Gepflegte Haut mit Kosmetik

Die Haut ist unser größtes Organ und täglich wird sie vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Deshalb will sie gut gepflegt werden. Doch nicht alle Kosmetika halten ihre Versprechen. Manche schaden sogar der Haut. Kosmetikprodukte sollen Falten vorbeugen, die Haut jung halten und die natürliche Schönheit unterstreichen. Damit sie ihre Wirkung richtig entfalten können, sollten Sie die Haut entsprechend Ihres Hauttyps pflegen. Doch was ist eigentlich in Cremes, Lotionen und Schönheitswässerchen drin? Studieren Sie beim Einkauf die Inhaltsstoffe. Denn nicht alle Stoffe tun Ihrer Haut wirklich gut.

Tipps rund um die Hautpflege

Jede Haut ist anders und hat spezielle Bedürfnisse. Aus diesem Grund ist die richtige Hautpflege sehr individuell zu betrachten. Trotzdem gibt es einige allgemeine Pflegetipps für die verschiedenen Hauttypen:

  • Trockene Haut: Waschen Sie die Haut nur mit lauwarmem Wasser. Zu heißes Wasser löst nur den natürlichen Säureschutzmantel der Haut stärker ab. Übrigens: Wasser ist bei leichten Verunreinigungen ausreichend. Seife oder Syndets (Produkte mit ausgewogenem pH-Wert - auch als seifenfreie Seife bezeichnet) brauchen deshalb nur auf stark verschmutzter Haut oder an geruchsbildenden Stellen (z.B. Achselhöhlen) eingesetzt zu werden. Cremen Sie sich nach jeder Dusche oder jedem Bad die Haut ein. Fettarme Cremes oder stark alkoholhaltige Gesichtswässer sind nicht geeignet. Bei trockener Haut sind ölhaltige Badezusätze empfehlenswert.
  • Fettige Haut: Beim Waschen von fettiger Haut darf das Wasser wärmer sein. Seifen sind nur bei Verschmutzungen oder Geruchsbildung nötig, ansonsten reicht pures Wasser aus. Nach dem Baden oder Duschen sollten Sie die Haut idealerweise mit einer Öl-in-Wasser-Lotion (O/W-Emulsion) eincremen. Stark fettende Cremes sind hingegen nicht geeignet.
  • Mischhaut: Wer sowohl trockene wie auch fettige Hautstellen hat, reinigt die Haut am besten mit lauwarmem klarem Wasser. Seife wird wie bei trockener und fettiger Haut verwendet. Optimal eingecremt wird Mischhaut mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O-Emulsion).

Make-up: Richtig Abschminken

Auch wenn die Nacht lang war, sollten Sie nie das Abschminken vergessen. Ihre Haut dankt es Ihnen am nächsten Morgen. Und so gelingt das schonende Make-up-Entfernen auch für Ihren Hauttyp:

  • Trockene Haut mag Reinigungsmilch oder -lotionen, die rückfettende, pflegende Substanzen enthalten.
  • Normale, fettige und Mischhaut lässt sich gut mit lauwarmem Wasser und einem Reinigungsgel von Schminke befreien.
  • Empfindliche Haut reagiert wohlwollend auf Reinigungsmilch, die keine Duft- und Konservierungsstoffe, sondern hautberuhigende und reizlindernde Inhaltsstoffe enthält.

Nach dem Abschminken mit Reinigungsmilch und Co. beseitigt ein Gesichtswasser die letzten Spuren und gibt der Haut einen Frische-Kick. Fettige, normale und Mischhaut vertragen ein Gesichtswasser mit Alkohol. Sollten Sie aber empfindliche oder trockene Haut haben, sollten Sie ein Gesichtswasser ohne Alkohol verwenden, da dies die Haut reizen und austrocknen kann. 

Was ist drin in Kosmetika?

Laut Gesetz muss jedem Kosmetikprodukt eine Auflistung aller Inhaltsstoffe beigefügt sein. Da dies EU-weit gilt, haben sich alle Hersteller auf INIC-Namen (International Nomenclature Cosmetic Ingredient = Internationale Nomenklatur der Kosmetikinhaltsstoffe) geeinigt. Die Stoffe werden entsprechend ihrer Menge in absteigender Reihenfolge aufgelistet.

Wasser und Öl
In fast jedem Kosmetikprodukt ist reichlich Wasser (INIC: Aqua) enthalten, dicht gefolgt von pflegenden Fetten und Ölen, sowie Emulgatoren und Wirkstoffen. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt: Er zeigt, ob die Creme statt aus natürlichen Ölen hauptsächlich aus Mineralölen (Paraffin) besteht. Besonders gut tun der Haut mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Einen hohen Gehalt weisen Sonnenblumenöl (Helianthus annuus), Avocadoöl (Persea Gratissima), Weizenkeimöl (Triticum vulgare) sowie Nachtkerzenöl (Oenothera officinale) auf. Pflanzenöle sind für die Pflege so wertvoll, weil sie sich hervorragend mit der Haut verbinden.

Antioxidantien
Antioxidantien, sollen die Haut vor Angriffen der freien Radikalen schützen. Freie Radikale sind aggressive Stoffe, die durch Sonnenlicht aber auch durch Luftschadstoffe entstehen. Antioxidantien in Cremes sind zum Beispiel Vitamin E (Tocopherol), Vitamin C (Ascorbic Acid) und Glutathion (Glutathione). Diese Wirkstoffe können die Hautalterung verzögern.

Liposome
Einige Cremes enthalten auch Liposome (Lecithin), deren Hülle aus den gleichen Bausteinen wie die Zellwand der Haut besteht. Sie werden daher von der Haut besonders gut absorbiert. Die Liposome werden häufig mit Wirkstoffen wie Vitamin A angereichert. Somit werden gleich zwei Zwecke erfüllt: Sie füttern die Haut mit Wirkstoffen und füllen Lücken im Hautfett (Falten) wieder auf.

Inhaltsstoffe, die schaden
In Kosmetika können aber auch Stoffe enthalten sein, die Ihrer Haut schaden können. Sie sollten Produkte meiden, die folgendes enthalten:

  • Paraffin ist eine Sammelbezeichnung für Fettstoffe, die aus Erdöl hergestellt werden. Sie legen sich wie ein Film auf die Haut und behindern dadurch die Regulationsmechanismen. Sie können die Haut austrocknen und sogar Allergien auslösen.
  • Formaldehyd ist ein Konservierungsstoff, der Kosmetika länger haltbar macht. Er steht in Verdacht, Krebs zu erregen. Außerdem kann er Allergien auslösen, die Schleimhäute reizen und die Haut schneller altern lassen.
  • PEG und PEG-Derivate, die als Emulgatoren eingesetzt werden, machen die Haut durchlässig und können so Schadstoffe einschleusen.
  • Halogenorganische Verbindungen (INIC z.B. Ceteareth-Phosphate, Chlorhexidine), die in einigen Cremes enthalten sind, dienen ebenfalls der besseren Haltbarkeit. Sie weisen ein hohes Allergiepotenzial auf.

Wichtig: Wer unter empfindlicher Haut leidet, zu Allergien neigt oder noch eine sehr junge Haut hat, sollte Kosmetikpräparate mit nur wenigen Zutaten verwenden. Die verträgt die Haut in der Regel besser. In diesen Fällen gilt also auch: Weniger ist mehr. 

Kosmetika sachgemäß lagern

Verdorbene Cremes und Make-ups können auf der Haut nicht mehr ihre positive Wirkung abgeben und sogar Schaden anrichten. Die meisten Kosmetikprodukte sind ab dem Herstellungstag 30 Monate haltbar. Ist das nicht der Fall, ist eine Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums auf der Verpackung notwendig. Der Zeitraum ist mit einem Symbol (geöffneter Tiegel) mit Zeitangabe und M (für Monate) gekennzeichnet. Doch was bedeutet sachgemäße Lagerung? Hier die wichtigsten Tipps:

  • Öffnen Sie das Produkt erst, wenn Sie es wirklich gebrauchen.
  • Drehen Sie den Verschluss nach jeder Anwendung gut zu.
  • Bewahren Sie Kosmetikprodukte - insbesondere bei kurzer Haltbarkeit - kühl, trocken und dunkel auf.
  • Entnehmen Sie niemals mit ungewaschenen Händen Creme aus dem Tiegel. Sonst schleusen Sie Keime ein. Waschen Sie auch Pinsel, Make-up-Schwämmchen und Spatel regelmäßig aus, am besten mit einem milden Shampoo.
  • Bei der Verwendung kosmetischer Nachfüllsysteme sollten Sie vor dem Auffüllen die Behälter gründlich reinigen und trocknen.
  • Verwenden Sie keine Kosmetikprodukte, die sich von Geruch und Farbe her verändert haben.
  • Vermischen oder verdünnen Sie auf keinen Fall Produkte miteinander. Es sei denn, es ist ausdrücklich vorgeschrieben.