Heilerde – Naturheilmittel aus vergangenen Zeiten

Erde als Heilmittel? Das klingt zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Doch der Name selbst ist irreführend, denn bei der Heilerde handelt es sich in Wirklichkeit um eine kalkhaltige Bodenablagerung – Löss genannt. Dieses wird aus etwa 30 Metern Tiefe abgebaut, getrocknet und gemahlen, um so zu einem feinen Pulver weiterverarbeitet zu werden. Entstanden ist es bereits zu den Eiszeiten, bei denen es als Gestein in Folge von Verwitterung und Gletscherbewegungen zerkleinert wurde und sich absetzte. Wir verraten Ihnen, gegen welche Beschwerden die Heilerde helfen soll und wie Sie diese im Hausgebrauch einsetzen.

Schon in der Antike und viele darauffolge Jahrhunderte wurde Heilerde von medizinischen Gelehrten und Heilkundigen eingesetzt, bis ihre Wirkung in Vergessenheit geriet. Im 20. Jahrhundert erlebte sie schließlich ihr Comeback. Heute können Sie das Mittel ganz einfach in der Apotheke oder dem Drogeriemarkt kaufen. Das Löss, welches zur Heilerde verarbeitet wird, enthält verschiedene Mineralien, unter anderem Feldspat, Silikat und Dolomit. In diesen befinden sich wiederrum Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Silizium oder Kieselsäure, die der Gesundheit und Schönheit zuträglich sein sollen. Außerdem findet man in dem Naturheilmittel Spurenelemente wie Zink oder Kupfer. In ihrer Zusammensetzung und den Inhalten kann sich Heilerde verschiedener Hersteller durchaus unterscheiden.

Wenn Sie an unreiner und fettiger Haut oder sogar Akne leiden, kann Heilerde zur Linderung Ihrer Hautprobleme beitragen. Mit Wasser vermengt als Maske, Auflage oder Wickel, bindet sie überschüssigen Talg und wirkt zudem noch antibakteriell. Ihre austrocknende Wirkung sorgt dafür, dass Pickel schnell heilen und verschwinden. Auch bei Ekzemen kann Heilerde eine Besserung hervorrufen und den Heilungsprozess von Wunden fördern. Die Masse kann selbst angerührt werden, ist zum Teil aber bereits als fertige Mischung zu kaufen. Wenn die Beschwerden nicht lokal begrenzt sind, bieten sich vor allem Bäder mit Heilerde an.

Für eine innere Anwendung wird das Pulver entweder als Suspension, also mit Wasser vermischt, oder in Kapselform eingenommen. Besonders oft kommt es bei Problemen mit der Verdauung oder des Magen-Darm-Traktes zum Einsatz. So wirkt es gegen Sodbrennen und auch gegen Durchfall, indem es Giftstoffe bindet.
Bei der Einnahme von Heilerde sollten Sie unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Andernfalls droht in schlimmster Konsequenz ein Darmverschluss. Vorsicht ist auch bei der Einnahme von Medikamenten in Kombination mit dem Heilmittel geboten. Dieses bindet nämlich nicht nur unerwünschte Stoffe, sondern kann auch die Wirkung der Arzneimittel abschwächen.

Auch wenn Heilerde traditionell als Mittel gegen viele Beschwerden eingesetzt wird und Anwender von positiven Ergebnissen berichten: Ihre Wirkung ist nicht durch wissenschaftliche Studien bestätigt. Zudem ist die Zusammensetzung nicht eindeutig definiert – so können sich Mittel als „Heilerde“ bezeichnen, die jeweils einen unterschiedlichen Anteil an Mineralien beinhalten. Probieren Sie für sich aus, ob das Pulver Ihnen gut tut und hilft. Besprechen Sie die Anwendung von Heilerde im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.