was dahintersteckt.

Hormone auf Hochtouren

Angst und Verliebtheit sind sich, bezüglich ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus, sehr ähnlich. In beiden Fällen werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, die bei körperlichem Stress und Anspannung produziert werden. Sie sorgen aber auch für die bei Verliebten typische euphorische Stimmung und die erhöhte Aktivität.

Eine weitere Folge davon ist der schnelle Herzschlag, wenn der geliebte Mensch in der Nähe ist – unser Körper befindet sich sozusagen in Alarmbereitschaft. In diesem Zustand ist er hellwach, das Hungergefühl lässt nach. Wird die Liebe auch erwidert, bildet sich das "Kuschelhormon" Oxytocin. Dieses stärkt die Bindung zwischen zwei Menschen.

Die so genannten "Schmetterlinge im Bauch" sind übrigens keine Einbildung: Es ist bekannt, dass sich positive Gefühle im Magen-Darm-Trakt bemerkbar machen und dort häufig als ein Flattern oder Kribbeln wahrgenommen werden.

Ist Liebe eine Sucht?

Sicherlich klingt diese Frage etwas überspitzt, aber Tatsache ist: Sowohl bei Verliebten, als auch bei Suchtkranken sind die gleichen Hirnregionen aktiv. Ähnlich wie eine Droge spricht das euphorische Gefühl der Verliebtheit das Belohnungszentrum an. Schuld daran ist der Stoff Dopamin, der Glückgefühle auslöst – davon möchte man dann gerne mehr.

Das Verhalten von Liebenden ähnelt dem von Zwangskranken, denn sie sind geradezu aufeinander fixiert. So verwundert es nicht, dass eine Trennung und damit verbundener Liebeskummer sich wie ein Entzug anfühlen. Mitunter können die seelischen Schmerzen so schlimm sein, dass sie sich körperlich auswirken – und so z.B. Magenprobleme auslösen oder das Immunsystem schwächen.

Verliebt sein, hält nicht ewig

Es ist eine schlechte und eine gute Nachricht zugleich: Irgendwann lässt das aufregende Gefühl der Verliebtheit nach. Das ist zwar schade, birgt dadurch aber die Möglichkeit, dass wirkliche Liebe und Verbundenheit entstehen. Dies ist für ein langfristiges Zusammenleben besonders wichtig. Auch unser Körper profitiert davon, dass der Rauschzustand nachlässt, denn er kann den permanenten Stresses während der Verliebtheit nur eine Zeitlang durchhalten. Auf Dauer wäre dies für ihn einfach zu anstrengend. Der emotionale Ausnahmezustand hält etwa sechs Monate bis zu drei Jahre. Ob die Hormone Ursache des Verliebtseins sind, oder nur eine Folge – darüber sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig.