Winterliche Gesundheitsmythen – Wahr oder erfunden?

Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und halten sich hartnäckig: Angebliche Wahrheiten über Gesundheitsfragen, die Sie meist schon in der Kindheit gehört haben. Dass man nie zu viel Vitamin C kann zu sich nehmen kann und bei kalten Füßen ist die Erkältung nicht weit ist, haben Sie sicher acuh schon einmal gehört. Andere Gesundheitsmythen klingen hingen wirklich plausibel – und unbewusst haben es viele von ihnen in unseren eigenen Alltag geschafft. Wir haben einige winterliche Gesundheitsmythen auf den Prüfstand gestellt und verraten Ihnen, warum Sie sich morgens die Zeit fürs Haareföhnen nehmen sollten und Glühwein nicht zwangsläufig wärmt.

Früher war man der Meinung, dass ein Großteil der Körperwärme über den Kopf verloren geht. Dies hat sich heute relativiert, nur bei kleinen Kindern und Säuglingen ist der Anteil – aufgrund ihres proportional gesehenen größeren Kopfes – leicht erhöht. Fakt ist aber, dass Sie wohl nicht auf die Idee kommen würden, im Winter ohne Strümpfe und Schuhe oder ohne Oberbekleidung das Haus zu verlassen. So bleibt der Kopf als einziges Körperteil ungeschützt. Da die Kopfpartie besonders kälteempfindlich ist, steigert eine Mütze das Wärmeempfinden erheblich.

Morgens ist die Zeit oft knapp: Kein Problem, dann trocknet das frisch gewaschene Haar einfach unterwegs! Im Sommer mag das funktionieren, doch im Winter sollten Sie lieber einige Minuten für das Föhnen investieren.
Wie bereits erwähnt, verliert der ungeschützte Kopf viel Wärme. Mit nassen Haaren wird dieser Effekt noch verstärkt! Nun ist Ihr Immunsystem besonders gefragt. Wird es dann noch mit den verschiedenen Viren, die zur Erkältungszeit grassieren, konfrontiert, kann es eine Erkältung kaum noch aufhalten. Zudem wird Ihr Haar durch den Temperaturschock geschädigt. Es ist nach dem Waschen mit Wasser vollgezogen – da sich dieses ab einer gewissen Außentemperatur ausdehnt, werden die Haare schnell brüchig.

Heiße Zitrone, Ingwer, Orangen – bei winterlichen Temperaturen kann es nicht genug Vitamin C sein! Aber stimmt das wirklich?
Tatsache ist, dass der Körper nur eine begrenzte Menge des Stoffes aufnehmen kann. Alles, was darüber hinausgeht, wird ungenutzt ausgeschieden. Es gibt allerdings Personengruppen mit speziellen Vorerkrankungen, bei denen sich eine übermäßige Zufuhr von Vitamin C sogar schädlich auswirken kann!
Auch dass jemand, der übermäßig viel Vitamin C zu sich nimmt, nie krank wird, stimmt so nicht. So ist das Vitamin zwar für den Erhalt eines gesunden Immunsystems wichtig. Aber auch hier gilt: Viel hilft nicht viel. Dass die zusätzliche Aufnahme von Vitamin C vor Infekten schützt, ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Beim Winterspaziergang wurden die Füße kalt? Das wird mit Sicherheit Husten und Schnupfen nach sich ziehen – das glauben heute noch viele Menschen. Doch die "Eisfüße" sind nicht per se der Grund, weshalb wir an einem grippalen Infekt erkranken. Vielmehr liegt es an unseren Schleimhäuten: Wenn es kalt ist, wird auch die Nasenschleimhaut schlechter durchblutet. Ihre Schutzfähigkeit gegen Viren und Bakterien verringert sich und ein Schnupfen ist vorprogrammiert. Da viele Prozesse in unserem Körper zusammenhängen, können warme und gut durchblutete Füße dabei helfen, dass auch die Blutzirkulation in der Nasenschleimhaut angekurbelt wird.

Während ihre männlichen Kollegen noch dünne Hemden fürs Büro wählen, sitzen die weiblichen Mitarbeiterinnen schon lange im Wollpullover am Schreibtisch. Kein Wunder, schließlich frieren Frauen dem Volksmund nach schneller als Männer. In den meisten Fällen stimmt dies sogar: Frauen sind oft kleiner und haben so im Vergleich zu ihrem Körpervolumen mehr Oberfläche, über die sie Wärme abgeben. Erzeugt wird diese durch Muskeln und auch davon haben Frauen in der Regel weniger. Zu guter Letzt ist auch ihre Haut dünner als die von Männern. So kommt es, dass Frauen tatsächlich schneller frieren.

In geselliger Runde auf dem Weihnachtsmarkt, schmeckt ein Glühwein besonders gut. Und bei Kälte wärmt dieser auch wunderbar durch. Doch Vorsicht – was so eindeutig scheint, ist ein Trugschluss!
Zwar sorgt der Alkohol dafür, dass sich Ihre Gefäße ausdehnen und mehr Blut hindurchfließt. Ihnen wird also zunächst wärmer. Auf lange Sicht gesehen, kühlt Ihr Körper so aber zusätzlich aus, da mehr Wärme an die Umgebung abgegeben wird! Oft fällt unter Alkoholeinfluss gar nicht auf, wie kalt einzelne Körperpartien mittlerweile geworden sind. Ein warmer Tee ist hier die bessere Alternative.