Haarausfall – Keine Frage des Alters

Lichter werdendes Haar ist für die Betroffenen meist problematisch und mit Befürchtungen um die eigene Attraktivität verbunden. Entgegen des Klischees spricht das Thema Männer und Frauen, junge und ältere Menschen gleichermaßen an, denn wenn beim täglichen Frisieren immer mehr Haare in der Bürste oder dem Waschbecken bleiben und Sie sich diese am Tag häufiger von der Kleidung zupfen müssen, kommt sicher auch bei Ihnen die Frage auf: Ist das schon Haarausfall? Dies lässt sich auf die Schnelle kaum beantworten, denn viele Faktoren können Einfluss auf Ihre Haarpracht haben. Bei uns erfahren Sie, welche unterschiedlichen Gründe dahinterstecken können und was gegen den übermäßigen Haarverlust hilft. 

Unterschiede bei Frauen und Männern

Der erblich bedingte Haarverlust wird von Ärzten Alopezie genannt. Er entsteht durch eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel, also der Kanäle, in denen sich die Haarwurzeln befinden, auf das männliche Hormon Testosteron. Dabei spielt weder das Alter noch das Geschlecht des Betroffenen eine Rolle. Allerdings ist die Stärke des Haarverlustes und auch die Art und Weise wie er auftritt oft unterschiedlich. Bei Männern beginnt der Haarausfall zumeist im Schläfenbereich und sorgt für die so genannten "Geheimratsecken". Es folgen kahle Stellen am Hinterkopf, welche sich schließlich mit den Vorderen verbinden. So kommt es zu dem charakteristischen Haarkranz. Bei Frauen äußert sich Haarausfall meistens nicht so stark: Bei ihnen wird das Haar am Scheitel lichter und dünner.

Anders verhält sich dies beim krankheitsbedingten kreisrunden Haarausfall, welcher plötzlich einsetzt und kahle Stellen hinterlässt. Der diffuse Haarausfall verteilt sich dagegen gleichmäßig und wird neben verschiedenen Erkrankungen, wie Schilddrüsenfehlfunktionen oder Diabetes, meist durch Nährstoffmangel, Stress oder hormonelle Umstellung hervorgerufen.

Der Einfluss von Genen und Hormonen

Auch wenn Haarausfall genetisch bedingt ist, muss er sich nicht zwingend weitervererben. Dementsprechend sind aber auch „gute Gene“ kein Garant dafür, von lichter werdendem Haar verschont zu bleiben. Wie Ihr Haar beschaffen ist und somit auch, wie der Wachstumsprozess abläuft, ist vorbestimmt.
Interessant ist die Wirkung von Östrogen auf das Haarwachstum: Während Testosteron es senkt, regt das weibliche Hormon dieses an. Dies ist auch der Grund dafür, warum das Haar von Frauen in der Schwangerschaft besonders schnell und dicht wächst. Sinkt der Östrogenspiegel danach wieder ab, neigen sie hingegen zu übermäßigem Haarausfall. 

Wie viel Haarverlust ist normal?

Die Diagnose ist meist nicht einfach zu stellen, denn die Grenze zwischen der Norm und dem, was darüber hinausgeht, sind fließend. Grundsätzlich gilt es als unbedenklich bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren. Dass ein Haar ausfällt gehört zum normalen Ablauf seiner Lebensdauer. Diese beinhaltet eine Wachstumsphase, die mehrere Jahre dauern kann sowie eine anschließende Übergangsphase von wenigen Wochen, in welcher die Zellteilung bereits aufgehört hat. Nach einer mehrmonatigen Ruhephase fällt das Haar schließlich aus – ein neues Haar bildet sich in der Haarwurzel. Ist die Wachstumsphase durch etwaige Einflüsse aber gestört oder wird die Haarwurzel geschädigt, fällt das Haar lange vor der Zeit aus.

Ärztliche Beratung statt kosmetische Wundermittel

Suchen Sie mit dem Verdacht auf Haarausfall den Arzt auf, wird dieser Ihnen zunächst Fragen zum bisherigen Verlauf sowie zu möglichen Ursachen stellen. Anschließend folgt eine Untersuchung der Kopfhaut. Zudem kann durch eine Laboruntersuchung festgestellt werden, ob Nährstoffmangel oder eine Krankheit zum vermehrten Haarverlust führen. Ist dies der Fall, muss die Ursache beseitigt werden.

Genetisch bedingter Haarausfall ist zum Glück kein medizinisches Problem. Jedoch leiden die Betroffenen häufig darunter, was sich letztendlich in psychischen Beschwerden äußern kann. Zur Behandlung können deshalb Tabletten gegen den Haarverlust oder Lösungen zur äußeren Anwendung verschrieben werden. Diese sind jedoch nicht ohne Nebenwirkungen, zumal bei Männern und Frauen unterschiedliche Präparate zur Anwendung kommen sollten. Außerdem setzt der Haarausfall wieder ein, wenn die Mittel abgesetzt werden.

Auch wenn viele Betroffene darauf hoffen, so bringen Haarwaschmittel oder Spülungen leider nicht den von ihnen versprochenen Effekt. Vielen frei verkäuflichen Pflegeprodukten, die dem Haarausfall entgegen wirken sollen, konnte kein erkennbarer Nutzen nachgewiesen werden.